Das Coronavirus hat die Lausitz seit dem Sonntag erreicht. Wie ist der aktuelle Stand? Wir halten Sie ständig auf dem Laufenden. Die Lage am Dienstag:

Drei Männer in Elbe-Elster positiv auf Coronavirus getestet

Im Elbe-Elster-Land sind nun auch Menschen am Coronavirus erkrankt. Das bestätigt der Torsten Hoffgaard, Pressesprecher des Landkreises Elbe-Elster. Demnach wurden drei Männer heute positiv auf das Virus getestet. Einer der Männer kommt aus Sonnewalde die anderen beiden aus Elsterwerda.

Zweiter Infizierter in Forst

Nach dem ersten bestätigten bestätigten Fall einer Coronavirus-Erkrankung im Landkreis Spree-Neiße am Montag, 9. März, wurden nach dem gegenwärtigen Kenntnisstand alle Kontaktpersonen ermittelt, wie die Pressestelle des Landkreises informiert. Im unmittelbaren Umfeld der ersterkrankten Person wurde dabei eine weitere Infektion mit COVID-19 festgestellt. Beide Personen befinden sich häuslicher Quarantäne. Aufgrund weiterer begründeter Verdachtsfälle, in denen einen Infektion mit dem Virus nicht ausgeschlossen werden konnte, befinden sich im gesamten Landkreis derzeit 23 Personen in Quarantäne. Bei Fragen können sich Bürger an den Fachbereich Gesundheit des Landkreises unter der Telefonnummer 03562 986-15301 wenden, ebenso an das Bürgertelefon des Landesamtes für Arbeitsschutz, Verbraucherschutz und Gesundheit (LAVG) unter 0331 8683-777 oder an das Bürgertelefon des Bundesministeriums für Gesundheit unter 030 346-465100.

90 Personen in Ostsachsen in Quarantäne

Im Raum Hoyerswerda sind laut Kreisverwaltung vier Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Ein fünfter Verdachtsfall war am Abend noch unklar. 90 Personen, die mit den Infizierten Kontakt hatten, wurden unter Quarantäne gestellt. „Es besteht kein Grund zur Panik. Es geht darum, die Ausbreitung des Virus so gering und den Schutz der Bevölkerung so hoch wie möglich zu halten“, erklärte Vize-Landrat Udo Wischas (CDU).

Senftenbergerin infiziert, 14 Personen in Quarantäne

Eine 37-jährige Senftenbergerin (Oberspreewald-Lausitz) ist ebenfalls positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden. Sie hatte Kontakt mit einem der Infizierten aus dem Raum Hoyerswerda. Die Frau befindet sich derzeit in häuslicher Quarantäne, ihre Symptome werden therapiert.

Am Montagmorgen wurden die mit im Haushalt lebenden zwei Personen getestet. Zwischenzeitlich liegen die Testergebnisse aus dem Labor vor. Beide Ergebnisse sind laut Kreisverwaltung negativ. Um das Risiko für Folgeinfektionen auszuschließen, verbleiben alle drei weiterhin in häuslicher Quarantäne.

Neben der Familie befinden sich etwa 20 enge Kontaktpersonen und die mit ihnen im Haushalt lebenden Personen für 14 Tage in häuslicher Quarantäne. Alle stehen im Kontakt mit dem Gesundheitsamt und werden bei auftretenden Symptomen getestet.

Erster bestätigter Corona-Fall im Landkreis Görlitz

Montagabend wurde eine männliche Person im Stadtgebiet Görlitz positiv auf den Coronavirus getestet. „Der Erkrankte und seine Partnerin kamen am Wochenende aus dem Risikogebiet Südtirol (private kleine Reisegruppe) zurück. Er empfand bereits bei der Rückkehr leichte Erkältungssymptome und nahm daraufhin telefonisch Kontakt zu seinem Hausarzt auf“, berichtet Julia Bjar, Sprecherin des Landkreises. Die betroffene Person befindet sich in häuslicher Quarantäne, aber bereits auf dem Weg der Besserung.

Kein bestätigter Fall in Cottbus

Via twitter teilt die Cottbuser Stadtverwaltung am Morgen mit: „Mit Stand Dienstag, 10.03.2020, 11 Uhr, gibt es in Cottbus/Chóśebuz weiterhin keine bestätigten Erkrankungen mit dem Coronavirus COVID-19. Alle bisher ausgewerteten Proben waren negativ.“

Zu Fragen rund um das Coronavirus hat die Stadt Cottbus eine Hotline eingerichtet: 0355 632-339.

Mehrere Leag-Mitarbeiter in Quarantäne

Das Lausitzer Energieunternehmen Leag ist ebenfalls von den Quarantäne-Maßnahmen betroffen. 21 Mitarbeiter seien unter den zur Vorsicht unter Beobachtung gestellten. Das Unternehmen hat deshalb am Montag den Besucherverkehr in seine Tagebaue und Kraftwerke in der Lausitz und in Mitteldeutschland unterbrochen. Gleichzeitig werden auch die Besucher- und Informationszentren an diesen Standorten bis auf weiteres für die Öffentlichkeit geschlossen.

CTK richtet Zelt-Zugang für Corona-Tests ein

Aufgrund einer deutlich höheren Zahl von Nachfragen hat das CTK in Cottbus vorsorglich ein Zelt in Betrieb genommen. „In diesem Zelt werden Bürgerinnen und Bürger, die vom Hausarzt als begründeter Verdachtsfall eingestuft wurden, zur Durchführung eines Abstrichs und Analyse zugewiesen. Ohne diese, von einem Arzt veranlasste Überweisung, sollte das Zelt gemieden werden“, teilt Sprecherin Anja Kabisch mit. In dem Zelt finden dort weder allgemeine Sprechstunden noch anderweitige Beratungen zu dem Corona-Virus statt.

„Wer Symptome verspürt, sollte sich ausschließlich telefonisch bei seinem Hausarzt melden und zu Hause bleiben. Anhand einer Befragung wird der Arzt einschätzen, ob und wann ein Abstrich für den Test auf das Corona-Virus notwendig ist und wie das Procedere dafür abläuft, um Patienten zu betreuen, Kontaktpersonen zu ermitteln und die Öffentlichkeit zu schützen“, erklärt Stadtsprecher jan Gloßmann.

Außerdem hat das Carl-Thiem-Klinikum vorsorglich folgende Regelung getroffen: „Um Patienten und Besucher zu schützen, wird das Carl-Thiem-Klinikum ab sofort die Besuchszeiten einschränken. Zwischen 16 und 18 Uhr sind Besucher willkommen, es wird darum gebeten, die Besuche auf eine Person zu beschränken“, so Anja Kabisch.

Die Lausitz Klinik Forst hat eine Screening-Stelle für Coronavirus-Erkrankung eingerichtet.

Schuleingangsuntersuchungen ausgesetzt

Nach dem Auftreten des ersten Coronafalle sin Forst hat die Kreisverwaltung „aufgrund der verbundenen arbeits- und zeitintensiven Maßnahmen seitens des Gesundheitsamtes“ bis auf weiteres die Schuleingangsuntersuchungen im Landkreis ausgesetzt.

Keine Klassenfahrt in Risikogebiete

Brandenburgs Schulen sollten wegen des Corona-Virus ab sofort auf Klassenfahrten in Risikogebiete und Schüleraustausche verzichten. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaften (GEW) forderte am Montag das brandenburgische Bildungsministerium auf, entsprechende Regelungen für alle Schulen zu erlassen.

Vier Schulen in Brandenburg wegen Coronavirus geschlossen

Ein Coronavirus-Verdacht an einer Schule in Brandenburg hat weitreichende Folgen: Nach aktuellen Schätzungen befinden sich bis zu 2250 Menschen in häuslicher Quarantäne. Das teilte der Landkreis Ostprignitz-Ruppin am Montagabend mit. Die isolierten Menschen sind demnach über mehrere Landkreise Brandenburgs und weitere Bundesländer verteilt. An der Schule lernen Schüler aus dem gesamten Bundesgebiet und der Region. Sie kooperiert mit dem Brandenburgischen Haupt- und Landgestüt und ist besonders beliebt, weil Reitsport im Unterricht angeboten wird. Insgesamt wurden vier Schulen sowie ein Hort in Neustadt (Dosse) geschlossen.

Polen führt Grenzkontrollen ein

Um eine Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern, wird Polen an vier Grenzpunkten zu Deutschland und an einem weiteren Übergang zu Tschechien die Temperatur von Reisenden kontrollieren. Über diesen Schritt habe er Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und seinen tschechischen Amtskollegen Andrzej Babis im Vorfeld bereits informiert, sagte Regierungschef Mateusz Morawiecki am Montag, 9. März, in Warschau.

Sechs bestätigte Infizierte in Brandenburg

Bisher gibt es sechs amtlich bestätigte Infektionen in Brandenburg. Ein siebenter Fall wurde am Montagabend wahrscheinlicher. Dabei handelt es sich um eine Mitarbeiterin des Klinikums Frankfurt (Oder). Infiziert ist auch eine Ärztin, die in Frankfurt/Oder arbeitet und in Berlin gemeldet ist und sich auch dort infiziert hat. Ein erster Test von Kontaktpersonen ergab, dass vermutlich eine weitere Person infiziert ist. Das Zwischenergebnis von 61 Kontaktpersonen seien ein positiv getesteter Fall und sieben unklare Ergebnisse, sagte der Sprecher der Stadt Frankfurt (Oder), Uwe Meier. Alle anderen Tests seien negativ.

Auf Infektion geprüft wurden Familienangehörige, Mitarbeiter und Patienten. Das Ergebnis der positiv getesteten Mitarbeiterin soll noch an der Charité überprüft werden. In Frankfurt würden Schutzmaßnahmen ergriffen, dass der Klinikbetrieb uneingeschränkt fortgesetzt werden könne, teilte das Gesundheitsministerium am Abend mit.

Polizei ist vorbereitet

Die Brandenburger Polizei ist nach Angaben von Innenminister Michael Stübgen (CDU) auf mögliche Einsätze wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus vorbereitet. „Wir haben bei uns im Ministerium das sehr leistungsfähige Koordinierungszentrum Krisenmanagement, was jederzeit aktiviert werden kann“, sagte Stübgen im Innenausschuss des Landtages in Potsdam. „Wann das der Fall sein wird, das kann man im Moment noch schwer abschätzen.“ Ausrüstung für Polizisten im Kontakt mit möglichen infizierten Personen sei ausreichend vorhanden. Ein Polizist, dessen Lebensgefährtin positiv getestet sei, befinde sich derzeit in häuslicher Quarantäne.

Zwölf Coronavirus-Fälle in Sachsen

Durch zwei neue bestätigte Fälle im Landkreis Leipzig hat sich die Zahl der mit dem neuartigen Coronavirus Infizierten in Sachsen am Montag auf zwölf erhöht.

Veranstaltungen abgesagt

In Cottbus wurde die Fachkräftemesse Jobregional für den 21. März abgesagt. Diese sollte in der Stadthalle Cottbus stattfinden. Alle weiteren Veranstaltungen in den Cottbuser Messehallen sowie in der Stadthalle finden statt, erklärte die Cottbuser Messegesellschaft CMT am Dienstag, 10. März.

Um die Infektionsgefahr zu minimieren wurden am Montag auch geplante Leag-Veranstaltungen in den kommenden Wochen abgesagt. Das betrifft eine Festveranstaltung zur feierlichen Verabschiedung der Winterauslerner im Barbarasaal im Leag-Hauptsitzes in Cottbus, die am Mittwoch, 11. März, stattfinden sollte.

Abgesagt ist auch ein für den 19. März geplantes Freundschaftsturnier mit Eishockey-Mannschaften der Leag, des tschechischen Gesellschafters EPH und von Geschäftskunden in der Eisarena der Lausitzer Füchse in Weißwasser.

Die Stadt Senftenberg teilte am Dienstagmittag mit, dass sie geplante eigene Veranstaltungen absagt oder verschiebt. Betroffen sind die Präventionsveranstaltungen „Update your life“ am 11. und 12. März im Konrad-Zuse-Medienzentrum auf dem Campus der BTU, sowie die Abschlussveranstaltung der Märchentage am 21. März in der Wendischen Kirche. Gänzlich abgesagt wird der Frühjahrsempfang der Stadt Senftenberg am 25. März.

Auch der diesjährige Feuerwehrball in der Stadt Forst ist am Dienstag abgesagt worden. Bürgermeisterin Simone Taubenek (parteilos) fürchtet die Ansteckungsgefahr und mögliche Quarantäne für die Einsatzkräfte.

Die Reisemesse in Löbau wurde ebenfalls abgesagt.

Die Internationale Luft- und Raumfahrtausstellung ILA 2020 vom 13. bis 17. Mai soll bisher stattfinden.

Lausitzer Füchsen droht Quarantäne

Im Umfeld der Lausitzer Füchse gibt es einen Corona-Verdachtsfall. Geschäftsführer Dirk Rohrbach befürchtet, dass die Mannschaft in Weißwasser unter Quarantäne gestellt wird. Ob und unter welchen Bedingungen ab Freitag die Playdowns gegen den EV Landshut stattfinden können, will die DEL2 heute entscheiden.

Energie Cottbus fürchtet Spielabsagen

Wegen des Coronavirus drohen auch in der Lausitz am kommenden Wochenende Spiele unter Ausschluss der Öffentlichkeit – oder sogar Spielabsagen. Energie Cottbus ist alarmiert. Die Situation sei „ganz schwierig“. Am Dienstagmittag stand eine Entscheidung des Nordostdeutschen Fußballverband weiter aus.

Erstes Geisterspiel in der Bundesliga

Das Bundesliga-Nachholspiel Borussia Mönchengladbach gegen den 1. FC Köln an diesem Mittwoch darf wegen des Coronavirus nur unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden. Das teilte die Stadt Mönchengladbach am Dienstag mit.

Erste Todesfälle wegen Coronavirus in Deutschland

In Deutschland sind am Montag die ersten beiden Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus bekannt geworden – beide Menschen stammten aus Nordrhein-Westfalen. Die Zahl der Infizierten in Deutschland stieg bis Montagnachmittag auf 1139, knapp die Hälfte davon verzeichnete NRW.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) erklärte: „Wir werden diese Situation bewältigen. Wenn wir alle mithelfen, zusammenhalten und einander auch unter Stress vertrauen.“ Spahn schrieb, das Coronavirus sei eine große Herausforderung „für uns als ganze Gesellschaft“. Das Virus werde den Alltag verändern. „Je weniger Menschen sich gleichzeitig anstecken, desto besser kann unser Gesundheitssystem damit umgehen.“

DRK ruft trotz Coronavirus zu Blutspenden auf

Das Deutsche Rote Kreuz hat an Blutspender appelliert, nicht aus Furcht vor einer Ansteckung mit dem neuartigen Coronavirus auf das Spenden zu verzichten. Beim DRK-Blutspendedienst Nord-Ost komme es derzeit zu einem verstärkten Rückgang der Spenderzahlen, wie der medizinische Geschäftsführer, Prof. Torsten Tonn, erklärte. Hintergrund sei die Corona-Epidemie, aber auch die jahreszeitlich bedingte Zunahme von Erkältungs- und Influenzaerkrankungen. Die Versorgungslage im Bereich Hamburg und Schleswig-Holstein sei aber auf niedrigem Niveau stabil.

(mit dpa)