Gärtnerei bei Finsterwalde
: Warum das Einheitsbuddeln Sonnensegel überflüssig macht

Die Gärtnerei Winde aus Schönborn gibt den Auftakt zum Einheitsbuddeln in Brandenburg. Warum damit auch Sonnensegel überflüssig werden könnten.
Von
Rolf Kühne
Schönborn
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Diese Kugelahorn-Bäume pflanzt Gartenbau-Experte Rüdiger Winde als Vorbereitung des Einheitsbuddelns vor die Kita in Schönborn.

Diese Kugelahorn-Bäume pflanzt Gartenbau-Experte Rüdiger Winde als Vorbereitung des Einheitsbuddelns vor die Kita in Schönborn.

Rolf Kühne
  • Einheitsbuddeln am 3. Oktober: Ziel sind 100.000 gepflanzte Bäume in Deutschland.
  • Gärtnerei Winde in Schönborn pflanzt Kugelahorn-Bäume als nachhaltigen Sonnenschutz.
  • Laubbäume schaffen Schatten, kühlen Böden und fördern ein eigenes Mikroklima.
  • Tipp: Pflanzlöcher doppelt so groß wie der Topf, groben Kompost verwenden, kein Sand.
  • Nachhaltiger als Sonnensegel: Bäume spenden jahrzehntelang natürlichen Schatten.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Zum Tag der Einheit am 3. Oktober soll in ganz Deutschland kräftig gebuddelt und gepflanzt werden. In Schönborn (bei Finsterwalde) bereitet man den Termin des Einheitsbuddelns in Brandenburg mit einer eigenen Aktion schon am Donnerstag vor (25. September 2025). Der hiesige Profi-Gärtner drängt allerdings darauf, regelmäßig zu pflanzen. Auch, um nachhaltigen Sonnenschutz zu schaffen.

„Das Thema Waldumbau existiert schon seit 20 Jahren. Die Sommer haben immer mehr Extreme mit Hitzespitzen. In der Lausitz gibt es aber viele Nadelgehölze. Die sind sehr anfällig gegen Trockenheit“, sagt Rüdiger Winde.

Der Gartenbau-Experte aus Schönborn fordert deshalb das Pflanzen von Laubbäumen. „Die Leute sollen mit Laubbäumen Schattenflächen schaffen. Dadurch werden die Böden beschattet. So sind die der Hitze nicht so extrem ausgesetzt und trocknen entsprechend nicht so schnell aus.“

Zudem hätten Laubbäume ein eigenes Mikroklima. „Sie produzieren Sauerstoff und geben den wieder ab“, erklärt der Inhaber einer Gärtnerei weiter.

Die Aktion am Donnerstag an der Kita in Schönborn zielt auf eben dieses Pflanzen von Laubbäumen ab. Gemeinsam mit Rüdiger Winde werden die Schönborner fünf Kugelahorn-Bäume in Alleeform pflanzen. Damit soll die bestehende Fläche erweitert werden.

Gärtnerei bei Finsterwalde: Experte empfiehlt große Pflanzlöcher

Um so Schattenflächen zu schaffen, braucht es aber keine prominenten Termine. Das könne überall und jederzeit in privaten Gärten stattfinden, meint Rüdiger Winde und erläutert, wie das funktioniert: „Das Pflanzloch sollte zweimal so groß und zweimal so breit sein wie der Pflanztopf. So kann der Baum richtig Fuß fassen.“

In das Pflanzloch, so der Gartenbau-Experte weiter, groben Kompost schütten. „Der grobe Teil des Kompostes hält das Wasser, also den Kompost bitte nicht sieben“, betont Rüdiger Winde. Auch solle kein Sand mit dazugegeben werden. Der Sand mache den Boden fest, die Pflanzen könnten schlecht wurzeln.

Als mögliche Bäume empfiehlt Rüdiger Winde alle Obstbäume, roten Ahorn, Kugelahorn oder auch Walnuss. „Da wird keine Mücke stechen“, versichert er. Vor dem Pflanzen sollte mit dem Nachbarn über den Standort und die Baumgröße gesprochen werden.

Neben den Bäumen wäre jetzt im Oktober auch eine gute Zeit für das Beerenobst. „Beeren und Obstbäume dürfen sich aber nicht gegenseitig beschatten“, warnt Rüdiger Winde. „So beugt man Pilzkrankheiten wie zum Beispiel Mehltau vor. Hier gilt der Spruch: Jede Frucht will von der Sonne gestreichelt werden.“

Bei den Sonnensegeln hapert es an der Nachhaltigkeit

Der Schönborner Gärtnerei-Inhaber ist sich bewusst, dass es Zeit und Geduld braucht, eh ein Laubbaum Schatten spendet und man eine Bank darunter stellen kann. Das funktioniert mit einem Sonnensegel sofort. „Allerdings hapert es hier mit der Nachhaltigkeit“, kritisiert er. „Ein Sonnensegel hält vielleicht fünf Jahre, der Baum steht 80 bis 100 Jahre.“

Kübelbäume, wie sie für den Markt in Finsterwalde im Gespräch sind, hält Rüdiger Winde theoretisch für möglich. Allerdings wäre der Aufwand für die Pflege zu hoch, meint der Fachmann. Zudem ist er sich sicher: „Nur richtig gepflanzte Laubbäume geben den natürlichen Schatten. Der ist auch wichtig für Familientreffpunkte, wie zum Beispiel Spielplätze.“

Finsterwalder haben sich am bundesweiten Einheitsbuddeln beteiligt und mit dem Bürgermeister am Wasserturm zwei Linden gepflanzt. ⇥

Finsterwalde hat sich an der bundesweiten Aktion Einheitsbuddeln beteiligt und am Wasserturm zwei Linden gepflanzt. Mit dabei: Bürgermeister, sein Stellvertreter und Jugendliche aus der katholischen Kirchengemeinde.

Auch in Finsterwalde wird das Einheitsbuddeln gepflegt. Hier bei einer Aktion mit dem ehemaligen Bauamtsleiter Frank Zimmermann, Bürgermeister Jörg Gampe (v.l.) sowie Jugendlichen aus der katholischen Kirchengemeinde.

Archiv / Paula Hromada

Rüdiger Winde ist auch im Auftrag von Firmen und Kommunen unterwegs, um Obstbäume, Laubbäume und Hochstämme zu pflanzen. „In Doberlug-Kirchhain gestaltet man nach diesem Vorbild die Friedhöfe neu. In Schönborn werden so neue Flächen angelegt“, berichtet er.

Der Schönborner findet es immer gut, wenn ein Familienbaum gepflanzt wird. Besser wären aber zwei, so würden sich die Bäume besser hervorheben. Beim Punkt Familie blickt Rüdiger Winde auch in die Zukunft: „Für die nächste Generation müssen wir mit den Bäumen das Lebensumfeld lebenswert machen. Unsere Enkel werden darunter spielen.“

Thema Einheitsbuddeln

  • Das Einheitsbuddeln wurde 2019 in Schleswig-Holstein ins Leben gerufen.
  • Dahinter steht die Vision, dass jeder Mensch in Deutschland am Tag der Deutschen Einheit einen Baum pflanzt.
  • 2025 sollen bei der Pflanzaktion 100.000 Bäume gepflanzt werden. Quelle: https://einheitsbuddeln.org/