Regionalliga Nordost: Energie Cottbus kann auch anders – neue Taktik bringt Sieg gegen Chemnitz
Die Erleichterung beim FC Energie Cottbus war förmlich greifbar. Die Spieler hüpften nach dem Schlusspfiff ausgelassen auf dem Rasen umher, die Fans feierten lautstark den letztlich verdienten 3:1 (2:0)-Heimsieg gegen den Chemnitzer FC in der Fußball-Regionalliga Nordost. Eine Woche nach der enttäuschenden Niederlage gegen Tabellenführer Berliner AK zeigte sich der FCE deutlich verbessert und bot eine über weite Strecken souveräne Leistung.
„Wir haben uns als Mannschaft belohnt. Ich bin grundsätzlich zufrieden mit den drei Punkten. Wichtig ist, dass der Vorstand in der aktuellen Situation die Ruhe behält“, erklärte Trainer Claus-Dieter Wollitz.
Diskussion um Taktik von Energie Cottbus
Diese Ruhe legte diesmal auch seine Mannschaft an den Tag. Auffällig war dabei: Anders als zuletzt setzten die Gastgeber nicht auf bedingungslose Dominanz, sondern spielten etwas abwartender. Über diese Dominanz war zuletzt viel diskutiert worden. Weil sie zwar offenkundig war, aber mangels Durchschlagskraft nicht zum gewünschten Erfolg führte.
Allerdings diktierten natürlich auch die schnellen Tore am Samstagnachmittag die Taktik in dieser Partie vor 4856 Zuschauern im Stadion der Freundschaft. Energie Cottbus ging praktisch mit dem ersten Angriff durch Arnel Kujovic in Führung. Er traf bereits in der 2. Minute. Kurz danach erhöhte Tobias Hasse auf 2:0 (17.). Cottbus konnte sich deshalb den Luxus leisten, Chemnitz kommen zu lassen. Die Gäste wussten damit allerdings lange Zeit wenig anzufangen. „Es war so gewollt, dass wir das Zentrum zu machen und den Gegner zu langen Bällen zwingen. Wir hatten eine gute Intensität und eine gute Zweikampfführung. Entscheidend war, dass wir die wichtigen Zweikämpfe gewonnen haben“, analysierte Trainer Wollitz.
Deshalb sah es lange Zeit nach einem souveränen Heimsieg aus. Erst nach dem 1:2-Anschlusstreffer durch Niclas Walther in der 78. Minute wurde es noch einmal eng. Kurz vor Schluss rettete Torhüter Elias Bethke mit den Fingerspitzen dann beim Lupfer von Stephan Mensah den Sieg. Mit dem 3:1 sorgte der eingewechselte Niklas Geisler (90.) endgültig für Klarheit.
„Ich glaube, man hat heute einen ganz klaren Plan gesehen, wie wir Fußball spielen wollen. Es war ja nach dem BAK-Spiel auch nicht alles schlecht. Wir sind in dieser Woche ruhig und beharrlich geblieben und haben unseren Plan durchgezogen“, betonte Malcolm Badu. Tobias Eisenhuth meinte: „Mit dem Spiel heute haben wir gezeigt, dass wir Fußball spielen können, aber dass es nicht nur um Fußball geht. Wir können auch intensiv spielen, Zweikämpfe gewinnen. Wir müssen intensive Laufwege haben und uns in jedes Spiel reinbeißen.“
Neben den drei Punkten nimmt Energie Cottbus also die Gewissheit mit, dass Energie Cottbus auch anders kann: eben nicht nur dominant, sondern auch aus einer leichten Konterhaltung. Und vor allem auch aggressiv in den Zweikämpfen. Zumal die Tabellenspitze der Regionalliga Nordost durch die erste Saison-Niederlage des Berliner AK wieder ein Stück näher gerückt ist. Der BAK unterlag bei Chemie Leipzig 1:2.
Allerdings nimmt der FCE auch Verletzungssorgen aus dieser Partie mit. Neben dem weiter verletzten Tim Heike musste auch Abwehrchef Jonas Hildebrand passen. Ali Abu-Alfa und Paul Milde verfolgten das Spiel ebenfalls von der Tribüne aus. Für Dennis Slamar war nach 45 Minuten aufgrund von muskulären Beschwerden vorzeitig Schluss. Wollitz und sein Team gehen also mit einigen Personalsorgen in die Trainingswoche vor dem Landespokal-Spiel am Samstag beim Oberligisten Eintracht Stahnsdorf.
Claus-Dieter Wollitz und die Maiskolben
Claus-Dieter Wollitz richtete den Blick nach dem Sieg gegen Chemnitz allerdings viel weiter voraus. Das Ziel ist und bleibt der Angriff auf die Tabellenspitze. Wollitz wählte dabei eine sprachliche Anleihe aus der Landwirtschaft. „Ich bin ein Landwirt, der jetzt den Mais sät. Und ich hoffe, dass ich am 34. Spieltag die Maiskolben verkaufen kann“, sagte er.
Gefragt ist nun die ordentliche Pflege dieser Saat. Die nächsten Aufgaben bei Carl Zeiss Jena und zu Hause gegen Lok Leipzig sind dabei gleichermaßen schwer wie reizvoll. Auch dann wird es wieder auf eine erfolgreiche Taktik ankommen.
Die Spieltage in der Regionalliga Nordost
- 5. Spieltag: Ein Traumpass und ganz viel Pech mit dem Pfosten
- 4. Spieltag: Pyro und Polizei beim BFC Dynamo, Pleite für Lok Leipzig beim Aufsteiger
- 3. Spieltag: Aufsteiger Erfurt jubelt, Altglienickes Torhüter trifft, Ex-Cottbuser schießen BFC Dynamo in der Krise
- 2. Spieltag: Überraschungs-Transfer, Comeback von El-Jindaoui, Ex-Cottbuser sorgt für historischen Erfolg
- 1. Spieltag: Schock für Luckenwalde, Seitenhieb aus Greifswald
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Energie Cottbus in der Regionalliga Nordost
- 17. September 2002: Energie Cottbus – Chemnitzer FC 3:1 (2:0)
- 11. September 2022: Berliner AK – Energie Cottbus 2:1 (2:0)
- 27. August 2022: Energie Cottbus – ZFC Meuselwitz 4:0 (1:0)
- 21. August 2022: SV Lichtenberg 47 – Energie Cottbus 0:0
- 13. August 2022: Energie Cottbus - FSV Luckenwalde 3:0 (2:0)
- 05. August 2022: VSG Altglienicke - Energie Cottbus 2:0 (1:0)
Die Tabelle der Regionalliga Nordost
Energie Cottbus im Landespokal
24. September 2022: RSV Eintracht Stahnsdorf – Energie Cottbus
02. September 2022: BSC Preußen Blankenfelde-Mahlow - Energie Cottbus 0:3 (0:2)
Energie Cottbus im DFB-Pokal
01. August 2022: Energie Cottbus – Werder Bremen 1:2 (0:1)
Die Testspiele von Energie Cottbus
1. Juli 2022: ESV Lok Falkenberg – Energie Cottbus 0:15
2. Juli 2022: Neuzeller SV – Energie Cottbus 0:20 (0:13)
3. Juli 2022: SG Briesen/Dissen – Energie Cottbus 0:12 (0:4)
8. Juli 2022: Energie Cottbus – Hertha BSC 1:5 (0:1)
9. Juli 2022: Energie Cottbus Lechia Zielona Gora (in Finsterwalde) 8:2 (2:1)
16. Juli 2022: SpVgg Bayreuth – Energie Cottbus 1:1 (1:1)
20. Juli 2022: Budissa Bautzen – Energie Cottbus 1:6 (1:1)
24. Juli 2022: Energie Cottbus – Borussia Hildesheim 2:0 (1:0)




