Evakuierung in Dresden heute: Weltkriegsbombe entschärft - Sperrkreis wird aufgehoben

Die Weltkriegsbombe in Dresden ist entschärft. Sprengmeister Thomas Zowalla von der Kampfmittelbeseitigung (KMBD) hockt nach der Entschärfung der 250 Kilogramm schweren Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg mit dem Rest des Zünders neben der Bombe. Damit ist der Sperrkreis im Stadtzentrum aufgehoben. Wegen der Bombenentschärfung fand die bisher größte Evakuierung Dresdens statt.
xcitepress/florian varga- Dresden prüft mögliche Weltkriegsbomben an der ehemaligen Carolabrücke.
- Grabungen starteten am Dienstag, 10. März 2026, am Neustädter Elbufer.
- Kleiner Sperrkreis (150 m), Elberadweg gesperrt, Schiffe dürfen nicht fahren.
- Evakuierung Dienstagabend oder Mittwoch möglich; bis zu 18.000 Anwohner betroffen.
- Vier Bombenfunde im Vorjahr; im August wurden 17.000 Menschen evakuiert.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Die Weltkriegsbombe in Dresden ist entschärft. Damit ist der Sperrkreis im Stadtzentrum aufgehoben und die 18.000 Anwohner, die ihre Wohnungen verlassen mussten, können wieder dorthin zurückkehren. Das teilt die Polizei am Mittwochnachmittag (11. März 2026) mit.
Da der Zünder der 250 Kilogramm schweren britischen Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg beschädigt war, setzte der Sprengmeister ein Spezialgerät - ein Wasserschneidgerät - ein. Um 15.10 Uhr habe der Sprengmeister dann grünes Licht gegeben, sagte Polizeisprecher Marko Laske. Nach und nach würden jetzt alle Sperrungen aufgehoben, hieß es.
Der Blindgänger war bei einer Kampfmittelsondierung am Neustädter Elbufer im Bereich der eingestürzten Carolabrücke gefunden worden, die zur Vorbereitung für den Neubau einer Brücke dient. Um die Fundstelle richtete die Polizei einen Sperrkreis mit einem Radius von 1000 Metern ein.
Nach dem Bombenfund musste ein Großteil der Dresdner Innenstadt am Mittwochmorgen (11. März 2026) evakuiert werden. Etwa 18.000 Menschen hatten bis spätestens 9 Uhr den Sperrkreis zu verlassen. Am Vortrag waren auf dem früheren Brückengelände zwei verdächtige Gegenstände untersucht worden, die im Boden versteckt lagen. Einer davon entpuppte sich als die 250 Kilogramm schwere britische Fliegerbombe mit Zünder. Die zweite Fundstelle stellte sich als ungefährliches Schrottteil heraus.
Die Untersuchungen der Weltkriegsbombenfunde an der ehemaligen Dresdner Carolabrücke hatten am Dienstag (10. März 2026) begonnen. Mit Baggern wurden die beiden Fundstellen am Neustädter Elbufer geöffnet. Der Kampfmittelräumdienst begleitete die Arbeiten, wie Feuerwehrsprecher Michael Klahre sagte. Dafür wurde ein kleiner Sperrkreis im Radius von 150 Metern eingerichtet. Anwohner waren nicht betroffen, jedoch wurde der Elberadweg während der Arbeiten gesperrt. Auch Schiffe konnten nicht passieren.
Entschärfung der Weltkriegsbombe in Dresden
Der Einsatz zur Entschärfung einer Weltkriegsbombe an der früheren Carolabrücke in Dresden hatte am Mittwochmorgen begonnen. Die Polizei wies noch einmal darauf hin, dass alle Anwohner im Sperrkreis von einem Kilometer ihre Wohnungen verlassen müssen. Die Notunterkunft in der Dresdner Messe steht ab 7 Uhr zur Verfügung.

Ein Polizeiwagen fährt während einer Evakuierung der Dresdener Innenstadt durch die Straßen, um Bürger zu informieren. Der Einsatz zur Entschärfung einer Weltkriegsbombe an der früheren Carolabrücke in Dresden hat begonnen.
Robert Michael/dpaBusse im Evakuierungsgebiet - Bombe in Dresden
Die Dresdner Verkehrsbetriebe stellten zusätzliche Transportmöglichkeiten bereit. Busse zur Notunterkunft fuhren folgende Haltestellen im Evakuierungsgebiet an:
- Sachsenplatz
- Striesener Straße/Gerichtsstraße
- Pirnaischer Platz/Wilsdruffer Straße am Landhaus
Straßenbahnen verkehrten über diese Route:
- Albertplatz
- Carolaplatz
- Neustädter Markt
- Theaterplatz
Infos zur Bombenentschärfung über Social Media
Die Stadt Dresden informierte über den Stand der Maßnahmen auf ihrer Website. Auch auf den Social-Media-Kanälen der Landeshauptstadt, der Feuerwehr Dresden und der Polizei Sachsen konnten Informationen bezogen werden. Gleiches galt für Warn-Apps, die an das Modulare Warnsystem des Bundes angeschlossen seien, hieß es.
Bisher größte Evakuierung in Dresden nach Bombenfund
Dresden hat Routine mit Bombensprengungen. Die Elbestadt war am 13. Februar 1945 und in den Tagen danach bei Angriffen englischer und US-amerikanischer Bomber schwer zerstört worden. Nach Recherchen einer Historikerkommission kamen bis zu 25.000 Menschen ums Leben. Bis heute werden bei Bauarbeiten immer wieder Blindgänger der Luftangriffe gefunden.
„Wir sind froh darüber, dass wir diese Evakuierung morgen (11.03.) geordnet und mit einem für die Menschen relativ überschaubaren Aufwand über die Bühne ziehen können“, sagte Feuerwehrsprecher Michael Klahre am Dienstag. „Wir haben uns alle nicht gewünscht, heute Abend hier am großen Strick ziehen zu müssen.“ Seitens der Feuerwehr begann am Dienstag die Vorbereitung, etwa mit der Einrichtung der Notunterkunft. Er hoffe, dass sich auch die Betroffenen gut vorbereitet hätten und den Bereich rechtzeitig verlassen.
Große Teile der Innenstadt von Dresden liegen im Sperrkreis
Der Sperrkreis umfasste große Teile des Dresdner Stadtzentrums: die Altstadt mit Residenzschloss, Semperoper und Frauenkirche sowie die Innere Neustadt südlich des Albertplatzes. Auch der Landtag, mehrere Ministerien, Alten- und Pflegeheime, Kindertagesstätten und weitere soziale Einrichtungen lagen in dem Gebiet. Die Dresdner Polizeidirektion kam vorübergehend beim Landeskriminalamt unter.

Mitarbeiter der Kampfmittelbeseitigung stehen auf der Baustelle an der abgerissenen Carolabrücke am Ufer der Elbe in Dresden. Dort wurden zwei verdächtige Gegenstände untersucht - in einem Fall handelte es sich um Kampfmittel.
Robert Michael/dpaAuch die Dresdner Verkehrsbetriebe stellte die Evakuierung vor Herausforderungen, da sechs Straßenbahnlinien die Marienbrücke passieren mussten. Für den Autoverkehr war dort ebenfalls die einzige Möglichkeit, die Elbe im Zentrum zu überqueren, weil zwei der Brücken im Innenstadtbereich - die Augustus- und die Albertbrücke - von der Evakuierung betroffen waren.
Die Evakuierung führte am Mittwoch (11. März 2026) ab etwa 8.15 Uhr zu erheblichen Umleitungen von Straßenbahnen und Bussen. Welche Straßenbahnlinien und Buslinien in Dresden betroffen waren, darüber informierten die Dresdner Verkehrsbetriebe auf ihrer Website.
Funde bei Kampfmittelsondierung für Neubau der Carolabrücke
Die mutmaßlichen Blindgänger waren im Februar 2026 gefunden worden. Ab Oktober 2025 hatten Experten eine Kampfmittelsondierung in dem Bereich durchgeführt, auf dem die eingestürzte Carolabrücke neu gebaut werden soll.
Auf der Altstädter Seite der Elbe waren die Arbeiten bereits Ende 2026 ohne Bombenfunde abgeschlossen worden. Auf der Neustädter Seite wurden seit Mitte Februar 2026 31 sogenannte „Störstellen“ überprüft, von denen sich 29 als ungefährlich herausstellten. Am Dienstagnachmittag (10. März 2026) wurden die beiden verbleibenden Verdachtsfälle untersucht.
Bei den Abrissarbeiten an der Carolabrücke gab es im Jahr 2025 bereits vier Bombenfunde. Im August waren 17.000 Betroffene für eine Entschärfung evakuiert worden.

