Karnevalsumzug in Bad Muskau 2023: Stadt rollt dem Karneval den roten Teppich aus
Irgendwann ist aber auch mal gut. Wegen Corona sind schon manche Tränen vergossen worden. Auch bei den Karnevalisten. Schließlich hat sie der Virus zwei Jahre lang ausgebremst. Deswegen aber rückwirkend heulen? Zumindest reimt sich das der Zeremonienmeister René „Keule“ Koinzer vom Elferat am Samstagnachmittag in Bad Muskau so zusammen. Weshalb sollte Petrus sonst Regen in die Parkstadt schicken?
Den einen oder anderen lässt das verzagen und er reist erst gar nicht an. Doch nicht nur 24 Umzugsteilnehmer machen sich auf die Strecke, sondern Hunderte säumen sie und wollen sehen, welcher Ideenreichtum sich diesmal wieder durchgesetzt hat.
„Zum 66. Faschingsjahr, der EBM reist durch Amerika“ – das Thema lässt viel Gestaltungsspielraum zu. Und den haben die Teilnehmer weidlich ausgenutzt.
Eine Miss und noch eine Miss und noch eine Miss in Bad Muskau
Die Elferratsfrauen von Bad Muskau sprechen von einer kollektiven Meister-Leistung, die sie umgesetzt haben und sie wundern sich am meisten selbst, wie sie das zwischen Arbeit, Familie und den vielen Karnevalsveranstaltungen – vom Programm bis zum Saubermachen – eigentlich wieder geschafft haben. Manche Nachtschicht ist für die Kostüme draufgegangen. Aber die können sich echt sehen lassen. Die Frauen rollen für ihre Misses-Parade sich sogar selbst sogar den roten Teppich aus. „Wir alle wollten schon mal eine Miss sein. Einmal im Leben!“, sagt Manja Tschäpel mit einem Augenzwinkern.
Bei der Gablenzer Frauensportgruppe haben auch die Köpfe gequalmt. Einiges ist wieder verworfen worden. Die Idee vom Indian Summer ist nicht nur genial, sondern bringt an diesem trüben Samstag richtig viel Farbe nach Bad Muskau.
Das rot und gelb der Bad Muskauer City Girls ist auch nicht zu übersehen. Sie lassen Pommes und Co. durch die Innenstadt laufen.
Auch die Passanten haben sich für den Karnevalsumzug in Bad Muskau verkleidet
Ein Stück weiter gibt es am American Dinner alles, was das Herz begehrt. Dass die Gruppe, die schon beim Hofball mit diesem Aufzug punkten konnte, leckere Quarkbällchen verteilt, kommt bei den Passanten wahrlich gut an.
Apropos Passanten, der eine oder andere hat sich auch ein bisschen verkleidet. So wie die sechsmonatige Hanna und ihre große Schwester Helena. Patrycja Kaminska und Piotr Kaminski – die Eltern – warten gespannt auf die Umzugsteilnehmer. „In Polen gibt es auch Fasching, aber solche Umzüge kennen wir nicht“, so Patrycja Kaminska.
Während die Daubitzer Punks ihren Umzugswagen zum Hüpfen bringen, sind die Groß Dübener in Tanzlaune. Das geht auch gut mit Regenschirm.
Die Westkrauschwitzer Narrenzunft lässt es richtig dampfen. Die Druidenbar in Amerika ist voll im Einsatz, wahrscheinlich braucht Asterix Nachschub. Auch Obelix, der Druide und Cäsar sind dabei. „Das wichtigste war die Idee“, sagt Henry Hauck, der Vorsitzende der Westkrauschwitzer Narrenzunft. Dann wurde fleißig gebastelt. „Alles Handarbeit, rund ein Vierteljahr hat es gedauert“, freut sich der Krauschwitzer über den Auftritt. Karneval macht Spaß. Das werden die Mannschaft auch bei ihrer Männerfastnacht beweisen. Diese findet am 25. Februar statt. „Sie ist ausverkauft, so soll es sein.“
Wie viel sich der Bad Muskauer Elferrat von den Mitteln der Stadtkasse kaufen kann, darüber schweigt des Narren Höflichkeit. „Ein paar Dollars sind drin und auch Hotdogs“, kommentiert René Koinzer. Wichtig ist, die Geste zählt und Geld allein macht auch nicht glücklich. Da freut den Bad Muskauer Elferrat viel mehr, dass die Karnevalsfans durch die Corona-Jahre nicht ausgebremst werden konnten. Der volle Marktplatz am Samstagnachmittag ist der beste Beweis dafür.
Sonntag sind die Bad Muskau dann beim Umzug der fröhlichen Leute in Cottbus dabei.
Die Platzierungen
Bei den Fußgruppen ist der erste Platz an die Elferratsfrauen aus Bad Muskau gegangen. Platz zwei haben die Faschingsfreunde von der Jämlitzer Straße belegt – Thema „Schuh des Manitu“. Die Frauensportgruppe aus Gablenz erreichte den dritten Preis.
Bei den Wagen ist der erste Preis an die Muskauer Freizeitunion gegangen – „Das wilde Westernland in Köbelner Indianerhand“. Die Westkrauschwitzer Narrenzunft erreichte Platz zwei vor den Faschingsfreunden aus der Siedlung. Letztere war als „Adams Family“ unterwegs.





