Restaurants, Bars, Kneipen und Gaststätten hatten es in der Pandemie nicht leicht. In Sachsen mussten im November und Dezember viele Bereiche erneut geschlossen werden infolge eines Quasi-Lockdowns im Freistaat, noch bis 14. Januar gilt eine Sperrstunde ab 20 Uhr. Jetzt sollen die Corona-Regeln in der Gastronomie aber wieder etwas gelockert werden.
  • Ab wann kommen neue Corona-Regeln in der Gastronomie?
  • Welche Maßnahmen gelten in Sachsen?
  • Was passiert, wenn die Corona-Zahlen wieder ansteigen?

2G+ in der Gastronomie – Diese Corona-Regeln gelten jetzt in Sachsen

Bei der jüngsten Ministerpräsidentenkonferenz am 7. Januar haben sich Bund und Länder auf eine einheitliche 2G-Plus-Regel in der Gastronomie geeinigt. Doch nicht alle Länder werden die MPK-Beschluss umsetzen: Sachsen-Anhalt hat direkt im Anschluss an die Sitzung bekanntgegeben, dass das Land 2G+ nicht einführen will. In der Woche nach der Sitzung hat auch Bayern angekündigt, die 2G-Plus-Regel nicht einzuführen und bei der 2G-Regel in der Gastronomie zu bleiben.
Der Freistaat Sachsen sieht das anders: Das Kabinett tagte noch am Abend nach der MPK, um die neue Schutzverordnung zu fixieren. Für gastronomische Einrichtungen wurde folgendes festgelegt:
  • 2G-Regel: Öffnung zulässig täglich zwischen 6 und 20 Uhr
  • Ausnahmen gelten insbesondere für nichtöffentliche Personalrestaurants, Kantinen und Mensen, Lieferangebote, Abholung von Speisen und Getränken, die Bewirtung von nicht-touristischen Gästen in Beherbergungsbetrieben
  • Es besteht die Pflicht zur Vorlage eines Impf- oder Genesenennachweises, zur Kontrolle der jeweiligen Nachweise durch den Betreiber oder Veranstalter und zur Kontakterfassung für den Zugang zu Gastronomiebetrieben.
  • "Hotspot"-Regelung: Liegt die 7-Tage-Inzidenz der Neuinfektionen in einem Landkreis bzw. einer kreisfreien Stadt an drei aufeinanderfolgenden Tagen über dem Wert von 1.500, ist die Öffnung ab dem nächsten Tag untersagt. Sie ist erst wieder möglich, wenn der Schwellenwert der 7-Tage-Inzidenz von 1500 an drei aufeinanderfolgenden Tagen unterschritten wird.

Zwei Tische stehen im Mindestabstand in einem Restaurant. In Sachsen sind neue Corona-Regeln auch für die Gastronomie beschlossen worden. (Symbolbild)
Zwei Tische stehen im Mindestabstand in einem Restaurant. In Sachsen sind neue Corona-Regeln auch für die Gastronomie beschlossen worden. (Symbolbild)
© Foto: Rolf Vennenbernd/DPA

Corona-Regeln in der Gastronomie: Ab wann gilt in Sachsen 2G+?

Die neue Schutzverordnung wurde am heutigen Mittwoch (12. Januar) vom Kabinett beschlossen. Danach sollen die neuen Regeln ab dem 14. Januar in Kraft treten. Die Regeln sollen dann bis 6. Februar gültig sein. Die bisherige Schutzverordnung gilt noch bis zum 15. Januar. Was bis zum Inkrafttreten der neuen Corona-Regeln gilt und was danach noch kommt, lest ihr hier nach:

2G+ in Sachsen: Bedeutung und Ausnahmen

Zutritt bei 2G plus erhalten Genesene und Geimpfte mit einem zusätzlichen Test. Es heißt also eigentlich: 2G plus Test. Aber es gibt Ausnahmen: Wer eine Booster-Impfung hat, bis einschließlich 18 Jahre alt ist oder erst vor maximal drei Monaten genesen oder doppelt geimpft ist, braucht keinen Test. Die Booster-Impfung zählt in Sachsen ab sofort – also ab Stich.

Überlastungsstufe in Sachsen: In diesen Fällen muss die Gastronomie wieder schließen

Diese Regeln gelten, solange die Überlastungsstufe in Sachsen unterschritten wird. Die Überlastungsstufe in Sachsen gilt, wenn die Inzidenz von 1.500 überschritten wurde oder die Bettenbelegung mit Covid-19-Patienten auf den Normalstationen der Krankenhäuser 1.300 übersteigt oder die Bettenbelegung mit Covid-19-Patienten auf den Intensivstationen der Krankenhäuser 420 übersteigt.
Steigt die Inzidenz in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt über 1500, muss die Gastronomie schließen.

Hotels machen wieder auf: Was gilt für touristische Reisen?

Gelockert wird auch im Bereich der Hotellerie in Sachsen. Aktuell dürfen Hotels, Gaststätten, Ferienwohnungen und ähnliches keine Touristen empfangen. Das soll sich jetzt wieder ändern. Welche Corona-Regeln hier gelten, lest ihr hier:

Corona-Pandemie hinterlässt Spuren - auch in der Gastronomie Sachsens

Auch auf dem sächsischen Arbeitsmarkt hat die Pandemie Spuren hinterlassen. „Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist deutlich gestiegen. Die Unternehmen sichern mit Kurzarbeitergeld bestehende Arbeitsplätze. Zugleich haben sich die Einstellungsbereitschaft und damit auch die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung im vergangenen Jahr wieder leicht verbessert“, sagte Behördensprecher Frank Vollgold.
Nach Ansicht von Klaus-Peter Hansen, Chef der Agentur in Sachsen, wird die Pandemie einige Branchen wie die Gastronomie auch nachhaltig beeinflussen. Das hänge nicht zuletzt mit der Entscheidung zur Berufswahl zusammen. Sie werde wie schon in früheren Krisen temporär durch die Pandemie beeinflusst. Junge Menschen favorisierten dann vermeintlich sichere Berufe. „Leidenschaft wird getrübt durch die Risiken“, erklärte Hansen das Phänomen.