Rechtsextremismus in Cottbus: Ermittlungsgruppe gegen rechte Straftaten gebildet

Rechte Straftaten in Cottbus: An die Synagoge in der Cottbuser Innenstadt wurde ein Hakenkreuz und ein antisemitischer Schriftzug geschmiert. Die Schmiererei ist abgedeckt worden. Jetzt will das Brandenburger Innenministerium verstärkt gegen rechte Straftaten vorgehen.
Patrick Pleul/dpa- Polizei richtet in Cottbus eine Ermittlungsgruppe zu rechten Straftaten ein.
- Anlass sind Vorfälle an Synagoge und ein Angriff auf ein alternatives Wohnprojekt.
- Innenminister Jan Redmann warnt vor radikalisierter Jugend – Internet treibt Gewalt.
- Er nennt ein Milieu mit jungen, teils gewaltbereiten Kameradschaften in der Region.
- Treffen in Cottbus geplant: Redmann berät mit OB Tobias Schick über Konsequenzen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Zur Aufklärung rechter Straftaten nach einer Reihe von Vorfällen in Cottbus hat die Polizei eine eigene Ermittlungsgruppe eingerichtet. Das sagte Brandenburgs Innenminister Jan Redmann (CDU) am Morgen auf Radioeins vom RBB.
Zugleich warnt der CDU-Politiker vor einem Anstieg politisch motivierter Gewalt unter Jugendlichen und einer Radikalisierung über das Internet.
Redmann wird am Donnerstag, 30. April 2026, in Cottbus unter anderem mit Oberbürgermeister Tobias Schick (SPD) über Konsequenzen nach rechten Straftaten beraten. Unter anderem wurden ein großes Hakenkreuz und ein antisemitischer Schriftzug an die Synagoge in der Cottbuser Innenstadt geschmiert. Ein alternatives Wohnprojekt wurde vor Kurzem mit einer Leuchtfackel angegriffen. Cottbus gilt seit Jahren als ein Hotspot des Rechtsextremismus.
Hang zu politisch motivierter Gewalt bei Jugend gestiegen
Innenminister Redmann sagte auf Radioeins, es gebe ein Milieu und Kameradschaften mit vielen jüngeren Menschen, die auch gewaltbereit seien. Sie wollten mit symbolischen Taten an kulturell wichtigen Orten wie zum Beispiel Synagogen, aber auch mit Überfällen auf Jugendclubs auf sich aufmerksam machen und die Region prägen.
Es sei in dieser Woche eine Ermittlungsgruppe eingerichtet worden, die mögliche Zusammenhänge klären soll und prüfe, ob möglicherweise dieselben Täter dahintersteckten. „Da wird mit allen Mitteln, die die Kriminologie bietet, gerade versucht, den Tätern habhaft zu werden.“ Zudem würden Einrichtungen besser gesichert als in der Vergangenheit.
Das Phänomen politisch motivierter Jugendgewalt habe sich ziemlich rasant entwickelt, sagte der Innenminister. Nach seinen Angaben gab es in Brandenburg vor fünf, sechs Jahren „eine Handvoll“ politisch motivierter Gewalttaten von Tätern unter 18 Jahren. Im Jahr 2025 seien es 84 solcher Taten gewesen.
Radikalisierung über soziale Medien
„Also wir sehen, dass gerade bei jungen Menschen sowohl im rechtsextremen Milieu, aber auch im linksextremen und im islamistisch motivierten Milieu der Hang zu politisch motivierter Gewalt stark zugenommen hat“, so Redmann.
Zugleich sieht Redmann die Bekämpfung des Rechtsextremismus als eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Immer mehr junge Menschen würden über soziale Medien radikalisiert. Sie hätten auf ihren Handys zigfach Kontakt zu radikalen Inhalten und zu indizierter Musik. „Dagegen ist Sozialarbeit, die hier und da punktuell diese Menschen erreicht, wenig wirksam“, meinte Redmann.
„Ich glaube, wir müssen auch an die Plattformen ran. Wir müssen miteinander darüber reden, wie es sein kann, dass solche rechtsradikale indizierte Musik im Internet frei verfügbar ist und auf diesen Plattformen ausgespielt wird“, so der Minister. „Hier wird eine ganze Generation gegenwärtig verblendet, und das können wir uns nicht gefallen lassen.“

