Daniel Ris in Senftenberg: Was Ministerin Schüle von der Nichtverlängerung hält

Schätzt Senftenbergs Intendant Daniel Ris und seine Arbeit: Brandenburgs Kulturministerin Manja Schüle (SPD)
Sebastian Gollnow/dpa- Vertrag von Intendant Daniel Ris in Senftenberg wird nicht verlängert, sorgt für Unverständnis.
- Kulturministerin Schüle lobt Ris' Arbeit, bedauert Entscheidung, war aber nicht beteiligt.
- Land Brandenburg finanziert 52% des Theaters, hatte jedoch keinen Einfluss auf die Personalentscheidung.
- Theater erhielt 10 Mio. Euro für Sanierung; weitere Investitionen gewünscht.
- Gründe und Details der Entscheidung bleiben bisher vertraulich.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Die Verwunderung ist groß in Senftenberg und darüber hinaus. Dass Intendant Daniel Ris, dessen Vertrag bis 2027 läuft, vorzeitig nicht verlängert wurde, hat viele Fragen aufgeworfen, nach den Gründen und dem Prozedere – bislang haben weder Landrat Siegurd Heinze (parteilos) noch Senftenbergs Bürgermeister Andreas Pfeiffer (CDU) Stellung zu ihrer Entscheidung bezogen.
Der Zweckverband als Träger der Neuen Bühne Senftenberg sei an rechtliche Vorgaben im Hinblick auf Beschlussfassungen gebunden und behandele laufende Abstimmungen zu personellen Entwicklungen vertraulich. Erst nach einer verbindlichen Beschlussfassung können und werden öffentliche Informationen erfolgen, heißt es aus dem Büro des Landrats.
Kulturministerium nicht an der Entscheidung beteiligt
Nun äußert sich Kulturstaatsministerin Manja Schüle (SPD), die zwar nicht entscheidungsbefugt ist, aber mit 3,8 Millionen Euro rund 52 Prozent der Finanzierung des Senftenberg Theaters beisteuert, auf Nachfrage dieses Nachrichtenportals zur Causa Ris. Auch sie ist nicht glücklich über die Entscheidung, den erfolgreichen Theatermann nach nur einer Amtsperiode nicht zu verlängern.
„Ich schätze Herrn Ris und seine Arbeit in Senftenberg außerordentlich. Er hat mit attraktiven Kulturangeboten, zahlreichen Gastspielen, engagierten Jugendprojekten und klarer Haltung für glänzende Auslastungszahlen und überregionale Strahlkraft gesorgt – beides nicht selbstverständlich für einen Theaterstandort im ländlichen Raum. Ich bedaure, dass sein Vertrag nicht verlängert wird. Weder ich noch mein Ministerium waren an der Entscheidung beteiligt“, so die Ministerin.
Ein „Ruf wie Donnerhall“ bis nach Potsdam
Zuletzt hatte Manja Schüle bei der Eröffnung der diesjährigen Spielzeit Ende September 2024 klargestellt, wie sehr sie Daniel Ris und seine Arbeit schätzt: Die FestSpiele, mit denen die Neue Bühne Senftenberg jedes Jahr ihre Spielzeit eröffnet, hätten „einen Ruf wie Donnerhall“ bis nach Potsdam, sodass die Ministerin diesmal unbedingt selbst dabei sein wollte, hatte sie bei der Eröffnung damals erklärt. Gleichzeitig wolle sie das Team der Neuen Bühne für sein „Eintreten für eine freie Gesellschaft“ ehren.
Der Besuch hatte damals auch noch einen finanziellen Hintergrund: Zehn Millionen Euro Strukturfördermittel für die Lausitz waren in Sanierung und Ausbau des Werkstattgebäudes der Neuen Bühne geflossen, das im September feierlich eröffnet wurde. Ein Meilenstein für die in der Turnhalle einer Schule gegründete Neue Bühne.
Natürlich gibt es im Haus noch weitere Wünsche, nach einer größeren, klimatisierten Probebühne und besseren Lagermöglichkeiten. Doch insgesamt steht die Neue Bühne nicht schlecht da.
52 Prozent der Finanzierung steuert das Land Brandenburg bei
Das ist allerdings nur zum Teil dem Einsatz der kommunalen Mittel geschuldet: Rund 1,9 Millionen Euro tragen Kreis und Kommune zu dem kommunalen Theaterbetrieb bei, das ist nicht wenig Geld in einer strukturschwachen Region. Es sind allerdings auch nur 26 Prozent der jährlich anfallenden Finanzierung – mit rund 3,8 Millionen Euro ist das Land Brandenburg nach dem aktuellen Haushaltsplan 2025 der größte Geldgeber (52 Prozent), hinzu kommen noch 1,6 Millionen Euro (22 Prozent) über das Finanzausgleichsgesetz des Landes Brandenburg, das Kommunen mit großen, überregionalen Kultureinrichtungen zweckgebundene Mittel zur Verfügung stellt.
Umso erstaunlicher, dass das Land Brandenburg, das sich finanziell so stark für das Theater in Senftenberg engagiert, an der Entscheidung zur Nichtverlängerung nicht beteiligt war und auch nicht einbezogen wurde.



