Garten-Tipps
: Mit pflanzlichen Mitteln gegen Läuse und Mehltau, so gelingt's

Ungeziefer und Pilze gefährden die Ernte der Hobbygärtner. Ein Profi verrät, wie man chemiefrei wirksame Gegenmittel herstellen kann.
Von
Rolf Kühne
Schönborn
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Janet Kühne aus Finsterwalde zeigt Starkzehrer-Pflanzen, für die es natürliche Mittel zum Schutz und zur Stärkung gibt.

Janet Kühne aus Finsterwalde zeigt Starkzehrer-Pflanzen, für die es natürliche Mittel zum Schutz und zur Stärkung gibt.

Rolf Kühne
  • Natürliche Mittel gegen Blattläuse und Mehltau – ein Gartenprofi erklärt Anwendung und Nutzen.
  • Wermutbrühe gegen Blattläuse: 10 g getrocknet oder 100 g frisch, 1 l kochendes Wasser, 24 h ziehen.
  • Unverdünnt spritzen, nicht bei Sonne. Pflanzen danach beobachten, Verzehr bleibt unbedenklich.
  • Mehltau vorbeugen: morgens gießen. Gegen Befall hilft Frischmilch mit Wasser und etwas Spülmittel.
  • Brennnessel-Jauche stärkt Starkzehrer: 500 g in 10 l, mit Urgesteinsmehl, nach 10 Tagen 1:10 gießen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Obst- und Gemüseanbau im eigenen Garten stärkt die Gesundheit und das Ego. Deshalb sollte die Arbeit des Hobbygärtners auch erfolgreich sein. Blattläuse, Wühlmäuse und Mehltau drohen, diesen Erfolg zu schmälern. Mit einfachen und natürlichen Mitteln können sie daran gehindert werden.

Mit der Frühjahrsbepflanzung beginnt für die Kleingärtner oft auch der Ärger über Blattläuse oder Schadpilze wie den Mehltau. Der Ärger kann chemisch oder biologisch bekämpft werden. „Chemisch will keiner“, sagt Rüdiger Winde. Der Gartenbauexperte aus Schönborn (bei Doberlug-Kirchhain) setzt auf Pflanzenschutz auf Pflanzenbasis.

„Wermut ist eine Pflanze mit viel Potenzial. Mit dem Inhaltsstoff Thujon ist sie bestens geeignet, um Blattläuse auf Gemüse- und Kulturpflanzen zu bekämpfen“, sagt Rüdiger Winde. Gepflanzt werden sollte er nicht in der Nähe von Kräutern, erklärt der Inhaber einer Gärtnerei in Schönborn weiter. „Verschiedene Stoffe im Wermut tun den Kräutern nicht gut. Aber Wermut zu Johannisbeeren pflanzen, das passt. So werden die Wühlmäuse von den Johannisbeeren vertrieben.“

Für Ungemach bei den Blattläusen sorgt eine Brühe aus Wermut. Rüdiger Winde erklärt: „Zehn Gramm getrockneter Wermut oder 100 Gramm frisch mit einem Liter kochendem Wasser übergießen, 24 Stunden ziehen lassen und dann unverdünnt auf Pflanzen spritzen, aber nicht bei Sonnenschein. Nach einmaliger Anwendung die Pflanzen beobachten.“

Die behandelten Pflanzen könnten bedenkenlos gegessen werden, versichert der Experte. Der bittere Geschmack des Wermuts spiele keine Rolle. Wenn die Birke anfängt auszuschlagen, sollten Gemüse- und Kulturpflanzen regelmäßig auf Befall überprüft werden.

Falsches Wässern fördert Pilzkrankheiten

Wenn Pflanzen von Schadpilzen wie dem Mehltau befallen werden, kann das am Wässern zum ungünstigen Zeitpunkt liegen. „Pilzkrankheiten entwickeln sich, wenn die Pflanze in der Nacht vier Stunden oder länger hintereinander feucht ist. Dann dringen die Pilzsporen in die Zellwand ein. So entsteht Mehltau, der die Pflanze zerstört“, erläutert Rüdiger Winde.

Deshalb sollte abends nicht zu spät gegossen werden, besser am Morgen. „Pflanzen und Boden müssen die Möglichkeit haben, trocknen zu können“, rät der Gartenexperte. Hat sich der Mehltau dann doch als weißer Belag auf den Blättern gezeigt, gibt es auch hier ein rein natürliches Gegenmittel.

Was hilft gegen Melhtau?

Rüdiger Winde: „Gegen Mehltau bei Gemüsepflanzen hilft ein Liter Frischmilch. Den mit Wasser verdünnen: einen Liter Milch, sechs Liter Wasser. Einen Spritzer Geschirrspülmittel dazugeben. Das Geschirrspülmittel bricht die Oberflächenspannung des Wassers. So kann sich durch die Milchfette ein Film bilden, der die Ausbreitung des Mehltaus verhindert.“

Wichtig wäre, nur Frischmilch zu nehmen, weil sie Milchsäure und Mikroorganismen enthält. „Einmal wöchentlich anwenden. Es ist nie zu spät, etwas gegen Mehltau zu tun“, versichert Rüdiger Winde und erklärt, wie die geschwächte Pflanze nach der Mehltau-Behandlung gestärkt werden kann: „Dafür kann man sich eine Brennnessel-Jauche ansetzen. Das ist ein Dünger mit Stickstoff und Kali. Stickstoff ist gut für das Wachstum der Pflanze, Kali härtet die Pflanzenwand aus, das macht sie widerstandsfähiger.“

Rüdiger Winde zeigt Janet Kühne eine Wermutpflanze, die sich, verarbeitet zu einem Sud, auch zur Bekämpfung von Blattläusen eignet.

Rüdiger Winde zeigt Janet Kühne eine Wermutpflanze, die sich, verarbeitet zu einer Brühe, auch zur Bekämpfung von Blattläusen eignet.

Rolf Kühne

Und so funktioniert es: In zehn Liter Wasser 500 Gramm Brennnesseln einweichen. Eine Handvoll Urgesteinsmehl dazugeben. Das Mehl gibt es im Baumarkt. Dadurch wird der lästige Geruch des Suds vermieden. Nach zehn Tagen kann mit dem Düngen begonnen werden.

Zuvor muss der Sud im Verhältnis eins zu zehn verdünnt werden. „Das macht sich gut in einer Gießkanne. Damit kann gleich die Brennnessel-Jauche verteilt werden“, meint Rüdiger Winde und ergänzt: „Geeignet ist der Brennnessel-Sud für Starkzehrer wie Tomaten, Gurken oder Paprika.“

Termine

Am 17. und 18. April (Samstag und Sonntag) lädt die Gärtnerei Winde in Schonborn zu den Gurkentagen. Ab 10 Uhr hält Rüdiger Winde ein Seminar.

Öffnungszeiten am Samstag von 8 bis 16 Uhr, am Sonntag von 9 bis 12 Uhr.

Am 2. Mai ist Kräutertag in der Gärtnerei.