2. Weltkrieg in Cottbus: 1000 Tonnen Bomben richten Inferno an, so gedenkt die Stadt

Cottbus nach dem 2. Weltkrieg: die Lutherkirche im Jahre 1946 ist zur Hälfte zerstört.Tausende Menschen wurden beim Bombenangriff am 15. Februar 1945 überrascht – viele fanden keinen Schutz.
Heinrich Lucia/Städtische SammlungenDie Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Rund 1000 Tonnen Bomben haben die alliierten Streitkräfte bei einem Großangriff noch kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs auf die Stadt Cottbus abgeworfen. Zerstört wurde bei dem Angriff der amerikanischen Bomber vor allem die Südstadt mit Bahnhof, Klinikum und auch enorm vielen Wohnhäusern. Was an dem Tag geschah und wie die Stadt am 15. Februar 2026 an das Inferno erinnert.
Bereits seit dem Herbst des Jahres 1940 hatte es in Cottbus immer wieder Fliegeralarm gegeben. Erstes Ziel war zunächst der Flugplatz mit den Focke-Wulf-Werken. Das Inferno am 15. Februar 1945 beginnt gegen 11.45 Uhr.
Vier Bomberwellen mit je 200 Flugzeugen fliegen über die Stadt, Spreng- und Brandbomben fallen vor allem auf die Bahnanlagen, fast alle Industriebetriebe in der Stadt an der Spree werden zerstört, Explosionen und Feuerbrünste sind die Folge, von denen auch Häuser in der Innenstadt betroffen sind.
2. Weltkrieg in Cottbus: Verwundete sind dem Inferno hilflos ausgeliefert
„Gegen 12.08 Uhr erschüttert eine besonders schwere Detonation das gesamte Gebiet der Stadt“, schreibt der Cottbuser Heimathistoriker Helmut Donner. Ein Munitionszug sei getroffen worden. Verwundete in einem Lazarettzug und Flüchtlinge in anderen Zügen auf dem Bahnhofsgelände seien dem Inferno hilflos ausgeliefert gewesen.
Nach Angaben von Historikern sterben bei der Bombenattacke im Februar 1945 um die 700 Cottbuser Einwohner. Die Gesamtzahl der Opfer mit Flüchtlingen und Soldaten wird demnach auf rund 3000 geschätzt. Am 22. April 1945 dringt dann die Rote Armee von Süden und aus Richtung Ströbitz in die Stadt ein, trifft aber nur noch auf geringen Widerstand der deutschen Soldaten. In Cottbus endet auf diese Weise der von Deutschland ausgegangene Zweite Weltkrieg, der Tod, Leid und Zerstörung für so viele Millionen Menschen in Europa gebracht hat.
„Aus der Geschichte erwächst unsere Pflicht“ – das ist das Motto, unter dem der Gedenktag am 15. Februar 2026 steht. Eine Kundgebung ist am Sonntag ab 15 Uhr auf dem Altmarkt in Cottbus geplant. Im Anschluss daran findet eine Podiumsdiskussion ab 16.30 Uhr im Stadtmuseum unter dem Titel „Zerstörung, Flucht & Integration – Prüfsteine unserer Zeit“ statt.
Zu den Gesprächspartnern gehört dann auch Diana Gonzales Oliv. Die gebürtige Mexikanerin ist Brandenburgs Integrationsbeauftragte. Auch Dr. Stefanie Kaygusuz vom Fachbereich Bildung und Integration der Stadtverwaltung Cottbus sowie Robert Büschel vom Stadtmuseum diskutieren mit.
Gedenk-Konzert zum 2. Weltkrieg in der Aula der Waldorfschule in Cottbus
Das Open Symphonic Orchestra, die Singakademie Cottbus und der Kammerchor der BTU werden am 18. Februar 2026 ein Konzert zum Gedenken an die Zerstörung von Cottbus im Zweiten Weltkrieg geben, wie Christian Möbius, Kapellmeister und Chordirektor am Staatstheater Cottbus, informiert.
Unter seiner Leitung erklingt Karl Jenkins' „The Armed Man: A Mass for Peace“ (dt. „Der bewaffnete Mann: Eine Friedensmesse“) ab 19.30 Uhr in der Aula der freien Waldorfschule in Cottbus. Die Friedensmesse reflektiere das Eintreten in den Krieg, die Schlacht und die verheerenden Folgen der Katastrophe. Restkarten für das Konzert sollen an der Abendkasse ausgegeben werden.

