Corona-Lockdown: Sachsen plant weitere Schließungen ab 14. Dezember

Michael Kretschmer (CDU), Ministerpräsident von Sachsen, hat Verschärfungen der Corona-Maßnahmen angekündigt.
Sebastian Kahnert, dpaSachsen plant weitere Verschärfungen der Corona-Maßnahmen. Schulen, Kitas und viele Geschäfte sollen ab Montag, 14. Dezember, schließen. Damit solle auf stark steigende Infektionszahlen reagiert werden, kündigte die Regierung am Dienstag an.
Bereits am Montagabend berichteten Medien, dass ab der kommenden Woche strengere Schutzmaßnahmen in Sachsen gelten sollen.
Kabinett in Sachsen tagt am Dienst wegen schärferer Maßnahmen
Regierungssprecher Ralph Schreiber konnte die Medienberichte am Abend noch nicht bestätigen. Er verwies darauf, dass das Kabinett am Dienstag zu den verschärften Corona-Schutzmaßnahmen tagen wolle. Dann sollten Eckpunkte für weitere Maßnahmen und auch eine Zeitschiene festgelegt werden, sagte Schreiber der Deutschen Presse-Agentur. Dies könne dann von den parlamentarischen Gremien beraten werden. Am Freitag könnte eine Sondersitzung des Kabinetts einen Beschluss fassen.
Auch die in Chemnitz erscheinende „Freie Presse“ berichtete am Montagabend online, dass die verschärften Maßnahmen kommende Woche beginnen und bis zum 10. Januar dauern sollen. Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hatte am Montag nach einem Gespräch mit Vertretern von Industrie und Handwerk härtere Schutzmaßnahmen angekündigt, aber noch keine Details nennen wollen. Er sagte, zusätzliche Maßnahmen seien erforderlich, deswegen werde es sie auch geben.
Schließung von Schulen und Kitas droht in Sachsen
Möglicherweise werden Entscheidungen erst Ende der Woche fallen, denn das Kabinett möchte die Entwicklung der Infektionszahlen in dieser Woche berücksichtigen und sich zudem noch mit dem Landtag, den Kommunen und der Wirtschaft ins Benehmen setzen, hieß es am Montag. Als mögliche Stellschrauben für ein weiteres Verschärfen der Corona-Regeln gelten die Schließung von Kitas und Schulen. Für den Besuch in Pflegeheimen soll man künftig wohl einen Schnelltest vorlegen müssen.
Die Corona-Infektionsrate ist in Sachsen seit einiger Zeit besorgniserregend. Am Montag meldete das Robert Koch-Institut für den Freistaat eine Sieben-Tage-Inzidenz von fast 322; am Vortag hatte sie noch bei knapp über 300 gelegen. Damit ist der Wert weiterhin so hoch wie in keinem anderen Bundesland. Bundesweit lag er bei gut 146 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen. Die Landesuntersuchungsanstalt nannte am Montagnachmittag aber einen geringeren Inzidenzwert für den Freistaat: 276. Die Zahlen können unter anderem durch unterschiedliche Meldezeitpunkte variieren.
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