Die Corona-Inzidenz in Sachsen ist wieder gestiegen und lag am Mittwoch mit 993,2 nur noch knapp unter der 1000er Marke. Die Gesundheitsämter meldeten 11 017 neue Fälle innerhalb von 24 Stunden, wie das Robert Koch-Institut in Berlin mitteilte. Zudem wurden 34 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung gemeldet. Sachsens Regierung will am Mittwoch (10.00 Uhr) im Landtag erneut einen Bericht zur aktuellen Lage in der Corona-Pandemie abgeben. Seit Sonntag, 06.02.22 ist in Sachsen eine neue Corona-Verordnung in Kraft, mit der auch einige Lockerungen der bisher sehr strengen Corona-Regeln vorgenommen wurden. Mit den neuen Maßnahmen wurde unter anderem die Sperrstunde der Gastronomie aufgehoben. Außerdem gilt in Restaurants, Bars und Co. jetzt wieder 2G. Darüber hinaus darf der Handel jetzt neben Geimpften und Genesenen auch wieder Menschen mit einem tagesaktuellen Test einlassen. Es gilt also die 3G-Regel. Die meisten Lockerungen sind an eine Bedingung geknüpft – nämlich dem Nicht-Erreichen der Überlastungsstufe.
  • Welche Lockerungen gelten jetzt in Sachsen?
  • Was sagt die neue Verordnung des Landes?
  • Welche Regeln gelten für Gastronomie, Handel und Veranstaltungen?

Umfangreiche Lockerungen: Diese Corona-Regeln gelten in Sachsen

Ab dem 06. Februar kommt es in Sachsen zu weitreichenden Lockerungen der Corona-Notfallverordnung. Am Dienstag, 01.02.2022, hat das sächsische Kabinett neue Regeln beschlossen. Diese gelten vorerst bis zum 06. März 2022. Gelockert wird unter anderem in der Gastronomie, im Einzelhandel, bei Versammlungen und Sport- sowie Kulturveranstaltungen. Sachsen nimmt in der Pandemie weitere Lockerungsübungen vor, da die Lage in den Krankenhäusern derzeit entspannt ist, will der Freistaat im bundesweiten Lockerungstrend nicht zurückstehen.
Sachsen lockert Corona-Beschränkungen stärker als ursprünglich geplant. Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) begründete das am Dienstag nach der Kabinettssitzung in Dresden mit der vergleichsweise niedrigen Inzidenz und den Lockerungen in anderen Bundesländern. „Was wir heute machen, ist nichts weiter als ein Gleichziehen.“ Die meisten Lockerungen sind an eine Bedingung geknüpft: Sie gelten nur so lange, wie die Überlastungsstufe bei der Belegung von Krankenhausbetten - 1300 auf Normalstationen und 420 auf Intensivstationen - nicht erreicht ist. Von diesen Zahlen ist Sachsen momentan weit entfernt. Das Gesundheitsministerium meldete am Samstag 454 Covid-Patienten auf Normal- und 135 auf Intensivstationen.

Neue Corona-Verordnung: Die aktuellen Regeln in der Vorwarnstufe

Mit dem Erreichen der Vorwarnstufe gelten Lockerungen der Corona-Regeln. Hier ein Überblick:
  • Im Handel gilt ohne begrenzte Öffnungszeiten wieder die 3G-Regel. Das heißt auch ungeimpfte Personen können in Geschäfte.
  • In der Gastronomie ist eine 2G-Regel im Innenbereich möglich. Bisher galt dort 2G+. Wer geimpft oder genesen ist, muss im Restaurant nun keinen Test oder Booster-Nachweis mehr vorzeigen. Ungeimpfte dürfen dahingegen weiter nicht eintreten.
  • Ein Alkoholverbot im öffentlichen Raum gilt nicht mehr.
  • Messen und Kongresse dürfen bei Unterschreitung der Überlastungsstufe unter 2G+-Bedingungen stattfinden. Wird die Grenze überschritten, gilt zusätzlich eine Kapazitätsbegrenzung (eine Person auf vier Quadratmetern).
  • Bei Hochzeiten und Beerdigungen gelten die 3G-Regel (geimpft, genesen, getestet) sowie eine Kapazitätsgrenze von 50 Personen.
  • Die maximale Obergrenze bei Versammlungen von 1000 Personen entfällt.
  • Sport- und Kulturveranstaltungen können unter 2G+-Regeln stattfinden. Hier gelten jedoch maximale Zuschauer- und Besucherzahlen: Haben Sport- und Kulturstätten eine Kapazität von 2 000 Plätzen, können maximal 1 000 Zuschauer eingelassen werden. Bei größeren Einrichtungen stehen maximal 25 Prozent der Plätze zur Verfügung. Bei Überschreitung der Überlastungsstufe gelten folgende Regeln: Maximal 50 Prozent beziehungsweise 500 Menschen und 25 Prozent beziehungsweise 1 000 Menschen.

Lockerungen unter Vorbehalt: Was bedeutet die „Überlastungsstufe“?

Die aktuellen Corona-Maßnahmen richten sich, wie zuletzt auch, nicht nur nach der 7-Tage-Inzidenz sondern auch nach der Situation in den Krankenhäusern. Dabei spielt es eine Rolle, wie viele Betten auf der Normal- und der Intensivstation von Corona-Patienten belegt werden. In Sachsen richten sich die aktuellen Regeln nach der sogenannten Vorwarnstufe und Überlastungsstufe.
Die Vorwarnstufe gilt in Sachsen, wenn mehr als 650 Betten auf Normalstation oder mehr als 180 Betten auf Intensivstation mit Covid-19-Patienten belegt sind.
Die Überlastungsstufe in Sachsen gilt, wenn die Inzidenz von 1.500 überschritten wurde oder die Bettenbelegung mit Covid-19-Patienten auf den Normalstationen 1.300 übersteigt oder auf den Intensivstationen 420 übersteigt.
Aktuell (02.02.2022) sind in Sachsen 419 Betten auf der Normalstation belegt. 148 sind es auf den Intensivstationen. Damit liegen beide Werte unterhalb der kritischen Grenze der Vorwarnstufe.

Dresden

Neue Corona-Verordnung: Schulen und Kitas bleiben geöffnet

Viele Bereiche des öffentlichen Lebens werden gelockert. Auch Kitas und Schulen dürfen ihren Betrieb so fortführen wie bisher. Das besagt die neue Corona-Verordnung des Landes, die ab dem 06.02.2022 gelten soll. Der Schul- und Kitabetrieb in Sachsen werde deshalb unter den bekannten Hygieneregeln und Schutzmaßnahmen fortgeführt.
Kultusminister Christian Piwarz stellte weitere Lockerungen im Schulbetrieb in Aussicht. „Wenn es das Infektionsgeschehen erlaubt, beabsichtigen wir, Anfang März ein Stück mehr Normalität in die Schulen und Kitas einkehren zu lassen“, sagte er am Dienstag im Anschluss an Beratungen des Sächsischen Kabinetts. Dann soll die coronabedingt eingeführte Aufhebung der Schulpflicht aufgehoben werden und auch Schulfahrten sollen dann wieder möglich sein.