Rechtsextremismus in Cottbus: Serie rechter Gewalt, diese Fälle sind bekannt

Die Polizei hatte in den zurückliegnden Tagen in Sachen Rechtsextremismus einiges zu tun. Der Fall eines Pfarrers sorgt für bundesweite Schlagzeilen. Aber noch weitere Straftaten deuten auf ein rechtsextremes Motiv hin.
Michael Helbig- In Cottbus häufen sich rechtsextreme Vorfälle – mehrere Taten binnen weniger Tage.
- Unbekannte randalierten vor der Wohnung von Pfarrer Lukas Pellio, Sticker wurden hinterlassen.
- Polizei prüft politischen Hintergrund und ermittelt Staatsschutz, teils zunächst ohne Motiv.
- Mindestens sieben weitere Taten gemeldet: Parolen, Symbole, Schmierereien und ein Angriff.
- BTU-Party: rassistische Beleidigungen; in der Straßenbahn Pfefferspray gegen einen 59-Jährigen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
In Cottbus häufen sich die Fälle rechtsextremer Gewalt. Innerhalb nur einer Woche war es an mehreren Orten zu Angriffen und Vorfällen mit rechtsextremem Hintergrund gekommen. Ein Fall sorgte dabei überregional für Schlagzeilen.
Dabei sollen Unbekannte vor der Wohnungstür eines Pfarrers randaliert und rechte Sticker hinterlassen haben. In diesem Fall ermittelt nun der Staatsschutz in Cottbus.
Daraufhin bekundeten diverse Akteure aus Politik und Zivilgesellschaft ihre Solidarität mit dem Geistlichen. Auch die Sprecherin der Linksjugend gab an, am selben Tag einen rechtsmotivierten Übergriff erlebt zu haben. In diesem Fall ermittelt die Polizei wegen Nötigung und Diebstahl.
Weitere Fälle rechter Kriminalität in Cottbus
Das sind allerdings nur die prominentesten Fälle rechter Gewalt, die sich in Cottbus in den letzten Tagen ereignet haben. In einer der Redaktion vorab vorliegenden Pressemitteilung heißt es, dass es innerhalb von drei Tagen mindestens sieben weitere Taten rechter Gewalt in Cottbus gegeben habe.
Wie die Polizei berichtete, kam es am Donnerstag, 16. April, zu verfassungsfeindlichen Aktionen auf einer Autobahnbrücke nahe Cottbus. Zudem sollen Täter in der Cottbusser Innenstadt rechtsextreme Parolen gerufen haben.
Chronik rechter Gewalt: Hitlergrüße, Rassismus und Angriff
Am Samstag soll es bei einer Party zur Semestereröffnung auf dem Zentralcampus der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU) Cottbus-Senftenberg zu rassistisch motivierten Übergriffen gekommen sein. Die Rede ist von diskriminierenden Beleidigungen.
Nach Angaben der Polizei zeigte ein Mann am selben Tag in einer Straßenbahn verfassungsfeindliche Symbole und griff anschließend einen 59-jährigen Fahrgast mit Pfefferspray an. Dabei sei der 59-Jährige so schwer verletzt worden, dass er medizinisch versorgt werden musste.
Zwei Tage danach wird von rechtsextremen Schmierereien am Hausprojekt „Zelle 79“ berichtet. Unbekannte hätten in der Nacht zum Sonntag Nazi-Symbole an die Fassade des Hausprojekts Zelle 79 gesprüht, das seit Längerem immer wieder von Neonazis angegriffen wird.
Ricarda Budke, Sprecherin der Initiative „Sichere Orte Südbrandenburg“, fordert: „Den Solidaritätsbekundungen müssen jetzt Taten folgen. Die extreme Rechte tritt uns als Organisierte Kriminalität entgegen, und so muss sie von der Polizei auch behandelt werden.“
Die Polizei sieht sich die vielen Fälle nun genauer an. Ein Sprecher der Polizei erklärt auf Nachfrage: „Es ist vieles dabei, das mittlerweile leider zum Alltag gehört. Wenn es sich um Fälle handelt, die ein Schutzobjekt oder einzelne Personen betreffen, sammeln wir diese und werten sie aus. Aufgrund der Informationen, die es jetzt zu einzelnen Fällen gibt, ermitteln wir natürlich in eine andere Richtung als anfangs erwartet.“
Randalierer stürmen Wohnung von Pfarrer in Cottbus
Auf Anfrage teilte die Polizei mit, dass sie in einigen Fällen zunächst keine politische Motivation feststellen konnte. Darunter auch im Fall des Pfarrers. Dabei hätten zunächst keine Einbruchspuren festgestellt werden können. „Wir sind von Hausfriedensbruch ausgegangen“, sagt ein Sprecher der Polizei. Angesichts der danach bekannt gewordenen Schilderungen der Ereignisse werde nun jedoch ein politischer Hintergrund geprüft.
Ein anderer Vorfall, der nur wenige Wochen zurückliegt, ist der Angriff auf das Parteibüro der Linken. Die Scheibe der Geschäftsstelle wurde mit Steinen beschädigt. Auch in diesem Fall ermittelte der Staatsschutz.

