Drei schwere Stürme in nur wenigen Tagen - für viele bedeutet das jetzt ein Anruf bei einer Versicherung. Doch wer zahlt bei Schäden durch einen Sturm? Was müssen Versicherte jetzt tun, um Anspruch auf Schadensersatz zu erhalten? Hier sind die Infos zu Sturmschäden.
Der Versicherungsmakler Aon schätzt die versicherten Schäden auf insgesamt 1,6 Milliarden Euro, wie er am Montag in Hamburg mitteilte. „Wir gehen davon aus, dass 'Ylenia' und 'Zeynep' zu den schadenträchtigsten Stürmen in Deutschland zählen“, sagte Aon-Deutschland-Chef Jan-Oliver Thofern. „Die Schäden wären noch höher ausgefallen, wenn die Bäume schon Blätter getragen hätten, die wegen des Segeleffektes noch mehr Bäume zum Umsturz gebracht hätten.“

Ylenia, Zeynep, Antonia: Stürme richten Millionen-Schäden an

Besonders in der Mitte und im Norden Deutschlands richteten die Stürme erhebliche Zerstörungen an. Von der geschätzten Schadensumme entfallen nach Schätzung von Aon etwa 500 Millionen Euro auf den ersten Sturm „Ylenia“, eine Milliarde auf den Orkan „Zeynep“ und 100 Millionen Euro auf „Antonia“. Dies entspreche etwa der Hälfte der gesamten versicherten Sturmschäden eines durchschnittlichen vollständigen Jahres.

Sturmschäden – Wer zahlt und was muss die Versicherung wissen?


Sturmschäden an Häusern sind meist von Versicherungen gedeckt. Die Wohngebäudeversicherung übernimmt die Kosten für Schäden am Haus, zum Beispiel für abgedeckte Dächer, zerstörte Schornsteine oder ähnliche Schäden an Nebengebäuden wie der Garage. Eine Hausratversicherung ist für die Einrichtung zuständig. Darauf weist der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hin.
Voraussetzung für die Leistung der Versicherung: Es muss sich um ein Sturmereignis gehandelt haben - dafür braucht es mindestens Windstärke acht. Das entspricht einer Windgeschwindigkeit von 62 Stundenkilometern. Die Verbraucherzentrale NRW verweist auf Versicherungsbedingungen, wonach für den Nachweis eine offizielle Sturmwarnung oder Schäden an anderen Häusern in der Nachbarschaft ausreiche. In Deutschland hat es mehrere solche Sturmwarnungen des DWD gegeben – soweit also so gut.

Elementarschäden: Kein Schutz bei Starkregen

Wichtig zu beachten: Für Schäden, die durch Starkregen verursacht wurden, reicht der Versicherungsschutz oft nicht. Dafür ist in der Regel eine Erweiterung des Versicherungsschutzes auf Naturgefahren nötig. Als Ergänzung zur Hausrat- oder Wohngebäudepolice wird die sogenannte Elementarschadenversicherung abgeschlossen.

Nach dem Sturm: Wie gehe ich vor?

Wer Schäden durch einen Sturm an seinem Eigentum feststellt, muss sofort handeln. Schäden müssen der Versicherung umgehend gemeldet werden. Diese wird Ihnen dann sagen, ob Sie direkt einen Handwerker kontaktieren können oder ob die Versicherung erst einen Gutachter vorbeischickt. Auch sollte kein Unrat weggeworfen werden, bis die Versicherung dem zustimmt.
Betroffene sollten die Schäden zusätzlich mit Fotos oder Videos möglichst detailliert dokumentieren. Der GDV rät auch, Kaufbelege zusammenzusuchen. Diese Dokumente erleichtern in der Regel die Schadenregulierung.
Wichtig: Versicherte müssen zugleich die Schäden so gering wie möglich halten. Das heißt, es sollten durch das Abwarten auf eine Reaktion der Versicherung keine Folgeschäden entstehen, so der GDV. Daher müssen Betroffene durchaus direkt tätig werden: Etwa um zerstörte Fenster provisorisch zu schließen, damit kein Regenwasser ins Haus eindringt und Möbel ruiniert. Auch sollten herumliegende Äste, Dachziegeln und ähnliches weggeräumt werden. Man spricht hierbei von der Schadenminderungspflicht.