Sachsen fährt wegen massenhafter Corona-Infektionen das öffentliche Leben weiter herunter. Wie die Regierung am Dienstag in Dresden mitteilte, wird der bisher geltende Teil-Lockdown ab kommenden Montag verschärft. Schulen, Kitas, Horte und viele Geschäfte sollen geschlossen werden. Geöffnet bleiben sollen nur Lebensmittelgeschäfte und Geschäfte für den Grundbedarf.
Der Anlass für die drastischen Maßnahmen: stetig steigende Corona-Neu-Infektionen und Inzidenzwerte von 500 und mehr wie beispielsweise in Bautzen und Görlitz.
Und wie reagiert Brandenburg? Schließlich werden auch hier tägliche neue Höchstwerte gemeldet. Spitzenreiter ist derzeit Oberspreewald-Lausitz mit 451 Fällen je 100 000 Einwohnern in den vergangenen fünf Tagen.

Zunächst keine Corona-Verschärfung in Brandenburg

Das Kabinett hat auch in Potsdam am Dienstag getagt. Allerdings gab es dort zunächst keine neuen Beschlüsse. „Die aktuelle Eindämmungsverordnung gilt noch bis 21. Dezember. Danach wird es eine weitere geben“, sagt die stellvertretende Regierungssprecherin Eva Jobs auf Nachfrage. Wie diese aussehen wird, sei allerdings noch offen. Eine akute Verschärfung der Regeln wie in Sachsen ist zumindest jetzt noch nicht geplant. Es stehe den einzelnen Landkreisen aber frei, vor Ort weitergehende Maßnahmen zu ergreifen. Spree-Neiße hat dies beispielsweise schon getan. Auch Elbe-Elster hat am Dienstag weitere Beschlüsse gefasst.
Corona in Oberspreewald-Lausitz OSL-Kreis bleibt der Hotspot in Brandenburg

Senftenberg

Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) sieht die aktuelle Lage kritisch, will sich aber zunächst mit den anderen Regierungen der Länder und der Kanzlerin koordinieren. Er geht von einer Konferenz der Ministerpräsidenten zur Frage schärferer Corona-Regeln in den nächsten Tagen aus. „Es wird diese Woche noch eine geben, nach jetzigem Stand“, sagte Woidke am Dienstag dem RBB-Inforadio. Er halte Donnerstag für wahrscheinlich. „Wir können nicht tolerieren, wie sich die Lage in Deutschland entwickelt.“

Woidke warnt: Wir kommen in Brandenburg an die Grenze

Woidke sagte, er verstehe, dass sich Kanzlerin Angela Merkel (CDU) Sorgen mache. „Das sind Sorgen, die wir auch haben.“ Er zeigte sich auch über die Lage in Brandenburg besorgt. „Die Konsequenzen sind in unseren Krankenhäusern ablesbar“, sagte der Regierungschef dem Inforadio. „Wenn das so weitergeht, dann ist absehbar, dass wir in drei bis vier Wochen an die Grenzen kommen insgesamt hier bei uns im Land und das müssen wir auf jeden Fall verhindern.“
Verlängert hat das Brandenburger Kabinett zunächst aber nur die Quarantäneregeln für Einreisende und Rückkehrende aus ausländischen Corona-Risikogebieten. Sie gilt damit bis zum 15. Januar 2021.

Corona: Nonnemacher appelliert an alle Brandenburger

Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne): „Angesichts weiter hoher Infektionszahlen appelliere ich an alle Bürgerinnen und Bürger, auf private Reisen, Tagesausflüge und Verwandtenbesuche besonders in Risikogebieten zu verzichten. Allen Reisenden muss auch klar sein, dass sie aufgrund der angespannten Lage nicht sicher gleich am fünften Tag nach ihrer Rückkehr einen Test-Termin erhalten werden. Testungen von symptomatischen Personen und von Kontaktpersonen im Rahmen der Kontaktnachverfolgung haben Vorrang.“ (mit dpa)