Eine 37-jährige Senftenbergerin (Oberspreewald-Lausitz) ist positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden. Das bestätigt der Gesundheitsdezernent des Oberspreewald-Lausitz-Kreises, Alexeander Erbert. Die Frau befindet sich derzeit in häuslicher Quarantäne, ihre Symptome werden therapiert. Sie hatte sich bei einer infizierten Person aus dem Landkreis Bautzen angesteckt.

Das Gesundheitsamt steht mit unmittelbaren Kontaktpersonen der Erkrankten in Verbindung, um das Risiko möglicher Folgeinfektionen so niedrig wie möglich zu halten, sagt Alexander Erbert. Bei den Kontaktpersonen soll es sich zunächst schätzungsweise um 20 Personen handeln. „Einige davon waren am Samstagabend gemeinsam bei der Frau auf einer privaten Feier zugegen“, so Erbert.

Partner und Kind ebenfalls in Quarantäne

Die unmittelbaren Kontaktpersonen müssen für die Dauer der möglichen Inkubationszeit in den kommenden 14 Tagen in häuslicher Quarantäne verbleiben und bei Symptomen telefonisch Kontakt zum Gesundheitsamt aufnehmen. Erst dann könne ein entsprechender Test durchgeführt werden, der verlässlich Auskunft über eine mögliche Infektion gibt.

Der mit im Haushalt lebende Partner und das Kind sind ebenfalls von der Quarantäne betroffen. Auch sie wurden getestet. Das Ergebnis wird am Dienstagvormittag erwartet. „Wir bleiben mit den Personen im engen Kontakt, um wenn nötig entsprechend schnell weiter handeln zu können“, erklärt Alexander Erbert. Momentan sind darüber hinaus, nach aktueller Einschätzung, keine weiteren Maßnahmen notwendig. Sollte sich hierfür Bedarf ergeben, wird dies entsprechend kommuniziert.

Senftenbergerin hatte Kontakt zu infizierten Person

Die erkrankte Frau wurde am Sonntagmorgen in der Notaufnahme des Klinikums Niederlausitz in Senftenberg auf das neuartige Coronavirus getestet, da sie zuvor direkten Kontakt zu einer infizierten Person hatte, die sich in Südtirol (Risikogebiet nach Robert-Koch-Institut) angesteckt hatte. Weil sie keine schweren Symptome aufwies, konnte sie wieder in die häusliche Quarantäne entlassen werden.

Das Gesundheitsamt ist für konkrete ärztliche Anfragen bei begründeten Verdachtsfällen und für Heimkehrer aus den vom RKI definierten Risikogebieten Montag bis Freitag telefonisch erreichbar unter (03573) 870 4342 (8-15 Uhr). Die Mitarbeiter des Gesundheitsamtes bitten darum, für allgemeine Informationen zum Thema Coronavirus die folgenden Angebote zu nutzen: Telefon-Hotline des Bundesministeriums für Gesundheit: 030/346465-100 oder Telefon-Hotline der Unabhängigen Patientenberatung 0800/330-4615-32. Beim Landesamt für Arbeitsschutz, Verbraucherschutz und Gesundheit (LAVG) ist ein Bürgertelefon zum Coronavirus eingerichtet. Es ist montags bis freitags von 9 bis 15 Uhr zu erreichen. Die Telefon-Nummer lautet: 0331/8683-777. Einen umfangreichen Frage-Antwort-Katalog stellt das RKI (www.rki.de) zur Verfügung. Informationen zu arbeitsrechtlichen Auswirkungen gibt es auf der Internetseite des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales.

Das Gesundheitsamt OSL steht weiter im Kontakt mit dem zuständigen Ministerium, den ambulant tätigen Ärzten, dem Klinikum Niederlausitz, der Leitstelle Lausitz, der Kassenärztlichen Vereinigung und weiteren Akteuren. Auf Klinikum-Ebene existiert eine Arbeitsgruppe zu organisatorischen und präventiven Maßnahmen zur Bewältigung möglicher Verdachtsfälle und womöglich kommender bestätigter Fälle von Patienten mit Corona-Virus. Auch die Mitarbeiter sind entsprechend informiert.

Klinikum Niederlausitz ist vorbereitet auf Pandemie

Die Betten in der Klinikum Niederlausitz GmbH, die im Falle von Erkrankungshäufungen von COVID-19 belegt werden können, werden entsprechend den Erfordernissen angepasst. In einer Pandemie ist es auch möglich, eine komplette Station zur sogenannten Kohorten-Isolierung zu nutzen. Das Klinikum hält derzeit in Lauchhammer entsprechende Betten vor und kann bei Bedarf kurzfristig erweitern. Wichtig zu wissen: Entsprechende Bereiche in Krankenhäusern sind isoliert, also für andere Patienten nicht zugänglich, und unterliegen strengsten Hygienemaßnahmen. Andere Patienten kämen somit nicht in Kontakt mit etwaigen Erkrankten, der Krankenhausbetrieb liefe entsprechend weiter.