Wegen der nach wie vor hohen Infektionszahlen gilt seit Ende April die Bundes-Notbremse im Kampf gegen das Coronavirus. Dafür wurde eine Änderung des Infektionsschutzgesetzes beschlossen, die der Bundesregierung vorübergehend mehr Durchgriffsrechte verschafft. Wie kommen Friseure in Sachsen bei der aktuellen Änderung des Infektionsschutzgesetzes und der Notbremse im Bundes-Lockdown weg?

Friseure in Sachsen: Für Geimpfte entfällt ab 10. Mai die Testpflicht

Vor der bundesweiten Regelung stellt Sachsen bereits vollständig gegen Corona geimpfte Menschen sowie Genesene ab dem 10. Mai in vielen Punkten mit negativ Getesteten gleich. Das sagte Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) am Dienstag (04.05.2021) in Dresden nach einer Sitzung des Kabinetts. Für Geimpfte und Genesene soll konkret in vielen Situationen die Testpflicht entfallen. Das betrifft also auch den Besuch beim Friseur, der bislang nur mit einem negativen Corona-Test möglich war. Das sieht die neue Corona-Schutzverordnung vor, die vom 10. bis zum 30. Mai gelten soll. Als vollständig geimpft gelten Menschen 14 Tage nach ihrer zweiten Impfung. Genesene erhalten in den sechs Monaten nach Genesung ebenfalls diesen Status.

Änderung des Infektionsschutzgesetzes: Ausnahme für Friseur bei Bundes-Notbremse

Die Bundes-Notbremse sieht vor: Wenn die 7-Tage-Inzidenz (Ansteckungen binnen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner) an drei aufeinander folgenden Tagen die Schwelle von 100 überschreitet, so sollen dort ab dem übernächsten Tag schärfere Maßnahmen gelten. Diese sollen so lange in Kraft bleiben bis die 7-Tage-Inzidenz an fünf aufeinander folgenden Tagen die Schwelle von 100 unterschreitet - dann treten die Extra-Auflagen am übernächsten Tag wieder außer Kraft.

Friseure in Sachsen dürfen weiter öffnen - mit Maske und Testpflicht

Aufatmen können trotz der Änderungen unter anderem die Friseure in Sachsen. Trotz Notbremse und erneuten Schließungen dürfen die Salons weiter geöffnet bleiben. In den geplanten Gesetzesänderungen sind Dienstleistungen mit körperlicher Nähe zum Kunden zwar untersagt. Ausgenommen sind aber Dienstleistungen, „die medizinischen, therapeutischen, pflegerischen oder seelsorgerischen Zwecken dienen sowie Friseurbetriebe“. Dabei müssen in der Regel FFP2-Masken oder Masken mit gleicher Schutzwirkung getragen werden. Wer zum Friseur will, muss ein höchstens 24 Stunden altes negatives Testergebnis vorweisen.
Grundsätzlich ändert sich damit nicht viel, denn schon seit dem 01.04.2021 gilt in Sachsen eine Test- und Maskenpflicht beim Friseur - im Gegensatz zum Nachbarland Brandenburg. Mitarbeiter und Betreiber müssen sich zwei Mal wöchentlich per Schnelltest oder Selbsttest testen. „Testen ist eine Möglichkeit, diese Zeit zu überbrücken - zumindest bis Ende Mai, in der dann die Impfungen dann eine große Wirkung entfalten werden“, sagt Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU).

Senftenberg/Hoyerswerda

Forscher halten Ansteckungsrisiko beim Friseur für sehr niedrig

Forscher der Technischen Universität Berlin hatten im Februar Berechnungen zum Ansteckungsrisiko für verschiedene Innenraum-Szenarien veröffentlicht. Unter den dabei gesetzten Voraussetzungen ist das Risiko beim Friseur, in wenig ausgelasteten Museen, Theatern und Kinos, aber auch in Supermärkten demnach vergleichsweise gering. Deutlich höher sei es in Fitnessstudios und vor allem in Oberschulen und Mehrpersonenbüros, errechnete das Team um Studienleiter Martin Kriegel.

Friseure in Brandenburg: Diese Regeln gelten im Nachbarbundesland

Im benachbarten Bundesland Brandenburg orientieren sich die Corona-Regeln für den Besuch beim Friseur an der Sieben-Tage-Inzidenz. Unterschiede gibt es deswegen bei der Testpflicht. Das sind die Regeln in Brandenburg:

Corona in Sachsen: Sieben-Tage-Inzidenz im Freistaat ist weiter hoch

In Sachsen geht zwar die Zahl der Neuinfektionen zurück, der Freistaat bleibe aber bundesweit mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 204 das Land mit der zweithöchsten Ansteckungsquote. Nach aktuellen Zahlen des Gesundheitsministeriums sind derzeit die Werte in Leipzig (111,6) und Dresden (116,2) am niedrigsten. Bei Infektionszahlen über der kritischen Marke von 100 in einer Region greift weiterhin die Bundes-Notbremse.