Haribo in Sachsen
: Ministerpräsident Kretschmer warnt vor Aus fürs Werk

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) setzt sich für den Vebleib des Haribo-Werks in Wilkau-Haßlau ein. Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) macht dem Haribo-Eigentümer nun ein Angebot.
Von
dpa, oht
Wilkau-Haßlau
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  • Widerstand gegen die Werksschließung: Auf diesem Schild steht „Haribo muss im Osten bleiben!“. Das Plakat hat der Bürgermeister von Wilkau-Haßlau am 12. November 2020 in die Kamera gehalten. In der Stadt unterhält Haribo den einzigen ostdeutschen Standort.

    Widerstand gegen die Werksschließung: Auf diesem Schild steht „Haribo muss im Osten bleiben!“. Das Plakat hat der Bürgermeister von Wilkau-Haßlau am 12. November 2020 in die Kamera gehalten. In der Stadt unterhält Haribo den einzigen ostdeutschen Standort.

    Sebastian Willnow/dpa
  • Stefan Feustel (CDU), Bürgermeister von Wilkau-Haßlau, hat Beschäftigte, Gewerkschafter und Politiker zusammengetrommelt, die sich für den Verbleib des Haribo-Werks am sächsischen Standort einsetzen.

    Stefan Feustel (CDU), Bürgermeister von Wilkau-Haßlau, hat Beschäftigte, Gewerkschafter und Politiker zusammengetrommelt, die sich für den Verbleib des Haribo-Werks am sächsischen Standort einsetzen.

    Sebastian Willnow/dpa
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Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) will sich für den Erhalt des einzigen ostdeutschen Haribo-Werks in Wilkau-Haßlau bei Zwickau stark machen. Demnach habe es bereits ein Gespräch mit der Geschäftsführung des Süßwarenherstellers gegeben.

Michael Kretschmer (CDU), Ministerpräsident von Sachsen, setzt sich für den Erhalt des Haribo-Werks in Wilkau-Haßlau ein.

Sebastian Kahnert/dpa

Als Nächstes wolle man auf die Eigentümerfamilie zugehen, sagte Stefan Feustel, Bürgermeister von Wilkau-Haßlau, nach einem Gespräch mit lokalen Akteuren am Donnerstag. Kretschmer, der sich derzeit in häuslicher Quarantäne aufhält, sei bei dem Treffen zugeschaltet gewesen.

Zuvor hatte bereits Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) an Haribo appelliert, die Schließung des Standortes abzuwenden. Haribo hatte am 6. November angekündigt, das Werk zu schließen. Dagegen gibt es Widerstand. Direkt betroffen wären rund 150 Beschäftigte.

Dulig an Haribo: Alternativen zur Werksschließung in Sachsen suchen

Dulig sagte, das Werk sei von großer Bedeutung für die Stadt und den lokalen Arbeitsmarkt. „Dem Unternehmen Haribo geht es sehr gut. Seine Produkte erfreuen sich weltweit steigender Nachfrage. Deshalb können wir die Ankündigung von Haribo nicht nachvollziehen.“

Er habe dem Geschäftsführenden Gesellschafter Guido Riegel angeboten, gemeinsam Alternativen zur Schließung zu erörtern, hieß es. So könne der Freistaat in den Bereichen Innovation und Investition unterstützen. Dulig: „Ich bin überzeugt, dass sich ein Weg finden lässt, die Produktionsstrukturen hier vor Ort zu modernisieren.“

Haribo will die Produktionsstätte in Sachsen Ende 2020 schließen. Dagegen gibt es Widerstand von lokalen Akteuren, der Belegschaft und der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten. Bei einer Online-Petition für den Erhalt des Haribo-Werks in Sachsen auf openPetition haben sich bis zum 12. November, 14 Uhr, mehr als 9000 Unterstützer angemeldet.