Sachsen lässt ab Sonntag, 6. Februar wieder deutlich mehr Fans in die Fußballstadien. Das sagte Sozialministerin Petra Köpping (SPD) auf einer Pressekonferenz. Demnach gilt für Kultur- und Sportveranstaltungen, dass sie ihre Räumlichkeiten entweder zur Hälfte auslasten können, dann dürfen aber höchstens 2000 Personen kommen. Alternativ ist eine Auslastung von 25 Prozent ohne weitere Beschränkungen möglich.
Für Fußball-Bundesligist RB Leipzig heißt das, dass er im Heimspiel gegen Köln am 11. Februar etwa 12.000 Zuschauer begrüßen darf. Dynamo Dresden darf zu Hause vor 8000 Fans spielen.
Die neuen Regeln gelten vorerst bis zum 6.3. Laut Köpping sind sie auch an die Überlastungsstufe gekoppelt. Sollten mehr als 1300 Corona-Patienten auf normalen Stationen oder mehr als 420 von ihnen auf Intensivstationen in Sachsen behandelt werden, können die Regeln wieder verschärft werden.
Nach der aktuellen Corona-Notfall-Verordnung sind in Stadien maximal 1000 Gäste zugelassen. Fußball-Bundesligist RB Leipzig geht dagegen juristisch vor. Ob der Verein nach der Entscheidung zur neuen Corona-Verordnung an der Klage festhält, ist noch nicht bekannt. Ein Urteil würde laut bild.de erst kommende Woche fallen.

Mehr Zuschauer im Stadion: RB Leipzig ist nur teilweise zufrieden

Fußball-Bundesligist RB Leipzig hat sich nur bedingt zufrieden mit der Entscheidung der sächsischen Regierung für die Zulassung von mehr Zuschauern gezeigt. „Die Erweiterung der Kapazität von 1000 Zuschauer hin zu einer fünfundzwanzigprozentigen Auslastung, ist zwar eine Verbesserung. Dennoch sind wir angesichts der Tatsache, dass wir in Sachsen derzeit bei der entscheidenden Kennziffer, der Auslastung der Krankenhausbetten, sogar unterhalb der sogenannten Vorwarnstufe liegen, nicht zufrieden mit der Entscheidung des Kabinetts“, teilte RB am Dienstagnachmittag mit.
Weder auf den Intensiv- noch auf den normalen Stationen sei derzeit eine kritische Belastung festzustellen, teilte RB mit. Man habe mit der Initiative „TeamSportSachsen“ einen überaus schlüssigen Stufenplan auf Basis sachlicher und vernünftiger Erwägungen ausgearbeitet und eingereicht, der angelehnt an die aktuell pandemische Situation in Sachsen eine fünfzigprozentige Auslastung des Stadions gefahrenfrei möglich mache, ohne Probleme und ohne Risiko.

Auch der 1. FC Köln und Borussia Dortmund gehen gegen die Corona-Verordnung vor

Borussia Dortmund und der 1. FC Köln folgen RB Leipzig auf dem juristischen Weg für mehr Zuschauer in den Stadien. In Sachsen könnte der Antrag des Vizemeisters auf „Erlass einer einstweiligen Anordnung“ allerdings schon am Dienstag hinfällig sein. Die sächsische Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) kündigte am Montag an, dass während der Kabinettssitzung am Dienstag ein Corona-Beschluss für mehr Fans in den Fußball-Stadion beraten werde. Sachsen wolle mit seiner neuen Verordnung mit anderen Bundesländern „mindestens gleichziehen“. Aktuell dürfen in Leipzig nur 1000 Menschen ins Stadion, in Nordrhein-Westfalen sind es sogar nur 750.
In Dortmund dürfen derzeit nur 750 Menschen ins Stadion. Der Verein geht gegen die aktuelle Corona-Verordnung vor.
In Dortmund dürfen derzeit nur 750 Menschen ins Stadion. Der Verein geht gegen die aktuelle Corona-Verordnung vor.
© Foto: David Inderlied/dpa
Deshalb kündigten der BVB und Köln am Montag die gerichtliche Überprüfung der Landesverordnung im Eilverfahren an. Die Dortmunder halten die aktuellen Beschränkungen für „rechtswidrig“. Diese „verstoßen nach Überzeugung des Fußballclubs gegen den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit und das Gleichbehandlungsgebot“, heißt es in der BVB-Mitteilung. Der Club rechnet vor, dass das „größte deutsche Freiluftstadion“ gegenwärtig nur zu 0,92 Prozent ausgelastet werden darf. Der Antrag „auf Erlass einer einstweiligen Anordnung im Normenkontrollverfahren“ soll am Dienstag eingereicht werden.
Köln wollte noch an diesem Montag beim Oberverwaltungsgericht Münster tätig werden. „Wir gehen davon aus, dass wir so die Obergrenze von 750 Zuschauern für Großveranstaltungen in Nordrhein-Westfalen kurzfristig verändern können“, sagte Geschäftsführer Alexander Wehrle. „Wir sind uns auch unserer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst, aber das heißt in diesem Fall, aufmerksam zu machen, wenn Maßnahmen nicht mehr nachvollziehbar und ohne Effekt erscheinen und gleichzeitig die Überlebensfähigkeit vieler Veranstalter in Kultur und Sport gefährden.“