Nur jeder Zehnte zufrieden: Bundesregierung erreicht Tiefstwert

Friedrich Merz verliert weiter an Rückhalt in der Bevölkerung.
Fabian Strauch/dpaDie Bundesregierung verliert weiter an Rückhalt. Im aktuellen ARD-DeutschlandTrend sind nur noch 10 Prozent der Wahlberechtigten mit ihrer Arbeit sehr zufrieden oder zufrieden. 89 Prozent äußern sich dagegen weniger oder gar nicht zufrieden. Damit erreicht die schwarz-rote Bundesregierung einen Tiefstwert im ARD-DeutschlandTrend.
Besonders deutlich fällt der Anteil derjenigen aus, die mit der Regierungsarbeit gar nicht zufrieden sind: 52 Prozent geben diese Antwort. Weitere 37 Prozent sind weniger zufrieden. Lediglich 9 Prozent zeigen sich zufrieden und 1 Prozent sehr zufrieden. Gegenüber September ist der Anteil der weniger Zufriedenen um drei Prozentpunkte gesunken, während der Anteil der gar nicht Zufriedenen um vier Punkte gestiegen ist.
Selbst unter Unionsanhängern überwiegt die Unzufriedenheit
Die schlechte Bewertung zieht sich durch sämtliche politischen Lager. Unter den Anhängern von CDU und CSU sind noch 31 Prozent mit der Bundesregierung zufrieden. 67 Prozent sind weniger oder gar nicht zufrieden.
Bei den Anhängern der SPD fällt das Urteil noch negativer aus: Nur 18 Prozent bewerten die Regierungsarbeit positiv, 82 Prozent negativ. Bei Grünen-Anhängern sind 9 Prozent zufrieden und 89 Prozent unzufrieden. Unter AfD-Anhängern liegt die Zufriedenheit bei lediglich 1 Prozent, bei Anhängern der Linken ebenfalls bei 1 Prozent.
Auch der längerfristige Verlauf zeigt, wie niedrig die aktuellen Werte sind. Im Oktober 2026 sind nur noch 10 Prozent der Wahlberechtigten mit der Arbeit der Bundesregierung zufrieden, 89 Prozent weniger oder gar nicht zufrieden.
Auch Merz erreicht nur noch 10 Prozent Zustimmung
Parallel zur Bundesregierung verliert auch Bundeskanzler Friedrich Merz weiter an Zustimmung. Nur 10 Prozent der Befragten sind mit seiner politischen Arbeit zufrieden. Gegenüber September sind das drei Prozentpunkte weniger. 88 Prozent äußern sich weniger oder gar nicht zufrieden.
Auch innerhalb der Union fällt seine Bewertung deutlich besser aus als im Durchschnitt, bleibt aber negativ: 40 Prozent der Unionsanhänger sind mit Merz zufrieden, 60 Prozent weniger oder gar nicht zufrieden. Andere Unionspolitiker schneiden in der eigenen Anhängerschaft besser ab. Johann Wadephul erreicht dort 59 Prozent Zufriedenheit, Alexander Dobrindt 56 Prozent und Carsten Linnemann 44 Prozent.
86 Prozent sehen Anlass zur Beunruhigung
Die niedrige Regierungszufriedenheit fällt mit einer insgesamt pessimistischen Bewertung der Lage zusammen. Nur 12 Prozent der Befragten finden, dass die Verhältnisse in Deutschland derzeit eher Anlass zur Zuversicht geben. 86 Prozent sehen hingegen Anlass zur Beunruhigung.
Am stärksten beschäftigt die Befragten dabei die politische Handlungsfähigkeit. 84 Prozent machen sich große oder sehr große Sorgen, dass die Parteien auf drängende politische Fragen keine gemeinsamen Antworten finden. Gegenüber der vorherigen Messung im November 2025 ist dieser Anteil um fünf Prozentpunkte gestiegen.
Auch bei den geplanten Reformen von Rente und Gesundheit zeigt sich erhebliches Misstrauen. 77 Prozent stimmen der Aussage zu, immer mehr Belastungen zu spüren, obwohl die Bundesregierung Entlastungen versprochen habe. Gleichzeitig trauen nur 17 Prozent der Regierung zu, die sozialen Sicherungssysteme zukunftssicher zu machen. 79 Prozent stimmen dieser Aussage nicht zu.
Union fällt auf 20 Prozent
Die schwache Bewertung der Regierung fällt mit niedrigen Umfragewerten für die Union zusammen. CDU und CSU kommen in der Sonntagsfrage aktuell auf 20 Prozent, einen Prozentpunkt weniger als im September.
Die AfD liegt unverändert bei 27 Prozent. Die Grünen erreichen 16 Prozent, die SPD 13 Prozent, die Linke 11 Prozent und die FDP 4 Prozent.
Für den aktuellen ARD-DeutschlandTrend befragte Infratest dimap vom 28. bis 30. September 2026 insgesamt 1.303 Wahlberechtigte. Die Interviews wurden telefonisch und online geführt. Die statistische Schwankungsbreite beträgt bei einem Anteilswert von 10 Prozent rund zwei Prozentpunkte und bei einem Wert von 50 Prozent rund drei Prozentpunkte.
