Haribo in Sachsen: Schließung von Werk in Zwickau – Gespräch zwischen Unternehmen und Betriebsrat ohne Ergebnis

Eine Ampel am Eingang zum Haribo-Werk leuchtet rot. Der Standort bei Zwickau mit 150 Arbeitsplätzen ist in seiner Existenz bedroht.
Sebastian WillnowDas sächsische Haribo-Werk in Zwickau steht weiter vor dem Aus: Ein erster Verhandlungstermin zwischen der Unternehmensleitung und dem Betriebsrat ist am Donnerstag ohne Ergebnis geblieben. „Das heutige Gespräch hat bestätigt, was wir schon geahnt haben: Die Entscheidung, den Standort in Wilkau-Haßlau zu schließen, ist rein strategisch“, sagte Thomas Lißner von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG). Demnach habe die von Haribo geplante Aufgabe des Standorts weder mit der Produktivität noch mit der Arbeitsleistung der Beschäftigten zu tun.
Die Mitarbeiter empfingen die Vertreter des Unternehmens demnach mit einem Spalier und hätten deutlich gemacht, was eine Werkschließung für die 150 Menschen bedeute. Der Süßwarenhersteller mit Stammsitz in Grafschaft (Landkreis Ahrweiler) hatte vor zwei Wochen überraschend angekündigt, das einzige ostdeutsche Werk zum Jahresende zu schließen. Als Grund gab das Familienunternehmen an, dass der kleinste Standort nicht mehr wirtschaftlich sei.
Demo zum Erhalt des Haribo-Werks in Zwickau
Gegen die drohende Schließung regt sich breiter Widerstand. So setzt sich unter anderem Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) für den Erhalt ein. Für Samstag ist eine Demonstration (ab 14 Uhr) im nahe gelegenen Zwickau geplant. Auch Zwickaus neue Oberbürgermeisterin Constance Arndt (parteilos) macht sich für den Standort stark. „Haribo macht Kinder froh und Erwachsene ebenso - diesen Slogan sollte das Unternehmen mit Blick auf die Mitarbeiter, deren Familien und die Region Zwickau beherzigen“, teilte Arndt am Donnerstag mit.