Beschließt die DEL2 in diesen Minuten den Abbruch der kompletten Saison? Oder spielen die Lausitzer Füchse die Playdowns gegen den EV Landshut möglicherweise vor leeren Rängen? Auch in der zweithöchsten Spielklasse der Deutschen Eishockey-Liga (DEL2) herrscht große Verunsicherung wegen der Ausbreitung des Coronavirus.

Eine Entscheidung könnte an diesem Dienstag fallen. Für Dienstagmittag haben sich alle 14 Clubs der DEL2 zu einer Telefonkonferenz verabredet, bei der das weitere Vorgehen in dieser Krisen-Situation beraten werden soll.

Situation in Weißwasser spitzt sich zu

Dabei hat sich die Lage in Weißwasser in den letzten Stunden weiter zugespitzt. Denn: Eine Person aus dem Umfeld der Lausitzer Füchse steht unter Corona-Verdacht. Ein entsprechender Test wurde bereits durchgeführt, das Ergebnis liegt allerdings noch nicht vor. Das hat Füchse-Geschäftsführer Dirk Rohrbach der Lausitzer Rundschau bestätigt. Es handelt sich jedoch nicht um einen Spieler.

Sollte sich der Corona-Verdacht bestätigten, könnten ausgerechnet die Lausitzer Füchse zu einem Präzedenzfall im deutschen Spitzensport avancieren. „Möglicherweise müssten Teile unserer Mannschaft für zwei Wochen unter Quarantäne gestellt werden“, erklärt Rohrbach. Ein normaler Spiel- und Trainingsbetrieb wäre dann nicht mehr möglich.

Rohrbach selbst hatte ebenfalls Kontakt mit der betreffenden Person. „Die genauen Auswirkungen eines positiven Tests kennen wir aber nicht. Diese Entscheidungen muss das Gesundheitsamt des Landkreises treffen“, ergänzt der Füchse-Geschäftsführer. Auch der DEL2-Ligaverband wurde inzwischen über den Corona-Verdachtsfall in Weißwasser informiert.

Die DEL2 soll eigentlich an diesem Freitag in die entscheidende Saisonphase starten. Dabei geht es um die Meisterschaft sowie den Abstieg. Die Lausitzer Füchse kämpfen in den Playdowns nach dem Modus best of seven gegen den EV Landshut um den Klassenerhalt.

Bei der Telefonkonferenz sollen alle möglichen Szenarien diskutiert werden. Sie reichen von einer Verkürzung der Playdowns auf nur maximal drei Partien, Spiele ohne Zuschauer bis hin zu einem sofortigen Abbruch der Saison.

Lausitzer Füchse ohne Zuschauer?

An einen geregelten Spielbetrieb glaubt fast niemand mehr. Zumal die bayerische Staatsregierung Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern untersagen will. Die Maßnahme soll bis zunächst Karfreitag gelten. Die Details sollen an diesem Dienstag in einer Kabinettssitzung beraten und beschlossen werden. Damit käme der Freistaat der Empfehlung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn nach.

Damit ist schon jetzt klar, dass der EV Landshut gegen die Lausitzer Füchse auf die gewohnte Unterstützung seiner Fans verzichten muss, was quasi das Heimrecht in diesen entscheidenden Spielen ad absurdum führen würde.

Zudem würden Geisterspiele die Clubs vor erhebliche wirtschaftliche Probleme stellen, weil sie auf die Einnahmen aus dem Eintrittskartenverkauf angewiesen sind. „Ohne Zuschauer zu spielen, ist wirtschaftlich nicht machbar. Das würde viele Vereine in eine gefährliche Schieflage bringen. Wir müssten dann in jedem Fall über Unterstützung durch den Staat reden“, betont Füchse-Geschäftsführer Dirk Rohrbach. Auch die Spielergehälter müssen die Vereine mindestens bis Ende März weiterfinanzieren.