Nach den Krawallen während des Regionalliga-Spiels zwischen dem FC Carl Zeiss Jena und Energie Cottbus müssen sich Fans von beiden Fußball-Clubs nach Angaben der Polizei für Landfriedensbruch, Verstöße gegen das Versammlungs- und Sprengstoffgesetz, tätliche Angriffe auf Polizeibeamte sowie wegen Diebstahls, gefährlicher Körperverletzung und Sachbeschädigung verantworten.
Es gab insgesamt sechs Festnahmen bei der Partie am Mittwochabend im Ernst-Abbe-Sportfeld in Jena. Das Topspiel der Regionalliga Nordost endete 1:1 (0:1) – aber das Ergebnis war letztlich nur Nebensache. Mindestens ein Mensch sei verletzt worden, wie ein Sprecher der Polizei gegenüber MDR Thüringen sagte.

Polizei setzt Pfefferspray und Schlagstöcke ein

Laut Polizei Jena zündeten die Jenaer Fans kurz nach Spielbeginn eine Fackel. Zu ersten verbalen Auseinandersetzungen zwischen den Fanlagern kam es, als etwa 50 Cottbuser Anhänger fünf Minuten verspätet ins Stadion kamen. Eine körperliche Auseinandersetzung konnte die Polizei nur mit dem Einsatz von Pfefferspray unterbinden. Auf dem Weg zum Block sollen sich mehrere Fans der Gäste vermummt haben und in den Heimbereich eingedrungen sein. Fans der heimischen Ultragruppierung sollen bereits für eine körperliche Auseinandersetzung bereitgestanden haben.
Die Beamten schritten ein und zwangen die Cottbuser Anhänger unter der Verwendung von Pfefferspray und Schlagstöcken aus dem Heimbereich. Im Anschluss versuchten ungefähr 60 Heimfans über die Haupttribüne zum Gästeblock zu gelangen. Der Polizei gelang es jedoch dies zu unterbinden und die Gemüter zu beruhigen. Kurz nach Anpfiff der zweiten Halbzeit zündeten vermummte Fans im Gästeblock Pyrotechnik und feuerten diese in den Heimbereich. Das Fußballspiel musste daraufhin vom Schiedsrichter für etwa 18 Minuten unterbrochen werden.
Nach Angaben von Andreas Trautmann, Pressesprecher von Carl Zeiss Jena, hätten sich mehrere Zuschauer mit verbrannter Kleidung beim Verein gemeldet. Zudem seien bauliche Vorkehrung zur Fantrennung, wie zum Beispiel Türen, zerstört worden. Während des Spiels hätten Familien mit Kindern aus Angst vor weiteren Krawallen vorsorglich die Haupttribüne verlassen.

Entschuldigung von Energie Cottbus

FCE-Präsident Sebastian Lemke hatte sich nach dem Spiel im Namen von Energie Cottbus für die Vorfälle entschuldigt. „Ich bin fassungslos“, erklärte Lemke im Video-Interview der Rundschau.
Auf seiner Homepage distanzierte sich Energie Cottbus „entschieden von den verantwortungslosen Vorgängen im Gästeblock. Wohlwissend, dass es nur wenige waren, die bewusst schwere Verletzungen anderer Menschen in Kauf nahmen und dem Ansehen unseres Vereins großen Schaden zugeführt haben". So etwas habe nichts mit Fußball und Fankultur zu tun.
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