Hochwasser in Sachsen
: Warnstufen für fast alle Flüsse im Freistaat

UPDATE 27. Dezember: Überflutungen und Schäden in bebauten Gebieten möglich – Weihnachten 2023 gilt in Teilen von Sachsen die zweithöchste Hochwasserwarnstufe.
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dpa, mm, sm
Dresden
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  • Die historischen Dampfer der Sächsischen Dampfschifffahrt liegen am Terrassenufer von Dresden vor Anker. Die Hochwasserlage bleibt in Teilen von Sachsen angespannt.

    Die historischen Dampfer der Sächsischen Dampfschifffahrt liegen am Terrassenufer von Dresden vor Anker. Die Hochwasserlage bleibt in Teilen von Sachsen angespannt.

    Sebastian Kahnert/dpa
  • Das Hochwasser der Elbe umgibt ein Fahrrad am Terrassenufer. Die Menschen an der Elbe müssen sich auf weiter steigende Wasserstände gefasst machen.

    Das Hochwasser der Elbe umgibt ein Fahrrad am Terrassenufer. Die Menschen an der Elbe müssen sich auf weiter steigende Wasserstände gefasst machen.

    Sebastian Kahnert/dpa
  • Schaulustige Besucher verfolgen an der Talsperre Mandelholz den Wasserablass. Am Grundablass der Talsperre Mandelholz fließt Wasser in die Kalte Bode. Regen und Schmelzwasser hat die Talsperre Mandelholz bei Elend gut aufgefüllt. Die Talsperre dient als Hochwasserschutzbecken für die Kalte Bode. Derzeit wird das angestaute Wasser kontrolliert abgelassen. Bis zu 95 Kubikmeter Wasser fließen pro Sekunde in die kalte Bode und sorgen für ein gewaltiges Naturschauspiel.

    Schaulustige Besucher verfolgen an der Talsperre Mandelholz den Wasserablass. Am Grundablass der Talsperre Mandelholz fließt Wasser in die Kalte Bode. Regen und Schmelzwasser hat die Talsperre Mandelholz bei Elend gut aufgefüllt. Die Talsperre dient als Hochwasserschutzbecken für die Kalte Bode. Derzeit wird das angestaute Wasser kontrolliert abgelassen. Bis zu 95 Kubikmeter Wasser fließen pro Sekunde in die kalte Bode und sorgen für ein gewaltiges Naturschauspiel.

    Matthias Bein/dpa
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Das Hochwasser der Elbe in Dresden nähert sich weiter der zweithöchsten Alarmstufe drei. Vermutlich wird der dafür maßgebende Pegelstand von sechs Metern am Nachmittag erreicht. Am Mittwochmorgen (27. Dezember) wurden in Dresden 5,86 Meter gemessen, wie das Landeshochwasserzentrum in Dresden mitteilte. Die Stadt Dresden hatte aber schon vorab am Dienstagabend die Alarmstufe drei ausgerufen.

Ursprünglich war mit dem Erreichen der Sechs-Meter-Marke schon am Morgen gerechnet worden. Es verzögere sich etwas, sagte die Sprecherin des Landeshochwasserzentrums, Karin Bernhardt. Der Anstieg des Wasserstandes sei von der Schneeschmelze im Riesengebirge abhängig. In Schöne an der tschechischen Grenze gilt mit einem Pegelstand von 6,28 Metern bereits Alarmstufe drei.

Laut Hochwasserzentrale gelten für alle Flüsse in Sachsen mit Ausnahme der Oberen Weißen Elster Hochwasserwarnstufen. Für die Zuflüsse der Oberen Elbe wird damit gerechnet, dass die Warnung im Laufe des Tages aufgehoben werden kann.

Elbfähren stellen den Betrieb ein

Wegen des Hochwassers haben alle Elbfähren der Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) bis auf Weiteres den Betrieb eingestellt. Die Fähren seien an ihren Anliegern vertäut worden und würden regelmäßig kontrolliert, teilten die DVB am Mittwoch mit. Aber mit den erwarteten Pegelständen von bis zu 6,26 Meter gehöre das Winterhochwasser noch zur „üblichen Arbeitsroutine“.

Wann die Fähren wieder fahren können, hänge vom Sinken des Wasserstandes ab. Auch die Anlieger müssten zugänglich sein. Am späten Dienstagabend war für die Elbe in Dresden die Alarmstufe drei von vier ausgerufen worden - noch vor Erreichen des dafür maßgebenden Wasserstandes von sechs Metern.

In Teilen Sachsens bleibt die Hochwasserlage angespannt. Am ersten Weihnachtsfeiertag galt an drei Pegeln der Mulde weiterhin die zweithöchste Alarmstufe drei der vierstufigen Skala.

Konkret betraf das Golzern bei Grimma, die Freiberger Mulde bei Leisnig sowie Kriebstein. Die Hochwasserwelle laufe flussabwärts und werde am Dienstagmorgen den Scheitel in Bad Düben an der Grenze zu Sachsen-Anhalt erreichen, sagte Uwe Büttner vom Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie.

„Wir haben eine ruhige Hochwasserlage“, sagte Büttner. In einigen Regionen wie im Raum Chemnitz seien die Wasserstände seit Heiligabend wieder gefallen. In Sachsen hatte es an mehreren Tagen in Folge stark geregnet, im Hügel- und Bergland geschneit. Aufgrund des Hochwassers und steigenden Oberwassers mussten etwa Straßen gesperrt werden.

Alarmstufe 3 in Schöna an der Elbe

Während sich über die Feiertage im Gebiet der Zwickauer und Freiberger Mulde die Lage wieder entspannte, stieg der Wasserstand der Elbe weiter. In Schöna in der Sächsischen Schweiz wurde am Dienstag (26. Dezember) die Marke von 6 Metern überschritten und Alarmstufe 3 ausgelöst. In Dresden wird dies für Mittwochvormittag erwartet.

Wegen Überflutungen waren am Dienstag noch in mehreren Orten Straßen gesperrt. Autofahrer müssten auch kurzfristig mit Sperrungen rechnen und sollten besonders vorsichtig fahren, warnte die Polizei. In Leipzig war die Bundesstraße 2 zwischen Goethesteig und Koburger Straße in beide Richtungen dicht, das Dresdner Terrassenufer war zwischen Hasenberg und Theaterplatz wegen Überflutungen gesperrt. Auch aus dem Erzgebirgskreis wurden Sperrungen gemeldet.

Der Dresdner Weihnachts-Circus unweit der Elbe stellte unterdessen seinen Spielbetrieb vorläufig ein. Das Wasser drohe über die Ufer zu treten, teilte der Veranstalter auf seiner Internetseite mit. „Daher haben wir uns dazu entschieden, aus Gründen der Sicherheit für Mensch und Tier den Platz teilweise zu räumen und die Anlagen zu sichern, sodass für unsere Künstler, Mitarbeiter und auch die Tiere kein weiteres Risiko zum aktuellen Zeitpunkt besteht.“ Betroffen war auch ein ökumenischer Gottesdienst, der am Dienstagvormittag geplant war.

Schneeschmelze im Erzgebirge

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat weiter wechselhaftes Wetter mit Regen vorhergesagt. Im Erzgebirge wird zudem mit Schneeschmelze und Tauwetter gerechnet. Die Stadt Grimma hatte am Heiligabend ihre Hochwasserschutzanlage in Betrieb genommen und die Fluttore geschlossen. Büttner rechnet trotz der Schneeschmelze im oberen Bergland mit keiner größeren Verschärfung der Hochwasserlage.

Überflutungen von bebauten Gebieten

Die Hochwasserwarnstufe 3 bedeutet, dass Überflutungen in bebauten Gebieten auftreten und große Schäden anrichten können. Die Bevölkerung wurde gebeten, sich von Fließgewässern fernzuhalten, Kellerräume, Unterführungen und ähnliches zu meiden und überflutete Bereiche weder zu Fuß noch mit Fahrzeugen zu durchqueren.