Nachdem am Sonntagabend, 8. März, bekannt wurde, dass ein Mann aus Forst sich mit dem Coronavirus infizierte, richtet die Lausitz Klinik Forst nun eine Screening-Stelle für Erkrankung ein. Wie Geschäftsführer Hans-Ulrich Schmidt mitteilte, wird die Screening-Stelle ab Dienstag, 10. März, im Einsatz sein. Diese ist in einer separaten Gebäudeeinheit untergebracht und wird von speziell geschulten und ausgebildeten Mitarbeitern betrieben. Die Stelle soll auch am Wochenende geöffnet bleiben. Allerdings werden hier keine „Massentests“ durchgeführt, sondern es muss ein begründeter Anfangsverdacht vorliegen. Die Basis dafür ist ein Fragebogen, auf dem unter anderen erfasst wird, welche Symptome der Betroffen zeigt oder ob er aus einem Risikogebiet kommt.

Nach Corona-Fall: Landkreis Spree-Neiße hat notwendige Maßnahmen eingeleitet

Dass sich der Forster mit dem Virus infizierte, teilte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums mit. Der Infizierte hatte zuvor eine Reise nach Italien unternommen. Zunächst war nur die Rede von einem Mann aus dem Spree-Neiße Kreis. Der RBB berichtete von einem Forster, was später vom Landkreis bestätigt wurde.

Gemäß der Empfehlungen des Robert Koch-Institut (RKI) habe der Fachbereich Gesundheit des Landkreises alle notwendigen Maßnahmen eingeleitet, um einer weiteren Verbreitung von Covid-19 entgegenzuwirken. Dazu werden laut Mitteilung schnellstmöglich sämtliche Kontaktpersonen ermittelt. Weitere Angaben macht der Kreis nicht. „Wir werden keine persönlichen Daten herausgeben, die Rückschlüsse auf den Mann zulassen. Damit wollen wir eine Stigmatisierung vermeiden“, begründet Pressesprecher Matthias Händler. Auch die Zahl der Kontaktpersonen stünde noch nicht fest. „Wir sind gerade dabei, diese zu ermitteln.“

Die Pressestelle des Landkreises Spree-Neiße verkündete zudem, dass aufgrund des aktuellen Falles bis auf weiteres keine Schuleingangsuntersuchungen mehr stattfinden. Begründet wird dies mit den arbeits- und zeitintensiven Maßnahmen seitens des Gesundheitsamtes zur Eindämmung des Virus. Der Landkreis bitten um Verständnis und entschuldigt sich für eventuelle Unannehmlichkeiten.

Bereits in der vergangenen Woche hat die Forster Bürgermeisterin zur Koordinierung präventiver Maßnahmen die Koordinierungsgruppe des Stabes für außergewöhnliche Ereignisse im Rathaus aktiviert. Am vergangenen Freitag sind 3.500 Briefe mit wichtigen Hygiene-Tipps für Eltern, unter anderem an städtischen Schulen und Kindertagesstätten, den Einrichtungen übergeben worden. Ziel ist es, über die Anwendung der wichtigen Grundregeln zu Hygiene-Maßnahmen zu informieren. Ebenso werden die Beschäftigten der Stadtverwaltung sensibilisiert. Die Koordinierungsgruppe wird entsprechend der Lageentwicklung den innerbehördlichen Pandemie-Plan anpassen.

Weitere Corona-Fälle in Hoyerswerda und Senftenberg

Im Landkreis Bautzen sind vier Menschen aus dem Raum Hoyerswerda definitiv mit dem Corona-Virus infiziert. Ein fünfter Verdachtsfall ist noch unklar, das Testergebnis steht noch aus. Das hat Vize-Landrat Udo Wischas (CDU) bestätigt. 90 Personen im Landkreis und im benachbarten Südbrandenburg, die Kontakt mit den Infizierten hatten, haben sich in häusliche Quarantäne begeben. Die Wohnorte der Betroffenen werden aus Gründen des Datenschutzes nicht genannt. „Die Bürger haben sich überrascht gezeigt und sind besorgt, reagieren aber sehr verständnisvoll auf die persönlichen Einschränkungen“, erklärt Wischas weiter. „Es besteht kein Grund zur Panik. Es geht darum, die Ausbreitung des Virus so gering und den Schutz der Bevölkerung so hoch wie möglich zu halten.“

Der Landkreis Bautzen hat eine Stabsstelle Corona mit derzeit acht Mitarbeitern, die aus dem Gesundheitsamt und auch anderen Behörden kommen, eingerichtet. Im früheren Sozialamt des Kreises wird eine Außenstelle eröffnet. Hier sollen alle Bürger, die Symptome der Erkrankung zeigen, getestet werden. Eindringlich bittet Udo Witschas darum, dass die Leute weder den Hausarzt noch eine Klinik aufsuchen. Ab Dienstag sei ein Bürgertelefon geschaltet: Telefonnummer 03591 5251 12121. Experten klären ab, ob der Verdachtsfall begründet ist und weitere Untersuchungen erfolgen müssen. Ist dies der Fall, bekommen Betroffene einen Termin für den Test, der innerhalb von 24 Stunden ausgewertet sei. Derzeitiger Kontakt zum Gesundheitsamt: 03591 5251-53001.

Am Sonnabend war bei einer Frau aus Hoyerswerda der Corona-Virus nachgewiesen worden. Drei ihrer Kontaktpersonen hatten sich angesteckt. Eine weitere Person wartet noch auf das Testergebnis. Insgesamt wurden am Wochenende 65 weitere Personen ermittelt, die mit den Infizierten persönlichen Kontakt hatten. Darunter ist auch eine Frau in Senftenberg, die positiv getestet worden ist. Das Gesundheitsamt des Landkreises Oberspreewald-Lausitz hat 20 weitere Menschen kontaktiert, die am Wochenende gemeinsam auf einer privaten Feier gewesen sind. Die Bürger müssen 14 Tage in häuslicher Quarantäne bleiben. Dies entspricht der Inkubationszeit. Den nachgewiesen infizierten Lausitzern geht es den Umständen entsprechend gut, erklärt der Bautzener Vize-Landrat.

Noch keine Schulen in der Lausitz von Corona betroffen

Schulen in der Lausitz wurden bisher nicht geschlossen. Das gibt es bisher in Brandenburg nur in Neustadt (Dosse). Laut Gesundheitsamt des Landkreises Ostprignitz-Ruppin müssen ab heute 730 Schülerinnen und Schüler zuhause bleiben.

In der Lausitz und in Elbe-Elster haben Firmen und und Veranstalter Notfallpläne erarbeitet. Im Sport bleibt die Nähe zu den Fans trotzdem wichtig. BASF in Schwarzheide hat zum Beispiel ihren Pandemieplan aktualisiert. Am Standort Ludwigshafen war am Wochenende ein Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus Sars-CoV-2 getestet worden.

Auch am Carl-Thiem-Klinikum mit seinen über 2000 Mitarbeitern tagt regelmäßig ein Krisenstab. Die Ärztlichen Direktorin Christina Rogalski erklärt, dass ein konkreter Fahrplan für die Aufnahme möglicher Erkrankter erarbeitet wurde. Räumlichkeiten sind vorbereitet, die raumlufttechnischen Anlagen wurden überprüft und ausreichend Schutzausstattung für die Mitarbeitenden beschafft.

Der Innenausschuss des Brandenburger Landtags kommt am Montag zu einer Sondersitzung zusammen. Thema ist das sich ausbreitende Coronavirus.

Jobmesse in Cottbus wegen Covid-19 abgesagt

In Cottbus wurde die Fachkräftemesse Jobregional für den 21. März abgesagt. Diese sollte in der Stadthalle Cottbus stattfinden. Die Veranstalter, Agentur für Arbeit Cottbus und das Jobcenter Cottbus, bedauern dieses sehr. Sie sind sich jedoch einig, dass eine Großveranstaltung wie die Jobregional mit erwartungsgemäß mehr als 2000 Besucher/innen, im Zuge der Ausbereitung des Corona Virus, keinen Messebetrieb rechtfertigt. Angemeldet hatten sich mehr als 90 Aussteller.

Kurzarbeitergeld soll Betrieben helfen

Die Koalition will Unternehmen vor den Auswirkungen der Coronakrise schützen. Dazu soll das Kurzarbeitergeld ausgeweitet werden, wie der Koalitionsausschuss am frühen Montagmorgen in Berlin nach rund siebenstündigen Beratungen beschloss.

Die Auszahlung von Kurzarbeitergeld soll erleichtert und länger ermöglicht werden. Bei dieser Leistung übernimmt die Bundesagentur für Arbeit 60 Prozent des ausgefallenen Nettolohns, wenn ein Unternehmen Mitarbeiter in Kurzarbeit schickt. Kündigungen sollen so vermieden werden können. Nun sollen laut dem Beschluss auch die Sozialbeiträge für die ausgefallenen Arbeitsstunden den Arbeitgebern erstattet werden - und zwar voll und nicht nur wie bereits Ende Januar von der Koalition beschlossen zu 50 Prozent. (mit dpa)