Garten im Herbst
: Ist Umgraben noch aktuell? Das rät der Fachmann

Ist Umgraben noch zeitgemäß? Was darf im Garten im Herbst noch gepflanzt werden? Was ist noch zu tun, was kann warten? Ein Gartenfachmann aus Schönborn gibt Auskunft.
Von
Rolf Kühne
Elbe-Elster
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Rüdiger Winde zeigt den Winterapfel Goldparmäne, eine alte Apfelsorte, die jetzt angebaut werden kann. Der Gartenfachmann gibt weitere Tipps und verrät, was er von Umgraben hält.

Rüdiger Winde aus Schönborn zeigt den Winterapfel Goldparmäne, eine alte Apfelsorte, die jetzt angebaut werden kann. Der Gartenfachmann gibt weitere Tipps und verrät, was er von Umgraben hält.

Rolf Kühne
  • Gartenfachmann Rüdiger Winde empfiehlt Umgraben ab Mitte November, trotz höherer Verdunstung.
  • Beim Umgraben Speichermedien einarbeiten: Mist, grobe Holzstücke oder grober Kompost.
  • Mähroboter im Herbst stehen lassen – Rasenschnitt aufnehmen und Fläche abharken.
  • Krankes Kraut und Birnbaumlaub trocknen und verbrennen, nicht auf den Kompost.
  • Pflanzen regelgerecht setzen: Loch größer als Topf, 20 cm tief, an Pfahl binden und Boden andrücken.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

In der Landwirtschaft wird laut dem Statistischen Bundesamt deutlich weniger gepflügt als noch vor zehn Jahren. Unter anderem soll das den Boden schonen und vor Austrocknung schützen. Im Garten kommt das Umgraben als die abgespeckte Variante des Pflügens zum Einsatz. Das hat Vor- und Nachteile.

Rüdiger Winde hält das Umgraben für wichtig und zeitgemäß. „Es verhindert das Austrocknen des Bodens“, meint der Gartenfachmann aus Schönborn (bei Doberlug-Kirchhain). Klingt nach einem Widerspruch. In der Landwirtschaft soll durch weniger Pflügen das Austrocknen verhindert werden.

Der Fachmann erklärt: „Geringe Niederschläge und fehlende Kapillarwirkung sorgen für trockene Böden. Beim Umgraben können Speichermedien in den Boden gebracht werden, die das Wasser halten. Geeignet sind als natürliche Beigaben Mist, grobe Holzstücke oder grober Kompost.“

Auch die Beigabe künstlicher Stoffe sei möglich, erklärt Rüdiger Winde und nennt ein Mittel, das ähnlich wie Katzenstreu wirkt: „Es saugt das Wasser auf und gibt es an die Pflanzen wieder ab. Man kann es im Internet bestellen oder im Fachhandel nachfragen. Ich empfehle aber die natürliche Variante. Die ist immer vorrätig und kostet nichts.“

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Umgraben sei auch direkt für das Pflanzen gut, versichert der Inhaber einer Gärtnerei und erläutert: „Pflanzen müssen 20 Zentimeter tief eingebracht werden. Dort sind später die Wurzeln, hier nehmen die Pflanzen Wasser und Nährstoffe auf. Dafür ist Umgraben die einfachste Methode.“

„Im Herbst den Mähroboter stehen lassen und einen herkömmlichen Rasenmäher benutzen“
Rüdiger Winde
Gartenfachmann aus Schönborn

Als Nachteil des Umgrabens nennt Rüdiger Winde die Oberflächenvergrößerung und die damit verbundene höhere Verdunstung des Wassers im Boden. Deshalb, so rät er, sollte erst spät im Herbst, etwa ab Mitte November, umgegraben werden. „Dann steht die Sonne nicht mehr so hoch, was die Verdunstung des Wassers einschränkt.“

Neben den Pflanzvorbereitungen gibt es in diesen Herbsttagen noch einiges mehr im Garten zu tun, bei dem auch Risiken vorgebeugt werden sollte. Dazu gehört das Beräumen des Nutzgartens. Rüdiger Winde: „Kartoffelkraut, Gurkenkraut oder Tomatenkraut jetzt trocknen und verbrennen. Nicht auf den Kompost werfen. Im Kompost könnten sich Pilzkrankheiten bilden.“

Laub verbrennen, nicht kompostieren

Ähnliches gilt auch für das Laub des Birnbaums. Das Laub verbrennen, nicht kompostieren. Sonst droht Birnengitterrost, eine Pilzkrankheit, durch die der Baum frühzeitig einen großen Teil seiner Blätter verlieren und mit den Jahren stark geschwächt werden kann.

Das Thema schädliche Pilze spielt auch beim Rasenmähen eine Rolle. „Im Herbst den Mähroboter stehen lassen und einen herkömmlichen Rasenmäher benutzen“, erklärt Rüdiger Winde dazu. Der Rasenschnitt müsse aufgenommen und die Rasenfläche abgeharkt werden, damit sie trocknen kann. Sonst kann es auch hier zu Pilzbefall kommen.

Wer dann noch seinen Rasen winterfest machen will, kann kaliumbetonten Dünger ausbringen. Laut Rüdiger Winde stärkt das die Zellwände und macht sie hart gegen Frost. „Dabei aber die genaue Dosierung beachten. Viel hilft hier nicht viel“, warnt der Gartenfachmann.

Er gibt den Hobbygärtnern noch weitere Tipps für die Herbstarbeit im Garten. Der Baumbeschnitt sollte jetzt ruhen. Es gilt immer die Regel: Steinobst im Sommer nach der Ernte, Kernobst im Januar / Februar an frostfreien Tagen.

Rosen können jetzt auf 50 Zentimeter zurückgeschnitten und mit feinem Kompost angehäufelt werden. Die groben Reste des Kompostes können wieder mit untergegraben werden.

So sehen Zweige des Birnbaums aus, wenn die Blätter von Birnengitterrost befallen sind.

So sehen Zweige des Birnbaums aus, wenn die Blätter von Birnengitterrost befallen sind.

Rolf Kühne

Obstbäume und Blütensträucher als mögliche Ersatzpflanzungen beziehungsweise Neupflanzungen sollten nicht gesetzt werden, wo schon vorher ein Obstbaum stand. Der Boden ist müde, es gibt nur noch wenige Mikronährstoffe im Boden und die Humusschicht ist erschöpft.

Beim Pflanzen gilt die Faustregel: Das Pflanzenloch muss dreimal so groß wie der Pflanztopf und zweimal so tief sein. Die Pflanze an einen Pfahl binden und den Boden rundherum gut festtreten für guten Bodenschluss. Rüdiger Winde empfiehlt Bäume im Topf. Sie hätten die höheren Anwachschancen.