Energie Cottbus verliert das Testspiel gegen Drittligist Erzgebirge Aue mit 1:3 (1:1). Für einen couragierten und starken Auftritt belohnte sich der FCE im Ost-Duell nicht. Die Mannschaft von Trainer Claus-Dieter Wollitz wurde unter Wert geschlagen und ließ über die 90 Minuten von einem Klassenunterschied wenig erkennen.
Vor Anpfiff sorgte besonders eine Personalie im Cottbuser Kader für Überraschung. Probespieler Filip Hasek stand mit der Nummer 37 auf dem Spielberichtsbogen. Der Mittelfeldmann hatte in der Hinrunde für den Oberligisten VfB Krieschow gespielt und dort angekündigt, sich für Höheres empfehlen zu wollen. Dies durfte der einstige tschechische U21-Nationalspieler in der letzten Viertelstunde des Testspiels tun und konnte bei einigen ansehnlichen Aktionen sein Potenzial zeigen.

Drei Stammspieler fehlen Energie Cottbus bei Erzgebirge Aue

Mit von der Partie war etwas überraschend auch bereits wieder Stürmer Eric Hottmann. Der 22-Jährige hatte sich Ende vergangener Woche eine Erkältung zugezogen und das Testspiel bei der SG Eintracht Peitz (15:0) verpasst. Ins Erzgebirge reiste der Angreifer wieder mit und nahm zu Beginn auf der Bank Platz. Die seit letzter Woche ebenfalls grippekranken Axel Borgmann und Jonas Hofmann fehlten hingegen weiterhin, trainieren aber bereits wieder individuell. Auch der im Mittelfeld eigentlich gesetzte Arnel Kujovic war in Aue nicht dabei.
In ihrer Abwesenheit stellte sich das Personal etwas improvisiert auf: Allrounder Tobias Hasse rutschte von der rechten Verteidigerposition auf die linke, dafür spielte Malcolm Badu auf der rechten Defensivseite. Ali Abu-Alfa stürmte auf Rechtsaußen, Nicolas Wähling auf links und Niklas Geisler als flexibler Mittelstürmer.
Die erste Chance gehörte Abu-Alfa, der aus spitzem Winkel zu ungenau zielte (9.). Trotz einer guten Anfangsphase der Cottbuser ging Erzgebirge Aue in Führung. Janis Juckel hatte den Ball erst im Mittelfeld mit einer beherzten Grätsche erobert, doch dann unter Druck einen Fehlpass gespielt. Aue konterte blitzschnell und Antonio Jonjic brachte das Leder im Netz unter (13.). Bei einem weiteren schnellen Gegenangriff verpasste Tim Danhof das 2:0 nur knapp (21.).

Cottbus belohnt sich für eine couragierte Leistung mit dem Ausgleich

Energie spielte gut mit und presste wie gewohnt früh, konnte daraus aber wenig Potenzial schlagen. Die Chancen gehörten in der ersten Halbzeit dem Gastgeber aus Aue. Elias Bethke verhinderte das 0:2, wieder hatte sich Danhof auf dem linken Cottbuser Abwehrflügel durchgesetzt (34.). Einen weiteren Auer Abschluss verhinderte Malcom Badu mit einer beherzten Grätsche (38.). Die Restverteidigung beim FCE stimmte nicht immer und als Drittligist befreite sich Aue aus dem Pressing besser als viele Cottbuser Gegner in der Regionalliga.
Dass aber auch die Lausitzer spielen können, zeigte der Tabellenführer der Regionalliga Nordost kurz vor der Pause. Nach einer starken Kombination kam Malcolm Badu am gegnerischen Strafraum zum Abschluss, verpasste aber das Tor (42.). Die Belohnung für die Druckphase vor der Pause und einen couragierten Auftritt folgte quasi mit dem Pausenpfiff. Der dribbelstarke Abu-Alfa setzte sich auf rechts durch, in der Mitte versenkte Geisler sehenswert per Außenrist (45.).
Ungewohnte Rolle: In der zweiten Halbzeit verteidigte Dennis Slamar (hier im Zweikampf mit Aue-Stürmer Antonio Jonjic) auf der rechten Abwehrseite.
Ungewohnte Rolle: In der zweiten Halbzeit verteidigte Dennis Slamar (hier im Zweikampf mit Aue-Stürmer Antonio Jonjic) auf der rechten Abwehrseite.
© Foto: Gabor Krieg/Picture Alliance

Energie startet mit viel Ballbesitz in die zweite Halbzeit, aber Aue macht die Tore

Der Torschütze durfte auch in Halbzeit zwei auf dem Feld bleiben, als Eric Hottmann die Rolle im Sturmzentrum übernahm. Mit dem Zielspieler zeigte Energie noch mehr Präsenz im gegnerischen Strafraum und zog sein gewohntes Spiel auf – auch weil der Gegner den Cottbusern viel Ballbesitz überließ. Selbst suchten die Aue zwar nach Anspielstationen im Mittelfeld, der FCE stellte die in Hälfte zwei aber zunächst gut zu.
Also musste für die Sachsen eine Standardsituation herhalten. Marvin Stefaniak schlenzte einen von Janis Juckel verursachten Freistoß aus 22 Metern unhaltbar ins Netz (61.). Kurz nach dem Führungstreffer wechselte der Drittligist munter durch und wurde mit den frischen Spielern deutlich aktiver. Energie musste hingegen ein wenig dem frühen Anlaufen in der ersten Halbzeit Tribut zollen.
Vereinstreu: Mit Martin Männel steht bereits seit 2008 ein Ex-Cottbuser im Tor von Erzgebirge Aue. Bei vielen Fans genießt der Torwart schon jetzt einen Status als Vereinslegende.
Vereinstreu: Mit Martin Männel steht bereits seit 2008 ein Ex-Cottbuser im Tor von Erzgebirge Aue. Bei vielen Fans genießt der Torwart schon jetzt einen Status als Vereinslegende.
© Foto: Gabor Krieg/Picture Point
Die Cottbuser Offensivaktionen wurden selten, Mittelstürmer Eric Hottmann erreichten nur wenige Bälle. Stattdessen entschied Aue die Partie, Jonas Böhmert foulte Paul-Philipp Besong im Strafraum, Elias Huth versenkte den Elfmeter zum 3:1-Endstand (75.).
FC Erzgebirge Aue – FC Energie Cottbus 3:1 (1:1)
FC Erzgebirge Aue: Männel (65. Klewin) – Danhof (65. Knezevic), Majetschak (65. Burger), Taffertshofer (65. Sorge), Rosenlöcher (65. Thiel) – Schikora (65. Gorzel), Schreck (65. Riese), Stefaniak (65. Taschy) – Jonjic (65. Jastremski), Nazarov (65. Besong), Sijaric (65. Huth).
FC Energie Cottbus: Bethke (46. Sebald) – Badu, Slamar, Hildebrandt (76. Wagner), Hasse (76. Kaizer) – Eisenhuth, Juckel, Oesterhelweg (46. Böhmert) – Wähling, Geisler (76. Hasek), Abu-Alfa (46. Hottmann).
Tore: 1:0 Antonio Jonjic (13.), 1:1 Niklas Geisler (45.), 2:1 Marvin Stefaniak (61.), 3:1 Elias Huth (75./FE) – Schiedsrichter: Lämmchen (ZFC Meuselwitz) – Zuschauer: 0 (Ausschluss der Öffentlichkeit)

Die Stimmen zum Spiel

Malcolm Badu (Energie Cottbus): „In der 1. Halbzeit haben wir super gegengehalten und sehr diszipliniert gespielt. Mit dem zweiten Gegentreffer haben wir dann etwas den Faden verloren. Jeder weiß, dass unser Spiel sehr Pressing-intensiv ist. Diese Disziplin müssen wir jetzt auch in die Liga mitnehmen.“
Jonas Hildebrandt (Energie Cottbus): „Die 1. Halbzeit war gut. Da hat vieles gepasst. Wir hatten einen guten Zugriff und haben flach hinten raus gespielt. Mit der 2. Halbzeit können wir nicht zufrieden sein. Da haben wir ein ganz anderes Gesicht gezeigt. Daraus müssen wir lernen.“
Matthias Heidrich (Sportlicher Leiter Erzgebirge Aue): „Cottbus hat uns das Leben echt schwergemacht. Energie war richtig gut. Es war nicht einfach, die fußballerischen Qualitäten der Cottbuser unter Kontrolle zu halten. In der 2. Halbzeit haben wir uns dann besser auf Energie einstellen können. Am Ende haben wir verdient gewonnen, weil Cottbus dann keine Torchance mehr hatte.
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