Garten bei Finsterwalde
: Natürlicher Schutz gegen Schadpilze, so funktioniert’s

Start in die Gartensaison – Gartenbauexperte Rüdiger Winde aus Schönborn verrät, wie man Pflanzenschutz selbst herstellt und das Gewächshaus frei von Schadpilzen hält.
Von
Rolf Kühne
Schönborn
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Rüdiger Wnde aus Schönborn zeigt Frühblüher, die jetzt gepflanzt werden können. Der Gartenbauexperte weiß auch Rat bei Pilzbefall.

Rüdiger Wnde aus Schönborn zeigt Frühblüher, die jetzt gepflanzt werden können. Der Gartenbauexperte weiß auch Rat bei Pilzbefall.

Rolf Kühne
  • Frühblüher jetzt pflanzen: Narzissen, Tulpen, Traubenhyazinthen im Trend.
  • Boden verbessern: Pflanzloch 70×70 cm, grober ungesiebter Kompost mit Holzanteil.
  • Gegen Schadpilze: Weidenwasser ansetzen – 500 g, 30 Std. einweichen.
  • Gewächshaus vor Saison ausschwefeln: 1 Blatt/2,5 m³, 2 Tage schließen, dann reinigen.
  • Seminare zum Erdaufbau am 14. und 15. März; Kita-Pflanzaktion ab 16. März.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Es ist nicht zu übersehen: Mit den ersten frühlingshaften Temperaturen ist in die Gärten in und um Finsterwalde wieder Leben eingekehrt. Gartenbau-Experte Rüdiger Winde ist überzeugt: Das Stück Grün kann sich jeder ohne großen Aufwand selbst herrichten und auch Schadpilze lassen sich ohne großen Aufwand bekämpfen.

„Hobbygärtner können jetzt alle Frühblüher in die Erde bringen“, sagt Rüdiger Winde aus Schönborn (bei Doberlug-Kirchhain). „Dazu gehören Zwiebelgewächse wie Narzissen, Tulpen oder Traubenhyazinthen. Letztere blühen lavendelfarben und sind stark im Trend.“

Alle diese Frühblüher seien pflegeleicht, versichert Rüdiger Winde. Und auch wenn sie verblüht sind, könne man sich später wieder an ihnen erfreuen. „Man kann sie in einer anderen Ecke im Garten wieder einpflanzen. Dort können sie Kraft sammeln für die Blüte im neuen Jahr“, erklärt der Inhaber eines Gartenbaubetriebes.

Auch für Obstbäume und natürliche Hecken (Blühsträucher) ist der Frühling die Pflanzzeit. Blühsträucher blühen als Vier-Jahreszeiten-Hecken von Mai bis September. Die weiße Forsythie blüht zum Beispiel im Frühling. Später kommen die Weigelien, im August dann die Sieben-Söhne-des-Himmels. „So schafft man sich einen offenen, blühenden Garten. Und auch den Bienen wird das gefallen. Die Blühsträucher sind alles Bienenweiden“, weiß Rüdiger Winde.

Der Fachmann weist darauf hin, dass vor dem Pflanzen der Boden verbessert werden sollte. Er erläutert: „Bevor Obstbäume gepflanzt werden, sollte ein Pflanzloch gegraben werden, 70 Zentimeter tief und 70 Zentimeter im Durchmesser. Dort hinein kommt grober, ungesiebter Kompost.“

Experte aus Schönborn setzt auf ungesiebten Kompost

Ungesiebt ist laut Rüdiger Winde wichtig: „Es kommt auf die Holzanteile im Kompost an. Die halten im Sommer das Wasser fest. Das gibt eine gute Wurzelbildung.“ In diesem Zusammenhang warnt er vor Schadpilzen im Boden, die die Wurzelspitzen angreifen. „Diese Pilzarten werden immer häufiger. Früher hatten wir durch den Braunkohletagebau sauren Regen als Niederschlag. Dadurch kam Schwefel in den Boden. Der hat die Schadpilze in Schach gehalten.“

Dem Übel könne man aber ganz einfach zu Leibe rücken, so Rüdiger Winde. Mit natürlichen Pflanzenhilfsstoffen, die dem Pilzbefall entgegenwirken und die Bewurzelung befördern. Die Herstellung des Stoffes beschreibt der Gartenfachmann so: „500 Gramm Weide werden kleingeschnitten und 30 Stunden eingeweicht. In dem Weidenwasser entstehen Auxine. Diese pflanzlichen Wachstumshormone helfen der Pflanze beim Einwurzeln und bei der Wurzelbildung.“

Nicht nur im Freien sind schädliche Pilze eine Gefahr für die Pflanzen. Auch im Gewächshaus breiten sie sich aus. Rüdiger Winde weiß Rat, wie das verhindert werden kann: „Vor der Saison kann man das Gewächshaus ausschwefeln. Dafür nimmt man Schwefelblätter. Faustregel: Pro 2,5 Kubikmeter Raum ein Blatt. Die Blätter werden in einen Tontopf gestellt, angezündet und wieder ausgeblasen, sodass die Blätter schwelen können.“

So sehen die Schwefelblätter aus, mit denen Gewächshäuser von Schadpilzen befreit werden können.

So sehen die Schwefelblätter aus, mit denen Gewächshäuser von Schadpilzen befreit werden können.

Rolf Kühne

Zwei Tage lang soll das Gewächshaus geschlossen bleiben. Danach muss es mit einem scharfen Wasserstrahl gesäubert werden. Rüdiger Winde: „Dann kann neue Erde eingebracht werden. Aber Achtung: Vor dem Ausschwefeln müssen alle Pflanzen raus aus dem Gewächshaus.“

Rund um den richtigen Erdaufbau findet bei Gartenbau Winde in Schönborn am 14. und 15. März, jeweils ab 10 Uhr, ein Seminar statt.

Pflanzaktion in Kitas

Am 16. März startet in den Kindertagesstätten im Landkreis Elbe-Elster eine große Pflanzaktion. Zusammen mit den Kindern bepflanzt Rüdiger Winde Hochbeete in 45 Kitas. 20 Einrichtungen besucht der Gartenbauexperte im Frühling, den Rest im Sommer. Den Anfang macht die Kita Schlaumäuse in Massen (bei Finsterwalde).