Wohin mit den ganzen Blättern?
: So darf man Laub nicht entsorgen

Im Herbst fällt in Gärten und auf Grundstücken oft mehr Laub an, als man einfach liegen lassen kann. Wohin damit?
Von
Lukas Böhl
Berlin
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Herbst in Saarland: PRODUKTION - 03.10.2026, Saarland, Saarbrücken: Ein orange verfärbtes Ahornblatt liegt zwischen trockenem Herbstlaub im Botanischen Garten an der Universität des Saarlandes in Saarbrücken. Foto: Laszlo Pinter/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Wie entsorgt man das Laub am besten?

Laszlo Pinter/dpa

Besonders auf Gehwegen, Einfahrten oder vor Hauseingängen müssen die Blätter regelmäßig entfernt werden. Doch wohin mit den zusammengekehrten Mengen? Nicht jede vermeintlich einfache Lösung ist erlaubt. Laub gehört weder in den Wald noch einfach in den Restmüll – und auch das Verbrennen ist keine gute Idee.

Laub gehört nicht in Restmüll oder Papiertonne

Wer eine Biotonne besitzt, kann darin grundsätzlich auch Laub und andere Gartenabfälle entsorgen. Der NABU zählt unter anderem Blätter, Pflanzenreste, Rasen- und Grasschnitt, Zweige und kleinere Mengen Grünschnitt zu den typischen Bioabfällen. Welche Mengen angenommen werden und welche Vorgaben gelten, kann allerdings von Kommune zu Kommune unterschiedlich sein. Deshalb lohnt sich bei größeren Mengen ein Blick in die örtliche Abfallsatzung oder auf die Internetseite des zuständigen Entsorgers.

Nicht vorgesehen sind dagegen Restmüll- und Papiertonne. Darauf weist auch die Verbraucherzentrale ausdrücklich hin. Vielerorts gibt es für größere Laubmengen spezielle Laubsäcke, Sammelbehälter, Straßensammlungen oder die Möglichkeit, Grünabfälle an Wertstoffhöfen und Sammelstellen abzugeben.

Laub im Wald abladen ist keine Entsorgung

Naheliegend erscheint manchmal der Gedanke, Gartenabfälle einfach in Wald, Feld oder freie Natur zu bringen. Schließlich handelt es sich um natürliches Pflanzenmaterial. Erlaubt ist eine solche Entsorgung deshalb aber nicht.

Gartenabfälle, die am Waldrand oder auf Wiesen abgeladen werden, gelten als illegal entsorgter Abfall. Zudem können die zusätzlichen Pflanzenmengen dort natürliche Ökosysteme verändern. Unter anderem können Böden mit zusätzlichen Nährstoffen belastet und heimische Pflanzen verdrängt werden. Mit Gartenabfällen können außerdem Samen oder Pflanzenteile nicht heimischer Arten verbreitet werden.

Grünschnitt aus privaten Haushalten soll stattdessen über die dafür vorgesehenen kommunalen Systeme entsorgt werden. Dazu gehören beispielsweise Grünschnittsammelstellen und Wertstoffhöfe.

Darf man Laub verbrennen?

Auch das Verbrennen von Laub ist in der Regel keine geeignete Entsorgungsmethode. Das Umweltbundesamt rät ausdrücklich davon ab. Feuchte Gartenabfälle verbrennen häufig nur unvollständig. Dabei entstehen starke Rauchentwicklung, Feinstaub und weitere Luftschadstoffe.

Rechtlich können je nach Bundesland und Kommune unterschiedliche Regelungen gelten. Grundsätzlich sieht das Kreislaufwirtschaftsrecht vor, dass Gartenabfälle möglichst verwertet und ansonsten den vorgesehenen Entsorgungssystemen überlassen werden. Die Länder können allerdings unter bestimmten Voraussetzungen Ausnahmen zulassen. Wer Laub oder andere Pflanzenabfälle verbrennen möchte, müsste sich deshalb zunächst über die konkreten Vorschriften am Wohnort informieren. Unzulässiges Verbrennen kann als Ordnungswidrigkeit geahndet werden.

Praktisch gibt es ohnehin bessere Möglichkeiten: Kompost, Biotonne oder kommunale Grünabfallsammlung.

Oft muss das Laub gar nicht weg

Im Garten können Blätter teilweise sogar liegen bleiben. Eine Laubschicht schützt Boden und Pflanzen vor Frost und kann dazu beitragen, Feuchtigkeit im Boden zu halten. Auch zum Mulchen lassen sich Blätter nutzen. Nach Angaben des Umweltbundesamtes schützt eine solche Bodenabdeckung unter anderem vor Austrocknung.

Eine weitere Möglichkeit ist der eigene Kompost. Gemeinsam mit anderen Garten- und geeigneten Küchenabfällen entsteht daraus mit der Zeit nährstoffreicher Humus. So gelangen Nährstoffe aus dem Pflanzenmaterial wieder zurück in den Garten.

Allerdings eignet sich nicht jedes Pflanzenmaterial für den heimischen Kompost. Kranke oder stark von Schädlingen befallene Pflanzenteile sollten laut Umweltbundesamt besser über die kommunale Entsorgung abgegeben werden. Bei der Eigenkompostierung werden häufig nicht die Temperaturen erreicht, die notwendig wären, um Krankheitserreger zuverlässig unschädlich zu machen.

Größere Mengen zur Sammelstelle bringen

Bei einigen Bäumen können innerhalb weniger Wochen erhebliche Mengen an Blättern zusammenkommen. Ist die Biotonne voll und der eigene Kompost zu klein, bieten viele Kommunen zusätzliche Möglichkeiten an. Dazu gehören Grünabfallsammelstellen, Wertstoffhöfe, Laubsäcke oder saisonale Sammlungen. Auch der NABU weist darauf hin, dass zahlreiche Städte und Landkreise im Herbst besondere Angebote für Laub und Grünschnitt bereitstellen.

Welche Variante am Wohnort angeboten wird, lässt sich normalerweise über den örtlichen Abfallkalender oder direkt beim kommunalen Entsorgungsbetrieb herausfinden.