So viel Beifall gab es schon lange nicht mehr im Stadion der Freundschaft. Der FC Energie Cottbus verlor zwar in der 1. Runde des DFB-Pokals gegen Bundesliga-Aufsteiger SV Werder Bremen mit 1:2 (0:1). Trotzdem wurde die Mannschaft von den Fans gefeiert und durch diesen Fußballabend getragen. Nach einer deutlichen Steigerung der Gastgeber in der zweiten Halbzeit lag in der Schlussphase sogar der Ausgleich und damit eine Sensation in der Luft.
Für Energie Cottbus war es der erste Auftritt im DFB-Pokal seit drei Jahren. 2019 hatte der FCE in der 1. Runde gegen Bayern München (1:3) verloren. Entsprechend groß war die Euphorie in der Lausitz rund um diese Partie – die Sitzplatzkarten schon seit Tagen restlos vergriffen. Am Sonntagabend konnte der FC Energie dann vermelden: ausverkauft!
DFB-Pokal: Energie Cottbus gegen Werder Bremen

Bildergalerie DFB-Pokal: Energie Cottbus gegen Werder Bremen

Leonardo Bittencourt ist zurück im Stadion der Freundschaft

Reichlich 20.000 Zuschauer im Stadion der Freundschaft sorgten für eine tolle Pokalstimmung und Gänsehaut-Atmosphäre schon vor dem Anpfiff. Etwa 2000 Fans unterstützen die Gäste aus Bremen. Der Montagabend war ein Fußball-Festtag für die Lausitz: laut, stimmungsvoll und euphorisch.
Bei Werder Bremen stand natürlich Rückkehrer Leonardo Bittencourt im Blickpunkt. Bittencourt wurde in Cottbus ausgebildet, 2012 wechselte er dann zu Borussia Dortmund. Für den Offensivspieler war es seitdem die erste Partie im Stadion der Freundschaft. „Dieses Pokal-Los wünsche ich mir schon seit Jahren“, hatte Bittencourt im Vorfeld erklärt.
Intensiv: Nicht nur FCE-Kapitän Axel Borgmann war immer wieder im Zweikampf gefordert.
Intensiv: Nicht nur FCE-Kapitän Axel Borgmann war immer wieder im Zweikampf gefordert.
© Foto: Robert Michael/dpa
Seine Familie um Papa und Energie-Legende Franklin Bittencourt sowie viele Freunde saßen ebenso auf der Tribüne wie die Pokalmannschaft von 1997. Sie war damals ins DFB-Pokalfinale gegen den VfB Stuttgart (0:2) eingezogen.

Jonas Hildebrandt ist beim FCE zurück im Abwehrzentrum

Bei Energie kehrte Abwehrchef Jonas Hildebrandt nach überstandener Knieverletzung in die Startelf zurück. Insgesamt fünf der acht Neuzugänge durften gegen Werder Bremen von Beginn an ran. Lediglich Nicolas Wähling fehlte aufgrund einer Rückenverletzung im FCE-Kader.
Die Ausgangsposition: Energie Cottbus als Viertligist war Außenseiter und Herausforderer im Duell mit dem Bundesliga-Aufsteiger. Oder wie es Trainer Claus-Dieter Wollitz formuliert hatte: „Wir müssen nicht – wir wollen aber. Und ich hoffe, wir können auch.“

Werder Bremen beginnt druckvoll, Cottbus hält die Null

Energie Cottbus musste vor allem von der ersten Minute an in der Defensive hellwach sein. Denn der Bundesligist aus Bremen rollte sofort mit einer gewaltigen Intensität auf das FCE-Tor zu und schnürte die Gastgeber immer wieder in der eigenen Hälfte ein. Marvin Ducksch traf in der 11. Minute den Pfosten. In der 22. Minute ging sein Schuss dann über das Tor. Nach einer halben Stunde standen bereits mehrere Top-Torchancen für den Bundesligisten zu Buche.
Bitter für Energie: Ausgerechnet als der Außenseiter die Partie etwas besser in den Griff bekam und sich auch das eine oder andere Mal im gegnerischen Strafraum sehen ließ, fiel das 1:0 für Bremen kurz vor der Pause durch Romano Schmidt, der einen Pass von Marvin Ducksch genau in die Schnittstelle der Innenverteidigung verwertete (43.).
Gästefans: Schon vor Anpfiff sorgten die mitgereisten Anhänger von Werder Bremen für Aufsehen und zündeten Pyrotechnik.
Gästefans: Schon vor Anpfiff sorgten die mitgereisten Anhänger von Werder Bremen für Aufsehen und zündeten Pyrotechnik.
© Foto: Robert Michael/dpa

Energie kommt mit Schwung aus der Kabine

Mit Beginn der zweiten Halbzeit brachte Energie-Trainer Claus-Dieter Wollitz mit Tobias Eisenhuth, Janis Juckel und Maximilian Oesterhelweg gleich drei neue Spieler in die Partie. Und Wollitz änderte auch die taktische Grundordnung. Den ersten sichtbaren Erfolg gab es in der 49. Minute, als Kapitän Axel Borgmann aus der zweiten Reihe abzog und für die erste echte Torchance sorgte.
Insgesamt war Energie jetzt deutlich aktiver und vor allem mutiger beim Angriffsspiel in Richtung Nordwand. Allerdings taten sich die Gastgeber weiterhin schwer, eigene Torchance zu kreieren. Die zarten Hoffnungen der Gastgeber bekamen dann in der 73. Minute durch das 2:0 von Mitchell Weiser einen weiteren Dämpfer. Nach einem ungenauen Pass von Tobias Hasse in der gegnerischen Hälfte ging es ganz schnell und plötzlich lag der Ball zum zweiten Mal in Cottbuser Tor.
Alles vorbei? Nein, denn der gerade eingewechselte Tim Heike entfachte mit seinem Treffer in der 79. Minute erneut die Hoffnung auf eine Pokalsensation. Energie brachte mit enormer Willensstärke den Favoriten nun immer wieder in Bedrängnis. Zum Ausgleich reichte es jedoch nicht mehr. Und trotzdem: Die Fans feierten die Mannschaft mit viel Beifall.

Der Liveticker zum Nachlesen

Energie Cottbus – Werder Bremen 1:2 (0:1)
Aufstellung Energie Cottbus: Sebald – Hasse (76. Heike), Hildebrandt, Slamar (46. Eisenhuth), Borgmann – Kujovic (76. Badu), Hofmann, Geisler (46. Juckel) – Milde, Hottmann, Abu-Alfa (46. Oesterhelweg).
Aufstellung Werder Bremen: Pavlenka – Pieper, Veljkovic, Friedl – Weiser, Groß, Buchanan – Bittencourt (70. Stage), Schmid (90. Rapp) – Füllkrug, Ducksch (90. Burke).
Tore: 0:1 Schmid (43.), 0:2 Weiser (73.), 1:2 Heike (79.)
Schiedsrichter: Siebert (Berlin)
Gelbe Karten: Wollitz (Trainer) / Pieper, Groß
Zuschauer: 22.078 Zuschauer (ausverkauft)

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