Die Corona-Lage in Sachsen gerät zunehmend außer Kontrolle. Mit einer Wocheninzidenz von 742,2 hatte der Freistaat am Mittwoch mehr als doppelt so viele Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen einer Woche als es im Bundesdurchschnitt (319) waren. Die Landkreise Meißen (1063,4) und Sächsische Schweiz-Osterzgebirge (1047,7) gehören weiterhin in die Liste der zehn am betroffensten Landkreise in Deutschland.
  • Das sächsische Kabinett hat am Dienstag, 16. November neue Schritte besprochen
  • Die neue Schutzverordnung soll dann schon ab 22. November in Kraft treten. Die bisherige VO sollte eigentlich noch bis 25.11. gültig sein
  • Am Montag, 15. November wurde die Überlastungsstufe in Sachsen erreicht
  • Mittlerweile steht offenbar auch wieder ein Lockdown im Raum.
  • Das sind die neuen Regeln:

Kabinett berät: 2G im Einzelhandel, Tests in „gefährdeten Einrichtungen“

Am Dienstag, 16. November kam das sächsische Kabinett erneut zusammen, um über verschärfte Corona-Maßnahmen zu sprechen. Am Freitag werden ohnehin mehr Regeln hinzukommen, da die Überlastungsstufe am Montag erreicht wurde, was weitere Schritte zur Eindämmung der Pandemie auslöst. Die wichtigsten Regeln in Kürze:
  • Kontakte sollen von jeder Person minimiert werden
  • Generelle Testpflicht in „besonders gefährdeten Einrichtungen“, auch für Geimpfte und Genesene. Das sind Alten- und Pflegeheime sowie Krankenhäuser
  • 3G am Arbeitsplatz
  • Bei Erreichen der Überlastungsstufe: 2G im Einzelhandel. Ausgenommen sind Supermärkte und Drogerien.
  • Ab Überlastungsstufe: 2G-Plus bei Veranstaltungen im Innenbereich (mehr als 50 Personen). Das bedeutet: Auch Geimpfte und Genesene brauchen einen tagesaktuellen Test.
  • Weihnachtsmärkte: In Verweilbereichen gilt 2G, unabhängig von der Personenzahl
  • Jeder Landkreis kann eigene verschärfende Regeln treffen
Ziel müsse es sein, die Kontakte zu reduzieren - um 60 Prozent, betonte Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD). Gesundheitsministerin Petra Köpping und Dulig räumten ein, dass man noch nicht alles abschließend regeln könne, weil es noch Beratungen im Bund gebe. Man wolle aber alle Möglichkeiten des neuen Infektionsschutzgesetzes ausnutzen.
Die neue Verordnung gilt schon ab 22. November. Die aktuelle Verordnung läuft eigentlich erst am 25. November aus. Näheres zur Überlastungsstufe gibt es hier:



Kommt ein Lockdown in Sachsen?

Angesichts der dramatischen Corona-Lage in Sachsen erwägt die Landesregierung offenbar einen Lockdown. Das berichtet „Bild“ unter Berufung auf internes Papier.

Vor 2G-Regel: Handelsverband erwartet Andrang in Geschäften

Ab Montag dürfen voraussichtlich nur noch Geimpfte und Genesene in viele Geschäfte - so sollen Kontakte vermieden werden. In großen Teilen des sächsischen Einzelhandels sollen ab Montag nur noch Geimpfte und Genesene (2G) zugelassen sein - bevor die Regeln gelten, könnte es am Wochenende noch einmal einen Ansturm auf die Geschäfte geben. Damit rechnet der Handelsverband Sachsen. Sofern die Landesregierung an diesem Freitag die 2G-Regelung beschließe, gehe man von „spürbar höheren Frequenzen“ im Einzelhandel aus, sagte René Glaser, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands.

Überlastungsstufe in Sachsen erreicht

Am Montagnachmittag wurde wie erwartet die Überlastungsstufe in Krankenhäusern erreicht. Am Mittwoch, 17.11. war es dann offiziell: Ab Freitag müssen die Maßnahmen der Überlastungsstufe gelten. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums sind inzwischen 1524 Betten auf Normalstationen mit Covid-19- Patienten belegt. Auf Intensivstationen liegen 343 Corona-Infizierte. Der Schwellenwert ist bei 1300 oder 420 Betten erreicht. Sollte das drei Tage in Folge so sein, folgen ab dem übernächsten Tag weitere Einschränkungen. Das ist jetzt passiert.
Welche neuen Regeln dann kommen, lest ihr in diesem Artikel nach:

Dresden

Erik Bodendieck, Präsident der Sächsischen Landesärztekammer, sprach von einer besorgniserregenden Situation. Wenn man bundesweit schaue, gebe es wenig Möglichkeit zur Verlegung von Patienten - vielleicht noch in den Norden, wo die Inzidenzzahlen noch vergleichsweise niedrig seien, sagte er.

Überlastungsstufe in Sachsen: Neue Regeln für Schule und Kita

Wegen der steigenden Corona-Infektionszahlen sollen die Schülerinnen und Schüler in Sachsen weiter bis zu den Weihnachtsferien dreimal pro Woche getestet werden. Eine entsprechende Schul- und Kita-Coronaverordnung soll am Freitag im Kabinett verabschiedet werden, wie Sachsens Kultusminister Christian Piwarz (CDU) am Dienstag nach Beratungen der Regierung erklärte. Die drei wöchentlichen Tests hatte die sächsische Regierung zunächst für die zwei Wochen nach den Herbstferien eingeführt. Für geimpfte Schüler gilt die Pflicht nicht, das Kultusministerium empfiehlt Tests jedoch ausdrücklich.
Die steigenden Infektionszahlen machten auch vor den Bildungseinrichtungen keinen Halt, sagte Piwarz. Die dreimalige Testung in der Woche ermögliche einen genauen Überblick über das Infektionsgeschehen an den einzelnen Schulen. „Wir haben immer sehr deutlich gesagt, wir wollen keine flächendeckenden Schließungen mehr haben“, sagte Piwarz.
Im Fall lokaler Ausbrüche seien jedoch Schutzmaßnahmen nötig. Von den 1400 öffentlichen Schulen im Freistaat sind laut Angaben des Kultusministers zurzeit 40 Schulen teilweise und weitere 43 Schulen vollständig geschlossen. Sechs Schulen sind demnach im eingeschränkten Regelbetrieb.
Forderungen nach einer Aussetzung der Schulbesuchspflicht erteilte Piwarz zunächst eine Absage. Gespräche mit den Schulen hätten ergeben, dass sich die Lehrkräfte auf den Präsenzunterricht konzentrieren müssten. Die Beschulung der Kinder zu Hause könne zurzeit nicht sichergestellt werden. „Wir werden sicher aber noch mal über diesen Punkt beraten“, sagte der CDU-Politiker.

Corona in Sachsen: Mehr impfen

Angesichts einer drastischen Zunahme von Corona-Neuinfektionen soll das Tempo beim Impfen nun zunehmen. Der Freistaat bekomme 170.000 zusätzliche Dosen und werde das Personal in den mobilen Impfteams verstärken, sagte Köpping. Die bisherige Kapazität von 3000 Impfdosen pro Tag solle ab ab sofort verdoppelt und ab Dezember auf 9000 bis 10.000 Dosen erhöht werden. Damit steige die wöchentliche Menge bei den mobilen Teams von derzeit 18.000 auf 54.000 Dosen. Allerdings hat das Kabinett am Dienstag noch zuzustimmen. Laut Köpping kostet das zusätzlich 110 Millionen Euro, wovon der Bund die Hälfte trägt. Die Hausärzte sollen eine bessere Vergütung für das Impfen sowie einen Wochenendzuschlag erhalten.
Köpping räumte ein, dass es nach der Empfehlung für eine Booster-Impfung derzeit einen Ansturm auf die mobilen Teams gebe. Allerdings könne man nun den Schalter nicht sofort umlegen und müsse das erst organisieren. Noch im Sommer hätten die Impfzentren leer gestanden und auch die Hausärzte wenig Andrang verspürt. Man habe sogar Impfstoff vernichten müssen. Klaus Heckemann, Vorstandschef der Kassenärztlichen Vereinigung, rechnete die Verluste anhand von Zahlen aus seiner eigenen Praxis auf etwa 50 000 Impfdosen für alle am Impfen beteiligten Hausarztpraxen im Freistaat hoch.

Krauschwitz/Schleife/Rietschen/Weißwasser

Corona-Regeln in Sachsen: Das gilt seit 8. November

In Sachsen gelten seit dem 8. November neue Corona-Maßnahmen. Diese wurden beschlossen, nachdem die Vorwarnstufe am 05.11.2021 ausgerufen wurde. Kern der aktuell noch gültigen Verordnung ist das 2G-Modell, das flächendeckend in folgenden Bereichen gilt:
  • Innengastronomie
  • Veranstaltungen, darunter auch Fußballspiele
  • Freizeit- und Kultureinrichtungen
  • Clubs und Bars
Ausnahmen gibt es für Kinder, Jugendliche und Menschen, die sich nicht impfen lassen können. Sie brauchen aber einen Test. Zudem wurde eine FFP2-Maskenpflicht im ÖPNV angeordnet. 3G am Arbeitsplatz sowie Homeoffice wurden empfohlen. Ein neues Gesetz der Ampel-Parteien FDP, Grüne und SPD will diese Elemente nun zur Pflicht machen.