Naturparadies Grünhaus: Noch immer ist diese Region karg. Spärlich bewachsene Sandböden, vereinzelte junge Kiefern und vertrocknete Grasbüschel – das nimmt der Besucher auf den ersten Blick wahr. Schaut man genauer hin, dann offenbart sich viel mehr.
Ehemalige Kippen aus der Zeit des Kohleabbaus, Abbruchkanten und wassergefüllte Senken bieten ein abwechslungsreiches Landschaftsbild. Hier haben sich Spezialisten aus dem Tier- und Pflanzenreich angesiedelt, die genau diese Bedingungen brauchen.

Grünhaus ist fast wie eine Arche Noah

Die Flächen liegen zu großen Teilen im Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft. Mitarbeiterin Cordula Schladitz weiß aus der Geschichte: Noch vor etwa 40 Jahren waren hier Großraumbagger aktiv. Heute ist diese ehemalige Bergbaulandschaft eine Art Arche Noah. Unterschiedlichste Standorte wechseln oft auf kleinstem Raum. Wind, Regen und aufsteigendes Grundwasser formen die Landschaft ständig neu.
Die immer wieder abbrechenden Ufer der neu entstandenen Seen bieten Eisvogel, Uferschwalbe und auch seltenen Insekten ideale Brutplätze. Sandstrohblume und Bergsandköpfchen sind auf den nährstoffarmen Böden fast keiner Konkurrenz ausgesetzt. Ihre Wurzeln sind länger als die oberirdischen Teile der Pflanzen und reichen bis einen Meter tief in den Boden. Mit dieser Strategie sind sie auf den losen Sandböden gut verankert und kommen besser an die wenigen vorhandenen Nährstoffe.
Auch das seltene Tausendgüldenkraut ist hier heimisch. Es wurde einst als Heilpflanze gegen zahlreiche Krankheiten eingesetzt. Bis ins 15. Jahrhundert war der Name der Pflanze „Hundertguldenkraut“. Das bezog sich darauf, dass die Pflanze kaum zu bezahlen war. Später wurde daraus übertreibend Tausendgüldenkraut.

Grünhaus ist Bestandteil der Nabu-Stiftung

Etwa 2000 Hektar dieser speziellen Landschaft gehören der Nabu-Stiftung. Sie sorgt dafür, dass die Natur ganz allein den Entwicklungsprozess bestimmt. Cordula Schladitz empfiehlt, das Naturparadies unbedingt einmal zu nutzen.
Gäste können den Parkplatz unweit der Förderbrücke F60 an der Straße L60 nutzen und von da aus eine Wanderung unternehmen. Mit dem Fernglas lassen sich derzeit Rohrweihen und Graugänse über der Seeteichsenke und dem Heidesee beobachten.
Mit etwas Glück bekommen Besucher Kraniche zu sehen, die sich in der Gruppe zum Schlafen in den flachen Gewässern sammeln.
Und wer einmal nahe Lichterfeld ist, der sollte den liegenden Eiffelturm, das ausgemusterte Tagebaugroßgerät besuchen und vielleicht sogar erklimmen.
Die Stadt Finsterwalde ist immer einen Besuch wert. Das Museum besticht mit Vielfalt. Naturfreunden sei der Besuch der vielfach prämierten erlebnisReich-Ausstellung im Schloss Doberlug empfohlen. Wollen wir wetten, dass Gäste danach mehrfach auf Streifzüge durch den Naturpark gehen oder mit dem Rad Erlebnisse er“fahren“?
Für Rückfragen: Cordula Schladitz, Tel.035341 61515 oder Dr.Stefan Röhrscheid, Tel.03531 6096-11.

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