Landratswahl Dahme-Spreewald 2023
: SPD wirbt für parteilosen Kandidaten Herzberger

Nach dem Ergebnis der Landratswahl in Dahme-Spreewald will die SPD zur Stichwahl den parteilosen Kandidaten Sven Herzberger unterstützen. Die Grünen wohl auch. Sie wollen aber noch beraten.
Von
dpa, bb
Lübben
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Nun an der Seite von Sven Herzberger: SPD-Kandidatin Susanne Rieckhof will den parteilosen Kandidaten für die Stichwahl zum Landrat von Dahme-Spreewald am 12. November nun unterstützen. Der Bildausschnitt stammt von einer Gesprächsrunde Anfang Oktober in Teupitz.

Patrick Pleul/dpa

Die Brandenburger SPD hat sich trotz des verlorenen Landratspostens im Kreis Dahme-Spreewald mit Blick auf die Stichwahl zuversichtlich gezeigt. SPD-Generalsekretär David Kolesnyk rechnet dabei mit einem Erfolg des parteilosen Zeuthener Bürgermeisters Sven Herzberger, der am am 12. November gegen den AfD-Kandidaten Steffen Kotré antritt.

„Die Chancen stehen gut“, sagte Kolesnyk am Montag (9. Oktober). Es sei aber wichtig, dass die Wählerinnen und Wähler der übrigen Parteien dann erneut zur Wahl gingen, um nicht den AfD-Anhängern das Feld zu überlassen. Brandenburgs AfD-Landesvorsitzende Birgit Bessin schrieb beim Portal X (früher Twitter): „AfD gewinnt den 1.Wahlgang. Und die SPD fliegt raus!“

Grüne in Dahme-Spreewald wollen sich beraten

Der AfD-Kandidat und Bundestagsabgeordnete Kotré hatte im ersten Wahlgang mit 35,3 Prozent der Stimmen die Nase vorn vor Herzberger, der mit 34,8 Prozent knapp dahinter kam. Damit entscheidet nun eine Stichwahl zwischen beiden.

Landrat Stephan Loge geht nach fast 16 Jahren in den Ruhestand. Für die SPD-Kandidatin und Vize-Landrätin Susanne Rieckhof stimmten 29,8 Prozent. Rieckhof kündigte am Sonntagabend an, Herzberger zu unterstützen. CDU, Linke, FDP und Freie Wähler stehen ebenfalls hinter ihm.

Auch die Grünen-Kreisvorsitzende Katherina Toth-Butzke signalisierte Unterstützung für Herzberger, zunächst wollte der Kreisvorstand aber am Montagabend darüber beraten. „Ich gehe stark davon aus, dass er unsere volle Unterstützung erhalten wird“, sagte Toth-Butzke. Die Grünen hatten nach dem überraschenden Tod ihrer Kandidatin Sabine Freund für Rieckhof geworben.

AfD-Kandidat Kotré hatte das Wahlergebnis als „Quittung“ für eine Politik gewertet, die sich von den Bürgern abgewandt habe. Der AfD-Landesverband wird vom Verfassungsschutz Brandenburg seit 2020 als rechtsextremistischer Verdachtsfall eingestuft, die AfD hält die Einstufung für falsch.