Der bittere Mittwochabend von Jena wird den FC Energie Cottbus noch eine Weile beschäftigen. Das späte Elfmeter-Gegentor zum 1:1-Endstand im Topspiel bei Carl Zeiss Jena stoppte die Cottbuser Aufholjagd in Richtung Tabellenspitze der Regionalliga Nordost. Gleichzeitig muss der FCE sich mit den Ausschreitungen im Gästeblock befassen.
Die Schadensbilanz ist enorm, dem Verein drohen empfindliche Geldbußen. Für FCE-Präsident Sebastian Lemke und seine Mitstreiter in der Vereinsführung steht die Frage, wie der Club mit den Vorfällen umgeht. Er verdeutlichte: „Als wir angefangen haben, wurden wir um den Dialog mit den Fans gebeten. Wir waren immer im Dialog, aber wenn das das Dankeschön ist, dann danke für nichts. Ich bin fassungslos.“

FCE-Präsident Sebastian Lemke im Video-Interview

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Das ist die Schadensbilanz der Jenaer Polizei

Während des Regionalliga-Spiels ist es laut Polizei zu sechs Festnahmen gekommen. Vermeintliche Anhänger beider Fußball-Clubs müssen sich demnach für Landfriedensbruch, Verstöße gegen das Versammlungs- und Sprengstoffgesetz, tätliche Angriffe auf Polizeibeamte sowie wegen Diebstahls, gefährlicher Körperverletzung und Sachbeschädigung verantworten.
Laut Polizei Jena zündeten die Jenaer Fans nach Spielbeginn eine Fackel. Zu ersten verbalen Auseinandersetzungen zwischen den Fanlagern kam es, als etwa 50 vermeintliche Cottbus-Anhänger fünf Minuten verspätet ins Stadion kamen. Eine körperliche Auseinandersetzung konnte die Polizei nur mit dem Einsatz von Pfefferspray unterbinden.
Auf dem Weg zum Block sollen sich mehrere dieser Männer vermummt haben und in den Heimbereich eingedrungen sein. Fans der heimischen Ultragruppierung sollen bereits für eine körperliche Auseinandersetzung bereitgestanden haben. Die Beamten schritten ein und zwangen die Gäste-Anhänger unter der Verwendung von Pfefferspray und Schlagstöcken aus dem Heimbereich.
Im Anschluss versuchten ungefähr 60 Heimfans, über die Haupttribüne zum Gästeblock zu gelangen. Der Polizei gelang es jedoch dies zu unterbinden. Kurz nach Anpfiff der zweiten Halbzeit zündeten vermummte Fans im Gästeblock Pyrotechnik und feuerten diese in den Heimbereich. Das Fußballspiel musste daraufhin vom Schiedsrichter für etwa 18 Minuten unterbrochen werden.

So reagiert der FC Energie auf die Randale

Nachdem die Raketen in Richtung Heimbereich geflogen waren, eilten Trainer Claus-Dieter Wollitz und einige FCE-Spieler in Richtung Gästeblock. Auch Präsident Sebastian Lemke war sofort zur Stelle. Er berichtete direkt nach Spielende im Rundschau-Interview, dass die Stimmung „aggressiv“ gewesen sei und sagte: „In der ersten Reihe standen welche, mit denen kommst du nicht in den Dialog. Ich bin dann nochmal an den Zaun gegangen, da ist man halbwegs ins Gespräch gekommen. Aber das hilft nicht.“
Sichtlich von den Vorfällen angefasst erklärte Lemke: „Man kann zu Pyrotechnik stehen wie man will. Sie aber dann in einen anderen Block reinzuwerfen, geht überhaupt nicht. Wir distanzieren uns ganz klar von diesen Leuten und sind maßlos enttäuscht.“ Im Namen des Vereins entschuldigte sich Lemke beim FC Carl Zeiss Jena und möglichweise verletzten Zuschauern: „Ich hoffe, es ist nichts Schlimmeres passiert. Es tut mir leid, es ist beschämend.“
Nachdem zuletzt schon beim Heimspiel gegen den Chemnitzer FC anlässlich des 20. Jahrestages der Fangruppierung CBR02 auf der Nordwand im Stadion der Freundschaft zu einem massiven Einsatz von Pyro-Technik gekommen war, droht dem Verein spätestens nach den Vorkommnissen von Jena eine empfindliche Strafe vonseiten des Verbandes.
Lemke kündigte an, dass der Verein intern beraten wolle, wie auf die Vorkommnisse reagiert werden soll. Er sagte: „Es ist schwer, direkt danach etwas zu sagen. Aber scheinbar ist der Dialog der falsche Weg. Ich bin einfach fassungslos und traurig.“

So geht es in der Regionalliga weiter

Nach dem späten Ausgleich durch den strittigen Elfmeter für Jena muss Energie Cottbus nun auf Rang sieben zuschauen, ob die Spitzenteams in der Regionalliga Nordost ihren Vorsprung weiter ausbauen. Carl Zeiss Jena kletterte nach dem glücklichen Punktgewinn vorerst an die Tabellenspitze.
Vasilios Dedidis hatte den Strafstoß für die Gastgeber zum 1:1 (86.) verwandelt, nachdem zuvor FCE-Verteidiger Tobias Eisenhuth den Jenaer Pasqual Verkamp minimal am Fuß berührt hatte. Lange Zeit hatte es nach dem ersten Auswärtssieg für Energie Cottbus in dieser Regionalliga-Saison ausgesehen. Nach dem sehenswerten Treffer von Nicolas Wähling (27.) hielten die Cottbuser den Gegner die meiste Zeit fern vom eigenen Tor. Zudem parierte FCE-Keeper Elias Bethke zweimal gegen Jenas Torjäger Jan Dahlke (42./43.).
Energie-Trainer Wollitz konstatierte: „Wir haben ein sehr gutes Spiel von beiden Mannschaften gesehen, das war komplett auf Augenhöhe. Wir haben es lange Zeit gut verteidigt. Schade, dass dann so ein Elfmeter zum Ausgleich führt. Trotzdem ist das Ergebnis am Ende korrekt.“ Für Energie geht es am 8. Oktober mit dem Heimspiel gegen Lok Leipzig weiter. Bis dahin werden den Verein sicher nicht nur sportliche Themen beschäftigen.

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