Carolabrücke in Dresden: Aktuelles zum Brückenabriss – neue Erkenntnisse zur Ursache

Durch Abrissarbeiten ist ein weiterer Teil der Carolabrücke in Dresden eingebrochen.
SPM Gruppe/dpa- Teile der Carolabrücke in Dresden sind eingestürzt; Ursache vermutlich Korrosion.
- Abrissarbeiten laufen, Bundeswehr unterstützt; Verkehr wird über Albertbrücke umgeleitet.
- Hochwassergefahr durch starken Regen in Tschechien; Maßnahmen zum Schutz der Arbeiter.
- Schiffsverkehr teilweise eingestellt; weitere Absperrungen und Umleitungen in der Stadt.
- Webcamvideo dokumentiert Einsturz; keine Hinweise auf Straftat.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Die Carolabrücke - eine der Verkehrsadern in Dresden - ist in der Nacht zum Mittwoch (11.09.) teilweise in die Elbe gestürzt. Seit Donnerstagabend (12.09.) wird der Rest des betroffenen Brückenzugs C, auf dem unter anderem die Straßenbahngleise verlaufen, kontrolliert gesprengt. In der Nacht sind daraufhin weitere Teile des Brückenzugs eingestürzt.
Wir berichten im Liveblog über die aktuellen Ereignisse rund um die Carolabrücke. Weiter unten finden Sie zudem alle wichtigen Informationen zu Sperrungen, Umleitungen durch Dresden und über die Elbe sowie die Bilder und das Video vom Brückeneinsturz.
Einsturz der Carolabrücke in Dresden: Was jetzt wichtig ist
Übersicht:
● Aktuelle Bilder der eingestürzten Brücke
● Umleitungen, Sperrungen und Informationen zum Schiffsverkehr
● Aktuelle Wetterlage und Stand der Abrissarbeiten
● Neue Erkenntnisse zum Einsturz der Carolabrücke
● Ein Video zeigt den Einsturz der Brücke
So kommt man derzeit mit dem Auto durch Dresden:
Von der Dresdner Altstadt aus: Es besteht derzeit eine offizielle Umleitung vor der Carolabrücke über die Pillnitzer Straße, Güntzstraße, weiter zum Sachsenplatz und von dort über die Albertbrücke.
Von der Neustadt kommend: Wer von der Neustadt in die Altstadt fahren muss, nimmt die Umleitung über die Wigardstraße zur Albertbrücke. Für das gesperrte Terrassenufer erfolgt eine Umleitung wie bei Hochwasserereignissen über die Wilsdruffer Straße.
Aufgrund des Einsturzes sind die Carolabrücke, das Terrassenufer und der Elberadweg auf beiden Seiten der Elbe bis auf weiteres gesperrt worden. Der Verkehr wird über die Albertbrücke umgeleitet.
Informationen zum Schiffsverkehr:
Wegen des erwarteten Hochwassers an der Elbe hat die Personenfähre zwischen den Dresdner Stadtteilen Johannstadt und Neustadt vorsorglich den Betrieb eingestellt. Das Schiff könne ab einem Pegelstand von 3,40 Metern nicht mehr übersetzen, teilten die Dresdner Verkehrsbetriebe mit. Zudem muss der Anleger mittels Kran eingeholt werden, um Schäden zu verhindern. Daher sei schon reagiert worden.
Wie mit den anderen Fähren verfahren werde, werde je nach Gefährdung und Wetterlage entschieden. Die Fähre in Laubegast könne noch bei deutlich höheren Pegelständen nach Niederpoyritz übersetzen, hieß es. Die Autofähre in Pillnitz stelle ab einem Wasserstand von 4,50 Metern den Betrieb ein, die Personenfähre könne aber auch dann noch weiterfahren, hieß es. (Stand:13.09.2024; 17:05 Uhr)
Aktuelle Wetterlage und Stand der Abrissarbeiten
Nach heftigem Regen in Tschechien wird am Wochenende in Sachsen ein starker Anstieg des Wasserstands der Elbe erwartet. Voraussichtlich am Samstagabend werde am Pegel Schöna die Alarmstufe 1 erreicht, für Dresden wird damit am frühen Sonntagmorgen gerechnet, wie das Landeshochwasserzentrum in einer Warnmeldung informierte. Riesa wird nach aktuellem Stand im Laufe des Sonntags betroffen sein, Torgau am Montag.
„Die Wasserstände werden weiter sehr schnell bis in den Bereich der Alarmstufe 3 ansteigen“, so die Experten. Die höchsten Wasserstände an den sächsischen Elbepegeln werden derzeit ab Mittwoch und Donnerstag kommender Woche erwartet.
Ursache für das Anschwellen der Elbe sind den Angaben nach heftige Regenfälle im Einzugsgebiet von Elbe und Moldau in Tschechien. Nachdem es schon in den vergangenen 24 Stunden dort ergiebig geregnet habe, würden bis Montag weitere Niederschläge von 100 bis 250 Litern pro Quadratmeter erwartet.
Die gesamte Brückenzug C soll bis Sonntag entfernt werden, da der Pegel nach aktuellen Schätzungen am Sonntag 4 Meter erreichen wird. Bei diesem Pegelstand würden die Maßnahmen zum Schutz der Arbeiter eingestellt, erklärt die Leiterin des Straßen- und Tiefbauamtes, Simone Prüfer, im Livestream auf dem Instagram-Kanal der Stadt Dresden.
Sechs Bagger sind demnach im Einsatz, auch die Bundeswehr leistet Unterstützung. Das Landeskommando Sachsen sei angefordert worden, sagte Feuerwehrsprecher Michael Klahre. Zum Einsatz kämen zwei spezielle Bergefahrzeuge vom Typ „Büffel“. Sie seien zunächst vor allem vor Ort für den Fall, dass die zivile Räum- und Bergetechnik ausfalle.
Die Wasserschutzpolizei wird die in der Elbe verbleibenden Teile der Brücke mit Bojen ausstatten, um sie im Hochwasserfall zu verorten. Aus dem Abbruchmaterial entnehmen Fachleute des Straßen- und Tiefbauamtes Proben zur weiteren Prüfung. Später sollen auch von dem noch stehenden benachbarten Brückenteil B Proben entnommen werden.
Statiker prüfen den Angaben nach gerade, was mit den schräg hängenden Teilen der Brücke auf der Neustädter Seite passiert. Bei steigendem Wasserstand der Elbe wäre es besser, diese würden flach im Wasser liegen. Die noch stehenden Teile am anderen Ufer auf der Altstädter Seite bleiben zunächst stehen, soweit sie nicht selbst fallen.
Das bedeuten die Elbe-Hochwasseralarmstufen
Alarmstufe 1: Ab Pegelstand: 4 Meter--> Beginnende Ausuferung der Gewässer
Maßnahmen der Behörden: Die Wetterlage, die Wettervorhersagen und die Hochwassersituation im Flussgebiet werden laufend beobachtet, analysiert und die Entwicklungstendenzen bewertet. Überprüfung der Informations- und Meldewege sowie der technischen Einsatzbereitschaft.
Alarmstufe 2: Ab Pegelstand: 5 Meter--> Beginnende Überflutung
Maßnahmen der Behörden: Zusätzlich zu Phase 1, werden Evakuierungsmaßnahmen und die aktive Hochwasserbekämpfung vorbereitet und Abflusshindernisse werden entsprechend der Zuständigkeiten beseitigt. Einsatzbereitschaft der zuständigen Einsatzkräfte wird hergestellt.
Alarmstufe 3: Ab Pegelstand: 6 Meter--> Überschwemmung bebauter Bereiche und Infrastruktur
Maßnahmen der Behörden: Aktive Hochwasserbekämpfung: Zusätzlich zu den Maßnahmen der Alarmstufen 1 und 2: An gefährdeten Stellen werden vorsorglich Sicherungsmaßnahmen getroffen durch zuständigen Wachdienst auf den Deichen, z.B. Sandsackbarrieren errichtet. Außerdem werden Einsatzstäbe eingerichtet. An bekannten Gefahrenstellen wird Hochwasserschutzmaterial bereitgestellt. Dazu gehören Sand und Sandsäcke.
Alarmstufe 4: Ab Pegelstand 7 Meter-->
Maßnahmen der Behörden: Gefahren für das Leben, die Gesundheit und die Versorgung der Bevölkerung werden nun aktiv und prioritär bekämpft.
Neue Erkenntnisse zum Einsturz der Carolabrücke
Inzwischen gibt es weitere Erkenntnisse zur möglichen Ursache. Wie die Leiterin des Straßen- und Tiefbauamtes, Simone Prüfer, bereits gestern mitteilte, könnte Korrosion die Ursache für den Einsturz gewesen sein. Diese Vermutung wird nun durch einen weiteren Befund bestätigt.
An der Einsturzstelle auf der Neustädter Seite, direkt über dem zweiten Pfeiler, wurde festgestellt, dass die Stahllitzen, die sich als Stützkonstruktion im Beton der Brücke befinden, schon zum Teil korrodiert waren, sagte die Leiterin des Straßen- und Tiefbauamtes, Simone Prüfer.
Bereits gestern hatte Prüfer mitgeteilt, dass die Spannglieder des Brückenzuges C versagt hätten und an einem Gelenk ein frischer Riss entdeckt worden sei. Der Zustand der Brückenzüge A und B werde derzeit untersucht, man wisse aber bereits, dass auch der Brückenzug B eine Verformung von 8 bis 15 Zentimetern aufweise. Das Geländer sei voneinander weg gedriftet.
Ein Webcamvideo zeigt den Einsturz der Carolabrücke in der Nacht:
Liveblog der Ereignisse am 13. September
+++ 16:00 Uhr: Ende des Livetickers
Damit beenden wir für heute unsere Live-Berichterstattung.
+++ 15:55 Uhr: Schiffahrtsweg auf Elbe in Richtung Tschechien blockiert
Der Einsturz der Carolabrücke blockiert teilweise die Binnenschifffahrt auf der Elbe in Sachsen und Tschechien. Nach Angaben des Hafenbetreibers SBO steckt ein Schwertransport im tschechischen Decin fest.
+++ 15:09 Uhr: Hochwasserzentrum warnt vor Anstieg der Elbe in Sachsen
Nach heftigem Regen in Tschechien wird am Wochenende in Sachsen ein starker Anstieg des Wasserstands der Elbe erwartet. Voraussichtlich am Samstagabend werde am Pegel Schöna die Alarmstufe 1 erreicht, für Dresden wird damit am frühen Sonntagmorgen gerechnet, wie das Landeshochwasserzentrum in einer Warnmeldung informierte. Riesa wird nach aktuellem Stand im Laufe des Sonntags betroffen sein, Torgau am Montag.
„Die Wasserstände werden weiter sehr schnell bis in den Bereich der Alarmstufe 3 ansteigen“, so die Experten. Die höchsten Wasserstände an den sächsischen Elbepegeln werden derzeit ab Mittwoch und Donnerstag kommender Woche erwartet.
Ursache für das Anschwellen der Elbe sind den Angaben nach heftige Regenfälle im Einzugsgebiet von Elbe und Moldau in Tschechien. Nachdem es schon in den vergangenen 24 Stunden dort ergiebig geregnet habe, würden bis Montag weitere Niederschläge von 100 bis 250 Litern pro Quadratmeter erwartet.
+++ 14:20 Uhr: Weitere Erkenntnisse zur möglichen Ursache
Inzwischen gibt es weitere Erkenntnisse zur möglichen Ursache. Wie die Leiterin des Straßen- und Tiefbauamtes, Simone Prüfer, bereits gestern mitteilte, könnte Korrosion die Ursache für den Einsturz gewesen sein. Diese Vermutung wird nun durch einen weiteren Befund bestätigt.
An der Einsturzstelle auf der Neustädter Seite, direkt über dem zweiten Pfeiler, wurde festgestellt, dass die Stahllitzen, die sich als Stützkonstruktion im Beton der Brücke befinden, schon zum Teil korrodiert waren, sagte die Leiterin des Straßen- und Tiefbauamtes, Simone Prüfer. Bereits gestern hatte Prüfer mitgeteilt, dass die Spannglieder des Brückenzuges C versagt hätten und an einem Gelenk ein frischer Riss entdeckt worden sei.
Der Zustand der Brückenzüge A und B werde derzeit untersucht, man wisse aber bereits, dass auch der Brückenzug B eine Verformung von 8 bis 15 Zentimetern aufweise. Das Geländer sei voneinander weg gedriftet.
+++ 14:10 Uhr: Bundeswehr unterstützt Arbeiten
Bei den Abriss- und Räumarbeiten nach dem Einsturz der Carolabrücke in Dresden ist auch die Bundeswehr beteiligt. Das Landeskommando Sachsen sei angefordert worden, sagte Feuerwehrsprecher Michael Klahre. Zum Einsatz kämen zwei spezielle Bergefahrzeuge vom Typ „Büffel“. Sie seien zunächst vor allem vor Ort für den Fall, dass die zivile Räum- und Bergetechnik ausfalle.
+++ 13:54 Uhr: Statiker prüfen den schräg hängenden Teilen der Brücke
Statiker prüfen den Angaben nach gerade, was mit den schräg hängenden Teilen der Brücke auf der Neustädter Seite passiert. Bei steigendem Wasserstand der Elbe wäre es besser, diese würden flach im Wasser liegen. Die noch stehenden Teile am anderen Ufer auf der Altstädter Seite bleiben zunächst stehen, soweit sie nicht selbst fallen.
+++ 13:43 Uhr: Teile der Brücke werden mit Bojen ausgestattet
Die Wasserschutzpolizei wird die in der Elbe verbleibenden Teile der Brücke mit Bojen ausstatten, um sie im Hochwasserfall zu verorten. Aus dem Abbruchmaterial entnehmen Fachleute des Straßen- und Tiefbauamtes Proben zur weiteren Prüfung. Später sollen auch von dem noch stehenden benachbarten Brückenteil B Proben entnommen werden.
+++ 13:41 Uhr: Abrissarbeiten laufen weiterhin planmäßig
Die Abrissarbeiten an der teilweise eingestürzten Dresdner Carolabrücke verlaufen planmäßig. Gestern Abend gegen 22.45 Uhr waren alle Trennarbeiten der unter Spannung stehenden Teile, einschließlich der Straßenbahngleise und der Fernwärmeversorgungsleitungen abgeschlossen.
Anschließend begannen die Abbrucharbeiten, die die ganze Nacht andauerten. Gegen 02:50 Uhr stürzte das erste Brückenelement des Brückenzuges C auf der Neustädter Seite ein. Wenige Minuten später stürzte geplant das zweite Brückenelement des C-Brückenzuges ein.
Die Teile werden weiterhin zerlegt und sollen Stück für Stück abtransportiert werden, wie die Landeshauptstadt mitteilte. Sechs Bagger sind demnach im Einsatz und die Bundeswehr unterstützt die Maßnahmen. Panzer der Bundeswehr sollen die Brückenteile bergen.
+++ 13:30 Uhr: Abbruch der Maßnahmen bei einem Wasserstand von 4 m
Die gesamte Brückenzug C soll bis Sonntag entfernt werden, da der Pegel nach aktuellen Schätzungen am Sonntag 4 Meter erreichen wird. Bei diesem Pegelstand würden die Maßnahmen zum Schutz der Arbeiter eingestellt, erklärt die Leiterin des Straßen- und Tiefbauamtes, Simone Prüfer, im Livestram auf dem Instagram-Kanal der Stadt Dresden. Sechs Bagger sind demnach im Einsatz.
+++ 13:11 Uhr: Immer wieder Schaulustige auf dem Elberadweg
Auf dem Radweg befinden sich noch Personen, die den Einsatz behindern. Der Bereich ist komplett gesperrt. Die gesamte Brücke C soll bis Sonntag entfernt werden, denn die Zeit drängt. „Uns läuft hier die Zeit davon. Wir kämpfen hier wirklich gegen die Zeit“, sagte der Sprecher der Dresdner Feuerwehr, Michael Klahre, zu den Abbrucharbeiten vor dem Hintergrund des drohenden Hochwassers.
+++ 12:21 Uhr: Hochwasserstufe 4 in Dresden möglich
Aktuelle Pegel sind reine Schätzungen. Der Wasserstand der Elbe in Dresden wird kontinuierlich und automatisiert durch die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes an der Augustusbrücke erfasst. Für die Beurteilung der Gefahrensituation auf dem Gebiet der Landeshauptstadt Dresden ist die Wasserstandsentwicklung am Hochwassermeldepegel Schöna sowie an den Pegeln im tschechischen Einzugsgebiet der Elbe wichtig.
+++ 12:21 Uhr: Gleich Livestream: Straßen- und Tiefbauamtsleiterin Simone Prüfer informiert
Heute um 13 Uhr im Livestream auf Instagram informiert Straßen- und Tiefbauamtsleiterin Simone Prüfer über die aktuelle bauliche Situation an der Carolabrücke und das weitere Vorgehen.
+++ 09:46 Uhr: Bundespolitiker sichern Rückendeckung für den späteren Aufbau zu
Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck und Bundesumweltministerin Steffi Lemke haben ihre Unterstützung für den Wiederaufbau der Dresdner Carolabrücke zugesagt. Der Einsturz sei ein Schock und ein Alarmsignal, sagten die beiden Grünen-Politiker der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. „Wir sind heilfroh, dass bei dem Brückeneinsturz niemand zu Schaden gekommen ist.“
Für einen schnellen Neubau habe die Bundesregierung schon viele Möglichkeiten gesetzgeberisch geschaffen, so Habeck und Lemke. „Ersatzneubauten sollten und können sehr schnell genehmigt werden. Und wenn es noch irgendwo hakt, dann sehen wir zu, dass man das gelöst bekommt.“
Das gelte nicht nur für die Brücke in Dresden, sondern für alle 4.000 Brücken, die repariert und ersetzt werden müssten.
+++ 09:21 Uhr: Lagebericht der Feuerwehr
+++ 09:01 Uhr: DWD warnt vor Dauerregen in Teilen Sachsens
Gebietsweise Dauerregen erwartet die Menschen in Teilen Sachsens zum Start in das Wochenende. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt vor ergiebigem Dauerregen, wie er mitteilte. Dabei treten meist Niederschlagsmengen zwischen 30 und 50 Liter pro Quadratmeter auf, zum Teil kann es auch 70 Liter pro Quadratmeter geben.
Die Warnung gilt von Freitag um 9.00 Uhr bis voraussichtlich Samstag gegen 12.00 Uhr. Davon betroffen sind vor allem das Osterzgebirge und die Oberlausitz. Es bestehe Gefahr für Leib und Leben durch Überflutungen von Straßen, Unterführungen und gewässernahen Gebäuden sowie mögliche Erdrutsche. Die Höchstwerte liegen zwischen 10 und 14 Grad.
In der Nacht tritt vor allem östlich der Elbe und im Osterzgebirge weiter kräftiger Regen auf. Im Bergland kommt es zu stürmischen Böen, auf dem Fichtelberg sind Orkanböen möglich. Die Tiefstwerte liegen zwischen 5 und 10 Grad.
+++ 08:31 Uhr: Falschmeldungen im Umlauf
Die Stadt Dresden teilt mit, dass derzeit keine weiteren Sprengungen geplant sind. Darüber hinaus werden die Brückenteile, welche in der Elbe liegen, noch nicht beräumt. Der Fokus liegt auf den Abrissarbeiten auf der Neustädter Seite, heißt es am Freitagmorgen.
+++ 08:12 Uhr: Abrissarbeiten planmäßig
Die Abrissarbeiten kommen planmäßig voran. Die Trümmer werden zerkleinert und so schnell wie möglich abtransportiert.

Weitere Teile der Carolabrücke sind durch die Abrissarbeiten eingestürzt und werden nun abgetragen. Im Hintergrund ist die Staatskanzlei zu sehen.
Robert Michael/dpa+++ 06:41 Uhr: Zeit drängt
Die Zeit für die Einsatzkräfte drängt: Ab Sonntag wird ein Hochwasser in der Elbe vorhergesagt, was die Gefahr laut Dresdner Feuerwehr noch einmal erheblich verschärfen würde.
Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) bezeichnete in der gestrigen Stadtratssitzung die Hochwassersituation rund um die eingestürzte Carolabrücke als derzeit kritischsten Punkt. Das Landeshochwasserzentrum hatte gestern Nachmittag Hochwasserwarnungen für die Lausitzer Neiße, die Spree und dem Elbestrom herausgegeben.
Von der Brücke und den Brückenteilen in der Elbe geht eine erhebliche Gefahr aus, da sie ein Hindernis für den Abfluss des Wassers darstellen. Alle Auswirkungen, die von den Brückenteilen ausgehen, werden bei den Vorbereitungen für den Hochwasserschutz berücksichtigt und die Schutzmaßnahmen entsprechend angepasst, so Dr. Michael Katzsch auf der Stadtratssitzung.
+++ 06:04 Uhr: Rückbau des eingestürzten Brückenteils
Gegen 22.45 Uhr waren alle Trennarbeiten abgeschlossen. Danach begannen die Abbrucharbeiten, die die ganze Nacht andauerten. Gegen 02:50 Uhr stürzte das erste Brückenelement des Brückenzuges C auf der Neustädter Seite ein.
Wenige Minuten später stürzte ganz nach Plan das zweite Brückenelement des C-Brückenzuges ein, das sich bereits zuvor immer weiter durchgebogen hatte. Die Abbrucharbeiten am C-Brückenzug schreiten damit planmäßig voran. Die Trümmer werden mit Spezialmaschinen zerkleinert und abtransportiert, sagte Feuerwehrsprecher Michael Klahre am Morgen.
Wie lange der Abtransport der Überreste der Brücke dauern wird, konnte Klahre nicht sagen. Die Einsatzkräfte müssen sich beeilen. Ab Sonntag wird ein Hochwasser an der Elbe vorhergesagt. Bisher führte der Fluss eher wenig Wasser, doch wegen heftiger Regenfälle im benachbarten Tschechien werden nun größere Wassermassen erwartet.

Mit Baggern werden weitere Teile der eingestürzten Carolabrücke in Dresden abgerissen.
Robert Michael/dpaLiveblog der Ereignisse am 12. September
+++ 18:05 Uhr: Ende des Livetickers
Damit beenden wir für heute unsere Live-Berichterstattung.
+++ 17:23 Uhr: Neue Erkenntnisse zur Unglücksursache
Inzwischen gibt es neue Erkenntnisse zur möglichen Unglücksursache. Wie die Leiterin des Straßen- und Tiefbauamtes, Simone Prüfer, am späten Nachmittag mitteilte, haben die Spannglieder des Brückenzuges C versagt. Laut Prüfer könnte Korrosion eine Ursache sein. Außerdem sei in einem Gelenk ein frischer Riss entdeckt worden. Es wird untersucht, was zuerst da war.
+++ 17:03 Uhr: Hochwassersituation derzeit kritischster Punkt
Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) bezeichnete in der aktuellen Stadtratssitzung die Hochwassersituation rund um die eingestürzte Carolabrücke als derzeit kritischsten Punkt. Das Landeshochwasserzentrum hat heute Nachmittag Hochwasserwarnungen für die Lausitzer Neiße, die Spree und dem Elbestrom herausgegeben. Von der Brücke und den Brückenteilen in der Elbe geht eine erhebliche Gefahr aus, da sie ein Hindernis für den Abfluss des Wassers darstellen.
Alle Auswirkungen, die von den Brückenteilen ausgehen, werden bei den Vorbereitungen für den Hochwasserschutz berücksichtigt und die Schutzmaßnahmen entsprechend angepasst, so Dr. Michael Katzsch auf der Stadtratssitzung.
+++ 16:38 Uhr: Teilabriss der Carolabrücke heute Abend geplant - Sorge vor Hochwasser
An der eingestürzten Carolabrücke in Dresden laufen die Vorbereitungen für einen Teilabriss. Wie die Leiterin des Straßen- und Tiefbauamtes, Simone Prüfer, am späten Nachmittag mitteilte, werden die Arbeiten heute Abend mit Unterstützung der Bundeswehr, des THW und aller Einsatzkräfte vor Ort beginnen. Die Brückenteile sollen zertrümmert abtransportiert werden.
+++ 16:35 Uhr: Wiedereröffnung der Augustusbrücke?
Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) sagte in der aktuellen Stadtratssitzung, dass über eine Wiedereröffnung der Augustusbrücke nachgedacht werde, um die Verkehrssituation in der Innenstadt zu entlasten. Dies erfordere aber eine „Gesamtbetrachtung“.
+++ 16:26 Uhr: Stab für außergewöhnliche Ereignisse einberufen
Der Oberbürgermeister hat den Stab für außergewöhnliche Ereignisse hochgefahren. Hier stimmen sich alle Ämter, Behörden und Einrichtungen ab, die an der Bewältigung der aktuellen Lage zusammenarbeiten.
+++ 15:32 Uhr: Brückenteilreste noch in Bewegung
Zum kontrollierten Abriss von Teil C sind keine konkreten Aussagen möglich, sagte Klahre. Es stehe noch nicht fest, „welche Möglichkeiten wir haben. Dass die in der Flussmitte liegenden Trümmerteile vor dem Hochwasser geborgen werden, ist unwahrscheinlich.
Da alle Stränge der Brücke miteinander verbunden sind, „fand eine Kraftübertragung statt“, das habe auch Auswirkungen auf die noch stehenden Brückenbereiche. Wie standsicher diese sind, wird noch geprüft. Bei den Resten von Teil C „wird definitiv was passieren, es bewegt sich weiter, minimal, aber es bewegt sich weiter“, sagte er. „Entweder wir greifen ein oder es stürzt irgendwann selbst ein.“
+++ 15:15 Uhr: Arbeiten nach Brückeneinsturz - Elbe-Hochwasser droht
Der beschädigte Teil der Carolabrücke in Dresden soll komplett abgerissen werden. Derzeit laufen vorbereitende Maßnahmen für einen kontrollierten Abriss, wie Feuerwehrsprecher Michael Klahre sagte. Die in der Elbe liegenden Trümmerteile sind ebenfalls ein Problem - auch weil Hochwasser droht.
Denn aufziehende Unwetter könnten die Arbeiten jedoch nach Feuerwehreinschätzung erschweren: Ab Sonntag droht wegen erwarteter heftiger Regenfälle in Tschechien in der Elbe Hochwasser. Das Landeshochwasserzentrum hat Hochwasserwarnungen für die Lausitzer Neiße und die Spree herausgeben.
Was genau das für den Einsatz an der Einsturzstelle sowie die Bergung der Trümmerteile bedeutet, ist noch unklar. Zum heutigen Stadtrat-Termin um 16:00 Uhr, informiert die Stadtverwaltung zum weiteren Vorgehen.
Der tschechische Wetterdienst CHMU warnte vor einer extremen Gefahr von Starkregen, Hochwasser und Überschwemmungen in den nächsten Tagen. An zahlreichen Staudämmen im Land wurde bereits Wasser abgelassen, um Kapazitäten zu schaffen.
Tschechien will Durchfluss in der Elbe nicht reduzieren
Laut Landeshochwasserzentrum Sachsen sollen in Tschechien und Südpolen bis zum Montag 200 Liter Niederschlag pro Quadratmeter binnen 72 Stunden fallen. Tschechien hatte bereits angekündigt, den Durchfluss in der Elbe nicht reduzieren zu wollen.
„Ich bin sicher, dass auch die sächsischen Kollegen verstehen, dass eine Brücke, die tatsächlich eingestürzt ist, jetzt keine Priorität haben kann vor dem Schutz des Eigentums und Lebens nicht nur der tschechischen, sondern gerade auch der deutschen Bürger“, sagte der Tschechische Landwirtschaftsminister Marek Vyborny am Mittwoch.
+++ 15:03 Uhr: Carolabrücke: Flugverbot für Drohnen
Ab sofort gilt für das gesamte Einsatzgebiet und die Carolabrücke ein Überflugverbot für Drohnen. Nur autorisierte Partner wie die Drohnenstaffel und das Amt für Geodaten und Kataster dürfen die Brücke mit Drohnen überfliegen. Das Verbot dient der Vermeidung von Kollisionen und der Erhöhung der Sicherheit vor Ort, heißt es im Whatsapp-Kanal der Stadt Dresden.
+++ 14:53 Uhr: Brückenzug C akut einstürzgefährdet – keine Stabilisierung möglich
Es werden technische Lösungen geprüft, um den Brückenzug C kontrolliert abzureißen.
+++ 14:40 Uhr: Stadtverwaltung informiert über weiteres Vorgehen
Zum heutigen Stadtrat-Termin um 16:00 Uhr, informiert die Stadtverwaltung zum weiteren Vorgehen an der Carolabrücke und den Hochwasservorbereitungen. Oberbürgermeister Dirk Hilbert, Straßen-und Tiefbauamtsleiterin Simone Prüfer, Brand- und Katastrophenschutzamtsleiter Dr. Michael Katzsch und Umweltsamtleiter Rene´Herold werden teilnehmen--> www.dresden.de/livestream
Zu Fuß oder mit Rad ist die Albertbrücke auch eine Option. Alternativ kann man in dem Fall aber auch die Augustusbrücke nutzen. Radfahrende auf dem Elberadweg müssen einen Umweg einplanen, beispielsweise durch die Altstadt.
Ein Webcamvideo zeigt den Einsturz in der Nacht:
Das Video zeigt. wie Teile der Brücke plötzlich nach unten sacken.
Die Bilder der eingestürzten Brücke
Hält das Wetter? Aktuelles zur drohenden Hochwasserlage
Der eingestürzte Teil der Carolabrücke liegt in der Elbe und versperrt die Durchfahrt - nun richten sich bange Blicke auf die Wettervorhersage. Denn die Frage ist, ob ein steigender Flusspegel die Bergungsarbeiten weiter erschweren könnte.
Zwar soll es in Sachsen von Freitag bis Montag Regen geben - in welchen Mengen ist allerdings unklar. Die Vorhersagen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) für Dresden schwanken zwischen 20 und 70 Litern pro Quadratmeter.
Anders sieht es dabei im tschechischen Raum, über dem Drei-Länder-Eck Deutschland-Polen-Tschechien und Österreich aus.
Ab Sonntag werden heftige Regenfälle in Tschechien zu einem Hochwasser in der Elbe führen. Dies bringt eine zusätzliche Gefahr für das schwer beschädigte Bauwerk. Weil es auch in Polen heftig regnen soll, wird zudem an Neiße und Spree Hochwasser erwartet.
Laut Landeshochwasserzentrum sollen in Tschechien und Südpolen mit dem Iser- und dem Riesengebirge bis zum Montag 200 Liter Niederschlag pro Quadratmeter binnen 72 Stunden fallen. In den oberen Berglagen seien sogar 350 Liter möglich. Auch in Ostsachen ist mit Dauerregen zu rechnen.
Tschechien bereitet sich auf Extremregen und Hochwasser vor. Der tschechische Wetterdienst CHMU warnte bereits vor einer extremen Gefahr von Starkregen, Hochwasser und Überschwemmungen in den nächsten Tagen.
Betroffen sei vor allem der östliche Teil des Landes. „Die Situation, die wir in den nächsten vier, möglicherweise fünf Tagen erwarten, ist leider sehr ähnlich zu der Lage bei den großen Hochwassern der Jahre 1997 und 2002“, warnte der tschechische Umweltminister Petr Hladik. Damals war es zum Oderhochwasser (1997) und zum Elbehochwasser (2002) gekommen.
An zahlreichen Staudämmen wurde Wasser abgelassen, um Kapazitäten zu schaffen. Am Wasserkraftwerk Vrane an der Moldau südlich von Prag etwa wurde der Abfluss von zuletzt 40 auf 120 Kubikmeter pro Sekunde erhöht. Das hat Einfluss auf die Elbe, die sich bei Melnik mit der Moldau vereint.
Am Pegel in Usti nad Labem (Aussig an der Elbe) stiegen die Wasserstände an. Auch an der March (Morava), der Thaya (Dyje) und der Oder im Osten des Landes wurde versucht, Platz in den Stauanlagen zu schaffen.
Die weitere Entwicklung der Lage werde intensiv beobachtet, teilte das sächsische Landesumweltamt mit. Das Landeshochwasserzentrum werde heute Nachmittag Hochwasserwarnungen für die Lausitzer Neiße, die Spree und die Elbe herausgeben.
Schiffe fahren ab Freitag wieder durch Dresdens Zentrum
Zwei Tage nach dem Teileinsturz der Dresdner Carolabrücke legen die Schiffe der Weiße Flotte wieder regelmäßig im Zentrum der sächsischen Landeshauptstadt ab. Ab morgen dem 13. September 2024 gilt ein neuer Fahrplan, der an die Situation auf der Elbe angepasst ist.
Danach fahren die Schiffe regelmäßig vom Dresdner Terrassenufer flussabwärts in Richtung Meißen. Ebenso regelmäßig starten die Schiffe am Terrassenufer zu Fahrten stromaufwärts, allerdings nicht am gewohnten Standort, sondern an Anlegestellen nahe der Dresdner Albertbrücke.
Brückenteil soll kontrolliert abgerissen werden
Der eingestürzte Brückenzug C der Carolabrücke ist nach Einschätzung der Feuerwehr nicht zu halten. Es laufen Vorbereitungen für den kontrollierten Abriss. Die Ergebnisse der Prüfung hätten dazu dieser Entscheidung geführt, sagte Feuerwehrsprecher Michael Klahre. „Es ist eine Frage der Zeit, ob diese Brücke weiter noch einstürzt.“ Entsprechende Maßnahmen werden derzeit laut Klahre vorbereitet.
In der vergangenen Nacht sei auf der Seite der Dresdner Neustadt ein Unterbau fertiggestellt worden, der die Brücke am Übergang aufs Festland stützten solle, sagte ein Sprecher der Feuerwehr am Donnerstagmorgen auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Die Messwerte des gestern installierten Tachymeters werden aktuell ausgewertet.
Auf der Seite der Altstadt solle ein solcher Unterbau im Laufe des Donnerstags errichtet werden. Der Unterbau auf der Altstadt-Seite sei wichtig, damit Autos und Busse, die bislang noch unter der Brücke stehen, entfernt werden könnten, sagte der Feuerwehr-Sprecher. Neben der Feuerwehr waren am Morgen auch das Technische Hilfswerk und die Polizei an der Unfallstelle.
Neue Erkenntnisse zum Einsturz der Carolabrücke
Die Carolabrücke in Dresden ist in der Nacht zum Mittwoch um 2.59 Uhr eingestürzt. Diese Zeit zeigt eine Webcam des Verkehrsverbundes VVO an, die den Einsturz aufgezeichnet hat. Die Zeit der Kamera sei korrekt eingestellt gewesen, sagte VVO-Sprecher Christian Schlemper.
Nur knapp zehn Minuten zuvor, gegen 2:50 Uhr, fuhr die letzte Straßenbahn über die Elbebrücke. Auch die Polizei geht davon aus, dass sich der Einsturz ziemlich genau gegen drei Uhr ereignete. Die Feuerwehr war um 3.08 Uhr alarmiert worden.
Die Dresdner Verkehrsbetriebe hatten am Vortag davon gesprochen, dass ihre letzte Bahn 18 Minuten vor dem Unglück die Brücke passiert habe. Tatsächlich war der Zeitraum zwischen Einsturz und letzter Bahn noch knapper.
Polizei: Weiterhin kein Straftatverdacht bei Brückeneinsturz
Die Polizei stuft den Einsturz der Carolabrücke in Dresden weiterhin als Unglück ein. Es gebe bislang keinen Verdacht auf eine Straftat, sagte ein Polizeisprecher. Die Ermittler hätten die Brücke noch nicht betreten können. Am Unglücksort sei nach wie vor Gefahrenabwehr das oberste Gebot.
Beamte hätten zwar damit begonnen, Anwohnerinnen und Anwohner zu befragen, ob sie an der Brücke verdächtige Personen beobachtet haben. Daraus habe sich bislang aber keinerlei Anhaltspunkt für eine Straftat ergeben, sagte der Sprecher.
Übersicht der Ereignisse am 11. September nach dem Einsturz der Carolabrücke
+++ 17:30 Uhr: Ende des Livetickers
Damit beenden wir für heute unsere Live-Berichterstattung.
+++ 17:18 Uhr: Feuerwehrsprecher Michael Klahre über weitere Schritte
Feuerwehrsprecher Michael Klahre sagte auf einer Pressekonferenz am Nachmittag, dass der Einsatz in der Nacht etwas zurückgefahren werde. Trotzdem blieben Einsatzkräfte vor Ort. Am Donnerstag werde anhand der Messwerte über das weitere Vorgehen entschieden.
Welche Teile der Brücke gefährdet sind, sei noch unklar. „Wir müssen sehr langsam vorgehen, weil an dem Bauwerk Lebensgefahr für die Einsatzkräfte besteht. Gemeinsam mit dem THW wird die Brücke jetzt abgestützt, dann werden wir sehen, was die Messdaten ergeben“, so Klahre.
Die Einsatzsicherung des THW ist vor Ort und registriert mit einem Tachymeter kleinste Bewegungen der noch stehenden Brückenteile. So können die Einsatzkräfte gewarnt werden, falls weitere Teile der Brücke abrutschen.
„Die Brückenlager sind akut gefährdet und werden jetzt mit großen Holzplatten gesichert, um Teile der Brücke wieder begehbar zu machen“, so der THW-Zugführer.
+++ 16:59 Uhr: DVB: Carolaplatz für Bahnen wieder frei
Linien 3 und 7 werden über Prager Straße, Postplatz und Augustusbrücke zum Carolaplatz umgeleitet.
Linie 8 verkehrt wieder planmäßig.
Die letzte Bahn fuhr heute um 2.50 Uhr als Linie 7 in Richtung Weixdorf über die Brücke. Der Fahrer ist wie wir alle geschockt, wird aber heute wieder seinen planmäßigen Nachtdienst aufnehmen.
+++ 16:45 Uhr: Feuerwehrsprecher zum Brückeneinsturz in Dresden
„Zum gegenwärtigen Zeitpunkt können wir Ihnen nicht konkret sagen, welche Maßnahme jetzt als Nächstes getroffen wird. Wir müssen hier sehr langsam vorgehen, weil wir einerseits eine Fürsorgepflicht gegenüber unseren Einsatzkräften haben. Denn jeder Mann, jede Frau, der sich in die Nähe der Brücke begibt, der sich unter der Brücke aufhält oder obendrauf, begibt sich in Lebensgefahr. Das Bauwerk ist nach wie vor vom Einsturz bedroht.“ (Sprecher der Dresdner Feuerwehr, Michael Klahre, zum Einsturz der Carolabrücke).
+++ 16:37 Uhr: Tiefbauamt: Noch keine Erklärung für Brückeneinsturz
Die teilweise eingestürzte Carolabrücke in Dresden ist nach Angaben des Straßen- und Tiefbauamtes in der Vergangenheit regelmäßig kontrolliert und untersucht worden. Zweimal jährlich habe es Besichtigungen gegeben, die letzte große Prüfung sei vor etwa drei Jahren erfolgt, sagte die Amtsleiterin Simone Prüfer.
Der Einsturz in der Nacht sei für alle Beteiligten überraschend gekommen. „Wir können im Moment noch keine Erklärung für das Versagen des Bauwerkes geben“, sagte Prüfer. Der eingestürzte Brückenteil sei zur Sanierung vorgesehen gewesen. Dazu sei eine Ausschreibung gelaufen.
+++ 16:06 Uhr: Wiederherstellung Fernwärmeversorgung läuft
Die linkselbischen Stadtteile Dresdens werden nach Angaben der SachsenEnergie wieder mit Fernwärme aus den Kraftwerken versorgt. Die Versorgung der rechtselbischen Stadtteile erfolgt über den Fernwärmedüker. Die rechtselbischen Stadtteile werden nun abschnittsweise wieder versorgt.
Das Unternehmen geht derzeit davon aus, dass im Laufe des Tages alle Haushalte wieder versorgt werden können. Es ist jedoch nicht auszuschließen, dass die Maßnahmen zur Wiederversorgung noch bis morgen früh andauern.
+++ 15:57 Uhr: Keine Einschränkungen für Krankenhäuser
Die Fernwärmeversorgung an den Standorten Friedrichstadt und Löbtau des Städtischen Klinikums Dresden funktioniert wieder, teilt die Stadt Dresden mit. An der Anbindung des Standortes Neustadt/Trachau an das Fernwärmenetz wird mit Hochdruck gearbeitet.
Der Klinikbetrieb läuft an allen Standorten, auch in Neustadt/Trachau, ohne Einschränkungen für die medizinische Versorgung der Patienten. Dies gilt auch für die chirurgische Versorgung. Entgegen ersten Meldungen vom Vormittag konnten alle geplanten Operationen durchgeführt werden.
+++ 15:50 Uhr: Pressekonferenz zum aktuellen Stand
Ab 16 Uhr startet auf Instagram die Live-Übertragung einer Pressekonferenz. Vertreter der Landeshauptstadt Dresden, der Feuerwehr Dresden und der SachsenEnergie informieren über das aktuelle Geschehen.
+++ 15:40 Uhr: Deutschlands Brücken sicher?
Die Frage, wie oft und nach welchen Maßstäben eigentlich Deutschlands Brücken überprüft werden, wird nach den heutugen Ereignissen sicher vielen Menschen im Kopf herumschwirren. Sind Deutschlands Brücken sicher?
Jede Brücke muss alle sechs Jahre eine Hauptuntersuchung nach DIN 1076 durchlaufen. Diese erfolgt in der Regel bei laufendem Verkehr und umfasst die Überprüfung aller Bauteile, meldet die dpa. Drei Jahre danach erfolgt jeweils eine einfache Prüfung. Die Ergebnisse werden dokumentiert.
Im jüngsten Zustandsbericht des Bundes erhielten knapp 2.300 der rund 40.000 Brücken des Bundes die Bestnoten 1,0 bis 1,4. Lediglich etwa 200 Bauten wurden mit ungenügenden Noten zwischen 3,5 und 4,0 bewertet. Damit befindet sich der Großteil der Bundesbrücken in einem „guten“ oder „befriedigenden“ Zustand.
Der Bereichsleiter Technik und Gesellschaft beim Verein Deutscher Ingenieure, Dieter Westerkamp, hält den bisherigen Prüf-Zyklus für ausreichend. „Angesichts der niedrigen Zahl an Vorkommnissen bei rund 130.000 Brücken in Deutschland scheint sich dieser Rhythmus zu bewähren“, sagte er.

Mitarbeiter vom THW (Technisches Hilfswerk) führen Sicherungsarbeiten an der eingestürzten Carolabrücke in Dresden durch.
Robert Michael/dpaAbwärtstrend bei der Traglast, besonders im Westen
Eine weitere wichtige Kennzahl für Brücken ist der sogenannte Traglastindex. Dieser beschreibt die strukturelle Leistungsfähigkeit einer Brücke, also inwiefern sie den verkehrlichen Belastungen standhalten kann. Hier gibt es ein Stufensystem zwischen I und V. Diese letzte Stufe deutet darauf hin, dass das Bauwerk langfristig ersetzt werden muss. Es fällt auf, dass insbesondere im Westen zahlreiche Bauwerke ihre Lebenszeit überschritten haben. Generell beobachten Fachleute beim Traglastindex einen Abwärtstrend in Deutschland.
Der Bund hat bereits im Jahr 2022 ein Maßnahmenpaket beschlossen, welches die schnellere Brückenmodernisierung zum Ziel hat. Von rund 28.000 Autobahnbrücken müssten langfristig 8.000 modernisiert werden. 4.000 Bauwerke sollen bis 2032 instand gesetzt werden, die zweite Hälfte bis 2042.
Hinzu kommen rund 3.000 modernisierungsbedürftige Brücken im Bundesstraßennetz, die in der Zuständigkeit der Länder liegen. Der Bundesrechnungshof hat im Januar Zweifel angemeldet, ob der Sanierungszeitplan des Bundes zu halten ist.
Auch in den Kommunen gibt es Sanierungsbedarf
Bei den rund 67.000 Brücken in kommunaler Verantwortung gibt es ebenfalls Sanierungsbedarf. Auf Basis einer Befragung der Kommunen geht das Deutsche Institut für Urbanistik in einem Bericht aus dem vergangenen Jahr davon aus, dass jede zweite Straßenbrücke in keinem guten Zustand ist. Damit wäre ihr Zustand sogar schlechter als bei den Bundesbauten. Eine zentrale Erfassung der Brückenzustände gibt es auf Landes- oder kommunaler Ebene allerdings nicht.
Auch bei der Deutschen Bahn läuft ein Sanierungsprogramm für Brücken. Insgesamt gehören zur Infrastruktur des bundeseigenen Konzerns rund 25.700 solcher Bauten. Fast die Hälfte davon ist mehr als 100 Jahre alt. Bis 2029 will die Bahn insgesamt 2.000 Brücken vollständig oder teilweise erneuert haben. Zwischen 2019 und 2029 steht dem Konzern nach derzeitigem Stand ein Budget von rund neun Milliarden Euro zur Verfügung.
+++ 15:11 Uhr: Stadt kündigt Probesignal an
Die Einsatzsicherung des THW ist vor Ort und registriert mit einem Tachymeter kleinste Bewegungen der Carolabrücke. Sobald das System installiert ist, wird es ein Probesignal geben. Es handele sich dabei dann nicht um eine akute Situation, warnt die Stadt Dresden auf ihrem Whatsapp-Kanal.
+++ 15:03 Uhr: Feierabendverkehr naht – so kommt man heute durch Dresden und über die Elbe
Aufgrund des Einsturzes sind die Carolabrücke, das Terrassenufer und der Elberadweg auf beiden Seiten der Elbe bis auf weiteres gesperrt worden. Die Stadt Dresden informiert, dass der Kfz-Verkehr über die Albertbrücke umgeleitet wird. Eine Freigabe der Augustusbrücke, die nur durch den ÖPNV befahren werden darf, sei nicht vorgesehen.
So kommt man mit dem Auto durch Dresden:
Von der Dresdner Altstadt kommend besteht eine offizielle Umleitung vor der Carolabrücke über die Pillnitzer Straße, Güntzstraße, weiter zum Sachsenplatz und von dort über die Albertbrücke.
Wer von der Neustadt in die Altstadt fahren muss, nimmt die Umleitung über die Wigardstraße zur Albertbrücke.
Für das gesperrte Terrassenufer erfolgt eine Umleitung wie bei Hochwasserereignissen über die Wilsdruffer Straße.
Mit dem Rad oder zu Fuß über die Elbe:
Wer die Elbe zu Fuß oder mit Rad überqueren möchte, muss ebenfalls auf die Albertbrücke ausweichen. Alternativ kann man in dem Fall aber auch die Augustusbrücke nutzen. Radfahrende auf dem Elberadweg müssen auch dort einen Umweg einplanen, beispielsweise durch die Altstadt.
+++ 14:35 Uhr: Schaulustige trotz Lebensgefahr im Umfeld der Carolabrücke
Es haben sich zahlreiche Schaulustige in der Nähe der Brücke versammelt, obwohl die Feuerwehr vor akuter Lebensgefahr im Umfeld der Brücke warnt. Hunderte Menschen stehen auf der gesamten Länge der Brühlschen Terrasse, die etwas erhöht über dem Elbufer auf der Seite der Altstadt liegt. Viele haben ihre Mobiltelefone zum Fotografieren und Filmen gezückt.
Am gegenüberliegenden Ufer stehen einige Menschen an der Absperrung, die die Polizei in einiger Entfernung beiderseits des Unglücksortes errichtet hat. Die Feuerwehr hatte immer wieder dazu aufgerufen, die Einsturzstelle zu meiden. Es sei nicht ausgeschlossen, dass weitere Teile einstürzen, hieß es.
+++ 14:14 Uhr: Dresdner Oberbürgermeister äußert sich
Der Dresdner Oberbürgermeister Dirk Hilbert hat sich erleichtert darüber gezeigt, dass beim Einsturz eines Teils der Carolabrücke niemand verletzt wurde. „Wir können nur dankbar sein, dass niemand bei diesem schrecklichen Ereignis zu Schaden gekommen ist“, erklärte der FDP-Politiker.
Mit Blick auf die Trümmerteile in der Elbe und ein mögliches Hochwasser in den nächsten Tagen sagte Hilbert, dass die Sicherungsarbeiten am Unglücksort jetzt oberste Priorität hätten. Es müsse sichergestellt werden, dass für Menschen und Bauwerke keine Gefahren entstünden. Parallel dazu laufe die Ursachensuche und es müsse überlegt werden, wie es mit der Carolabrücke weitergehe.
+++ 13:42 Uhr: Lageupdate der Feuerwehr Dresden
In den sozialen Medien hat die Feuerwehr Dresden ein Lageupdate geteilt. Demnach werden aktuell mit Hilfe des Technischen Hilfswerks Markierungen an der Carolabrücke befestigt. Diese sollen ein Monitoring ermöglichen um festzustellen, inwieweit sich die Brücke derzeit bewegt. Die Feuerwehr bittet erneut Fahrzeugführende, die ihren PKW unter der Brücke abgestellt haben, sich zu melden. Das sind die Rufnummern: 0162-2392613 oder 0351-4832400.
+++13:33 Uhr: Brückenexperte zum Teileinsturz der Carolabrücke: „Desaster“
Der Brückenbauexperte Steffen Marx hat den Einsturz eines Teils der Dresdner Carolabrücke als Desaster bezeichnet. „Es ist insbesondere auch deswegen ein Desaster, weil es niemand vorhergesagt hat“, sagte Marx, der Professor am Institut für Massivbau an der TU Dresden ist, vor Ort. „Das Bauwerk muss man heute unter komplett einsturzgefährdet verbuchen.“
Als eine der ersten großen Spannbetonbrücken in der DDR habe die Carolabrücke alle Defizite, die ein solches Bauwerk aus der Frühzeit der Spannbetonbrücken habe. „Ein besonders tragisches Defizit ist, dass die Brücke keinen Redundanzen hat, das heißt: Wenn irgendwas ist, folgt der Einsturz“, erläuterte Marx. Eine Anfangsvermutung sei, dass Korrosion einen wesentlichen Beitrag zum Einsturz geleistet habe.
Es werde noch eine ganze Weile dauern, bis man unter der Brücke sicher queren könne. Die Arbeiten würden sich aktuell darauf fokussieren, einen verkehrssicheren Zustand herzustellen. „Das heißt, wir werden diesen verbliebenen Rest der Brücke, der deutlich sichtbar schwere Schäden davongetragen hat, versuchen zu sichern, indem wir Behelfsstützen unterstellen werden.»
Dann wolle man schnellstmöglich versuchen, den verbliebenen Rest aus der Stromöffnung heraus zu bekommen, um vor allem mit Blick auf ein möglicherweise drohendes Hochwasser den Abflussquerschnitt für die Elbe wiederherzustellen „und nicht mit dieser Katastrophe die nächste Katastrophe verursachen“.
+++13:14 Uhr: Bislang keine Hochwasserwarnung für Sachsen
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) erwartet für Sachsen selbst zwar keine Unwetterlage, allerdings werde es wahrscheinlich in Zentral-Tschechien, im Isar- und Riesengebirge sowie in großen Teilen Österreichs extrem viel regnen. Diese werde Auswirkungen auf die Flüsse in Sachsen haben.
Ein DWD-Meteorologe in Leipzig sagte, dass sich von Freitag bis Sonntag östlich der Elbe und vor allem im Dreiländereck Deutschland-Polen-Tschechien durchaus Dauerregen abzeichne. Der Niederschlag werden sich auf 40 bis 50 Liter pro Quadratmeter summieren. Sehr viel mehr Regen werde jedoch in Tschechien und großen Teilen Österreichs mit 150 bis 200 Litern pro Quadratmeter erwartet.
Das werde sich auf den Oberlauf der Elbe sowie andere Flüsse in Sachsen auswirken. Dort seien ab Sonntag oder Montag steigende Wasserstände zu erwarten. Für genaue Hochwasservorhersagen ist in Sachsen das Landeshochwasserzentrum zuständig. Bislang gibt es für den Freistaat keine Wetter- oder Hochwasserwarnungen. Die Feuerwehr in Dresden sieht sich auf ein mögliches Hochwasser der Elbe vorbereitet.
+++12:44 Uhr: Video zeigt, wie die Carolabrücke einstürzt
Ein Video des Fraunhofer-Institutes zeigt den Moment, indem die Carolabrücke zusammenfällt.
+++12:35 Uhr: Reaktionen und Stimmen zum Einsturz der Carolabrücke
Den Teileinsturz der Carolabrücke in Dresden ist nach Ansicht der Ingenieurkammer Sachsen ein schwerer Schlag für die städtische Verkehrs- und Versorgungsinfrastruktur. „Der Einsturz des westlichen Teils der Carolabrücke hat uns Ingenieurinnen und Ingenieure sehr schockiert. Gleichwohl sind wir erleichtert, dass nach aktuellem Kenntnisstand keine Verletzten oder Toten zu beklagen sind“, sagte der Präsident der Kammer, Hans-Jörg Temann, laut einer Mitteilung. Zunächst komme es darauf an, die unmittelbaren Gefahren zu bannen.
Zur Ursache des Einsturzes gelte es, die entsprechenden Untersuchungen abzuwarten. „Erst auf deren Grundlage können die nötigen Lehren gezogen werden, um derartige Katastrophen künftig zu verhindern“, betonte Temann. Die Ingenieurkammer Sachsen werde die zuständigen Behörden nach Kräften bei den anstehenden Aufgaben zur Seite stehen.
Sachsens Landtagspräsident Matthias Rößler (CDU) hat den Einsturz eines Teils der Dresdner Carolabrücke als unerklärlich bezeichnet. „Ich hab' das nicht geglaubt heute früh, als man mir das gesagt hat“, sagte er (CDU) bei einem Besuch vor Ort. Rößler ließ sich dort am Vormittag von den Einsatzkräften über den aktuellen Stand informieren. Es sein ein großes Glück gewesen, dass es keine Personenschäden gegeben habe, sagte er. Er könne die Einsatzkräfte nur loben. Als Ingenieur sei ihm unerklärlich, wie der Einsturz trotz lückenloser Kontrollen habe passieren können. „Ich kann mich noch erinnern, als Schüler, als die Brücke eingeweiht worden ist“, erzählte Rößler.

Viele Menschen kamen am Vormittag in die Alstadt, um sich aus sicherer Entfernung die eingestürzte Carolabrücke in Dresden anzuschauen. Die Polizei bittet allerdings darum, das Gebiet zu meiden und weiträumig zu umfahren, um die Einsatzkräfte vor Ort nicht zu behindern.
Robert Michael/dpaSachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) ist erleichtert, dass beim Einsturz der Dresdner Carolabrücke keine Menschen zu Schaden kamen. „Es ist glimpflich abgegangen“, sagte er bei einer Veranstaltung in der Landeshauptstadt. Es sei nicht auszudenken, wenn es am Tag passiert, Straßenbahn und Autos auf der Brücke gewesen wären. Er habe „richtig Gänsehaut“ bei „dieser schrecklichen“ Vorstellung.
Die Katastrophe müsse nun ausgewertet und geklärt werden, was die Ursache war. Da vertraue er auf die Stadt. „Und dann überlegen wir gemeinsam, wie die Brücke schnell wieder aufgebaut werden kann.“ Die Pfeiler stünden ja noch, „es ist kein Hexenwerk, eine neue Brücke drüberzulegen“ - die Frage sei nur, wie lange das dauert.
+++12:24 Uhr: Polizei warnt vor Falschmeldungen
Dass unmittelbar nach dem Unfall im Internet Bilder von der Einsturzstelle mit arabischen Schriftzeichen kursierten, werde von der Polizei beobachtet. Sollte hier die Schwelle zur Strafbarkeit überschritten werden, werde es Ermittlungen geben. Zudem rief die Polizei auf der Plattform X dazu auf, keine Falschmeldungen zum Brückeneinsturz zu teilen. Bislang gebe es keine Anhaltspunkte für eine Dritteinwirkung, hieß es.
+++12:17 Uhr: Fahrzeugführer sollen sich melden
Die Stadt Dresden bittet darum, dass Fahrzeugführer, die ihr Fahrzeug unter der Carolabrücke abgestellt haben, sich unter folgenden Rufnummern melden: 0162-2392613 oder 0351-4832400.
+++12:08 Uhr: 2023 fuhren täglich 27.100 Fahrzeuge über die Brücke
Nach einer Verkehrszählung vom September 2023 fuhren täglich 27.100 Fahrzeuge über die Brücke, wie aus Unterlagen der Stadt hervorgeht. Dabei ist zu berücksichtigen, dass zu diesem Zeitpunkt wegen einer Sanierung ein Brückenzug gesperrt war.
Im September 2022 waren 31.300 Fahrzeuge pro Tag gezählt worden. Die Carolabrücke gilt als eine der wichtigsten Verkehrsadern für die Dresdner Innenstadt.
Im August 2024 wurde die Brücke, wie jedes Jahr üblich, von hunderten Zaungästen der Kaisermania bevölkert. Die Konzerte von Roland Kaiser finden jedes Jahr im Juli und August an den Filmnächten am Elbufer statt und sind innerhalb weniger Stunden ausverkauft. Fans, die keine Tickets mehr ergattern können, versammeln sich traditionell auf den umliegenden Wiesen am Elbufer und auf den beiden Brücken, die das Gelände einrahmen. Die Carolabrücke ist dabei besonders beliebt, weil man das Konzert von hier gut verfolgen kann.

Noch im Juli und August saßen Fans der Kaisermania auf dem Bürgersteig der Carolabrücke.
Sebastian Willnow/dpa+++12:04 Uhr: Carolabrücke - eingestürzter Teil sollte 2025 saniert werden
Der eingestürzte Brückenzug der Carolabrücke in Dresden sollte im Jahr 2025 saniert werden. Dafür waren rund 8,4 Millionen Euro veranschlagt. Das geht aus Angaben der Stadt auf eine Anfrage der Linken hervor. Die rund 400 Meter lange Brücke besteht aus insgesamt drei Brückenzügen, die durch sogenannte Querriegel miteinander verbunden sind.
Eingestürzt ist ein großer Teil des Brückenzuges C, auf dem die Straßenbahn fährt. Die beiden anderen Züge wurden in den vergangenen Jahren saniert, die Brücke erst im März 2024 wieder vollständig für den Verkehr freigegeben.
+++12:00 Uhr: Bildergalerie: So sieht die eingestürzte Carolabrücke derzeit aus
Das sind die aktuellen Bilder der Carolabrücke:
+++11:48 Uhr: Bürgerbüro Neustadt und Sachgebiete des Standesamtes nicht erreichbar
Wie die Stadt Dresden auf ihrer Webseite mitteilt, bleibt das Bürgerbüro Neustadt heute geschlossen und ist auch telefonisch und per E-Mail nicht erreichbar. Die Sachgebiete Geburten und Sterbefälle und Urkundenwesen des Standesamtes auf der Provianthofstraße 7 sind wegen Netzproblemen aktuell telefonisch und per E-Mail nicht erreichbar. Es werde laut der Auskunft zeitnah darüber informiert, ob morgen, am Donnerstag (12.09.2024) Termine stattfinden können.
Das Bürgerbüro befindet sich ca. 1 Kilometer entfernt von der Carolabrücke, in der Hoyerswerdaer Straße 3.
+++11:35 Hier staut es sich aktuell rund um die Carolabrücke
Aufgrund der weitreichenden Sperrungen in der Dresdner Altstadt kommt es derzeit immer wieder zu Stau und stockendem Verkehr.
Besonders betroffen sind die Wilsdruffer Straße zwischen Postplatz und Pirnaischer Platz sowie die Grunaer Straße in Richtung Altstadt.
Auch auf dem Dr.-Külz-Ring kommt es zu stockendem Verkehr.
+++11:23 Uhr: Fernwärme in der Dresdner Altstadt wieder da
Die Fernwärmeversorgung in Dresden soll noch im Laufe des Tages wieder komplett hergestellt sein. Die Altstadt werde inzwischen wieder komplett mit Fernwärme versorgt, sagte Nora Weinhold, Sprecherin des Versorgungsunternehmens Sachsenenergie. Außerdem werde die Leitung an der Marienbrücke nun wieder geöffnet, sodass die Versorgung der Neustädter Elbseite nun auch wieder gewährleistet sei. „Wir gehen davon aus, dass die Stadt innerhalb der nächsten Stunden wieder komplett versorgt wird.“
Bei den zerborstenen Fernwärmeleitungen an der Carolabrücke handle es sich um eine der Haupttrassen in Dresden, die das Altstädter Netz mit dem Neustädter Netz verbindet, sagte Frank Döhnert, Fernwärme-Abteilungsleiter bei Sachsenenergie. Es sei ein Netztrennkonzept aktiviert worden, um die Versorgung der restlichen Stadtteile zu sichern. „Das ist auch gelungen. Der Südwestraum wurde quasi am Leben gehalten, wir konnten ganz schnell auch wieder den Bereich Johannstadt in Betrieb nehmen.“
+++11:10 Uhr: Sperrungen und Umleitungen im Überblick
Der Bereich um die Carolabrücke, mitten in der Dresdner Innenstadt, wurde weitläufig abgesperrt. „Wir bitten die Bevölkerung, den Bereich weiträumig zu meiden und die Einsatzkräfte nicht zu behindern“, bat ein Feuerwehrsprecher. Die Carolabrücke gehört zu den wichtigen Verkehrsbrücken in Dresden.
Das sind die aktuellen Straßensperrungen:
Wie die Polizei Dresden auf ihrer Internetseite schreibt, sind folgende Straßen gesperrt. Ortskundige Autofahrer werden gebeten, das Gebiet weiträumig zu umfahren.
- B170 Dresden: Carolabrücke in beiden Richtungen
- Dresden, Terrassenufer: zwischen Theaterplatz und Carolabrücke sind beide Fahrtrichtungen gesperrt. Die Umleitung für das gesperrte Terrassenufer erfolgt wie bei Hochwasserereignissen über die Wilsdruffer Straße. Der Kfz-Verkehr wird über die Albertbrücke umgeleitet. Eine Freigabe der Augustusbrücke, die nur durch den ÖPNV befahren werden darf, ist nicht vorgesehen.
Diese Straßenbahnen werden umgeleitet:
Nach Auskunft der Dresdner Verkehrsbetriebe werden die folgenden Linienänderungen bzw. -umleitungen bisher nicht in der Fahrplanauskunft berücksichtigt.
- Linie 3: Umleitung in beide Richtungen zwischen Bahnhof Neustadt (Hansastr.) und Walpurgisstraße über Anton-/Leipziger Str., Neustädter Markt, Postplatz.
- Linie 7: Umleitung in beide Richtungen zwischen Albertplatz und Walpurgisstraße über Bahnhof Neustadt, Kongresszentrum, Postplatz.
- Linie 8: Umleitung in beide Richtungen zwischen Albertplatz und Neustädter Markt über Bahnhof Neustadt, Anton-/Leipziger Str.
+++10:53 Uhr: Hochwasser könnte Aufräumarbeiten erschweren
Die Feuerwehr in Dresden sieht sich auf ein mögliches Hochwasser der Elbe vorbereitet. Dieses könnte die Aufräumarbeiten nach dem partiellen Einsturz der Carolabrücke erschweren. Es gebe Kenntnis über eine mögliche Unwetterlage im Osten, so Michael Klahre von der Feuerwehr Dresden. „Wir haben das Ereignis auf jeden Fall auf dem Zettel.“ Konkrete Maßnahmen würden sich daraus zunächst nicht ableiten, hieß es. Noch sei völlig unklar, wie konkret sich eine solche Wetterlage einstellen werden. Es gebe einen Abwehrplan, der im Fall eines Hochwassers greife. „Wir sind sensibilisiert und vorbereitet“, so Klahre.
+++ 10:39 Uhr: Carolabrücke: erste Vermutungen zur Ursache des Einsturzes
Wie es dazu kam, dass sich Teile der Brücke gegen 3.00 Uhr lösten, ist bislang unklar, aber es gibt erste Vermutungen. Der Einsturz eines Teils der Carolabrücke in Dresden könnte durch Korrosion ausgelöst worden sein. „Wir haben hier zu DDR-Zeiten massiven Chlorid-Eintrag gehabt“, sagte Holger Kalbe, Abteilungsleiter Brücken- und Ingenieurbauwerke bei der Stadt Dresden. An der Stelle, wo das Brückenteil in der Nacht einbrach, habe ein Mast der Verkehrsbetriebe gestanden. Es sei denkbar, „dass an der Stelle massiv die Chloride eingedrungen sind und dort im Inneren der Brücke zu einer Korrosion der Bewehrung geführt haben“, sagte Kalbe.

Ein Teil der Carolabrücke in Dresden liegt in der Elbe. Auch Fernwärmeleitungen sind beschädigt worden.
Robert Michael/dpaAndere Teile der Brücke waren erst im März 2024 nach einer monatelangen Sanierung für den Verkehr freigegeben worden. Das schreibt die Stadt Dresden auf ihrer Internetseite. Die Sanierung wurde mit dem Einbau der Geländer Anfang Juni 2024 vollständig abgeschlossen. Die Baukosten betrugen rund 4,1 Millionen Euro. Am dritten Brückenzug, dem östlichen, wurde die Sanierung bereits im Juni 2021 fertiggestellt.
Die Carolabrücke in Dresden
Die Carolabrücke in Dresden überführt mit drei Brückenzügen die Bundesstraße B170 sowie Straßenbahn und Radweg über die Elbe. Sie verbindet das Regierungsviertel mit der Altstädter Seite und wurde im Jahr 1971 fertiggestellt.
+++ 10:10 Uhr: Straßenbahn kurz vor Einsturz auf der Carolabrücke
Menschen wurden nach bisherigen Erkenntnissen nicht verletzt. Von den Dresdner Verkehrsbetrieben hieß es, eine Straßenbahn habe sich nicht auf der Brücke befunden. Wie jetzt bekannt wurde, befuhr nur wenige Minuten vor dem Einsturz eine Straßenbahn die Brücke.
Die Straßenbahn sei um 2.50 Uhr über die Brücke gefahren, die Brücke um 3.08 eingestürzt, heißt es von den Verkehrsbetrieben. Somit seien Fahrgäste und Fahrzeuge nicht zu Schaden gekommen. Auf der Brücke sind demnach an Wochentagen die Linien 3 und 7 stündlich auch nachts unterwegs.
Betroffen von dem Einsturz ist nach den Angaben die südliche Hälfte der Brücke, die die Straße Terrassenufer und ein Stück der Elbe überspannt. Laut Feuerwehr hat sich am Brückenkopf auf der Seite der Altstadt ein etwa ein Meter langer Spalt gebildet. Zudem sind Fernwärme-Leitungen beschädigt. „Im gesamten Stadtgebiet fällt momentan die Fernwärme aus“, teilte die Feuerwehr mit.
Der Betreiber arbeite „mit Hochdruck“ daran, das Problem zu lösen. Die Feuerwehr gab eine entsprechende Mitteilung über das modulare Warnsystem des Bundes aus. Durch das ausströmende Wasser stehen Teile des Terrassenufers komplett unter Wasser.
Bei der stark beschädigten Carolabrücke in Dresden geht die Feuerwehr derzeit von einer akuten Einsturzgefahr aus. „Wir rechnen damit, dass weitere Teile der Brücke einstürzen könnten“, sagte ein Sprecher der Feuerwehr am Mittwochmorgen vor Ort. Er rief die Menschen auf, der Brücke möglichst fernzubleiben. „Es besteht Lebensgefahr“ auf der Brücke und an der Brücke, hieß es. Derzeit sei eine Drohnenstaffel im Einsatz, um das Ausmaß der Schäden zu erkunden.
Carolabrücke in Dresden: Kein Schiffsverkehr
Wegen des Teileinsturzes der Carolabrücke über die Elbe im Dresdner Stadtgebiet ist in diesem Bereich des Flusses kein Schiffsverkehr mehr möglich. „Wer nicht dort durch muss, kann fahren“, sagte ein Sprecher des Wasser- und Schifffahrtsamtes Dresden. Die Weiße Flotte sagte für den Mittwoch alle ihre Linienfahrten ab. „Wir versuchen, geplante Charterfahrten durchzuführen und auf andere Schiffe umzulenken“, teilte ein Sprecher des Unternehmens mit.
Elbaufwärts in Richtung Sächsische Schweiz könnten drei historische Dampfer jedoch fahren, die „Wehlen“, „Krippen“ und „Diesbar“ liegen oberhalb der Brücke am Kai. Zwei weitere Dampfer sind bereits in der Sächsischen Schweiz unterwegs.
Beim Einsatz der Schiffe am Terrassenufer elbabwärts der Brücke sei noch die Frage, ob sie aufgrund des Wasserstandes drehen könnten. Über alles Weitere werde noch entschieden.
Einsturz der Carolabrücke: Polizei geht von Unglück aus
Die Polizei gehe bislang von einem Unglück aus. „Es gibt null Anhaltspunkte für irgendein strafbares Verhalten. Es gibt kein Ermittlungsverfahren“, sagte Polizeisprecher Thomas Geithner.
Die ersten Informationen zum Brückeneinsturz bei der Polizei seien in der Nacht von den eigenen Kollegen gekommen. „Bei uns ging heute kurz nach 03.00 Uhr die erste Meldung ein. Das waren unsere eigenen Kollegen, die 50 Meter entfernt an der jüdischen Synagoge Objektschutzmaßnahmen durchführen“, berichtete Geithner. „Sie haben es beschrieben als großes, schwere Geräusch. Der Boden hat gewackelt.“
Jetzt gehe es darum, die Ursache für den Einsturz zu finden. Sollte sich dabei herausstellen, dass Fehler gemacht worden seien, dann würde auch ein Strafverfahren eingeleitet. „Aber diese Anhaltspunkte fehlen im Moment“, sagte Geithner. Da es keine Verletzten oder gar Getötete gebe, habe die Polizei derzeit keinen Anlass, von Amts wegen ein Strafverfahren einzuleiten.
Einsturz Carolabrücke – Stadt warnt vor Fakenews
Dass unmittelbar nach dem Unfall im Internet Bilder von der Einsturzstelle mit arabischen Schriftzeichen kursierten, werde von der Polizei beobachtet. Sollte hier die Schwelle zur Strafbarkeit überschritten werden, werde es Ermittlungen geben. Auf dem Whatsapp-Kanal der Stadt Dresden wird vor der Verbreitung von Fakenews und Gerüchten gewarnt. Derzeit gebe es dafür keine Anhaltspunkte.



















