Union Berlin Leipzig
: Auswärtspunkt ohne Svensson – so geht es dem kranken Trainer

Kurz vor dem Spiel in Leipzig meldet sich Trainer Svensson bei Union Berlin ab. Co-Trainer Keyhanfar übernimmt – RB-Coach Rose empfiehlt besondere Medizin.
Von
Jan Lehmann
Leipzig
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RB Leipzig - 1. FC Union Berlin: 14.09.2024, Sachsen, Leipzig: Fußball: Bundesliga, RB Leipzig - 1. FC Union Berlin, 3. Spieltag, Red Bull Arena. Unions Co-Trainer Babak Keyhanfar (l) und Rani Khedira reagieren nach dem Spiel. Foto: Hendrik Schmidt/dpa - WICHTIGER HINWEIS: Gemäß den Vorgaben der DFL Deutsche Fußball Liga bzw. des DFB Deutscher Fußball-Bund ist es untersagt, in dem Stadion und/oder vom Spiel angefertigte Fotoaufnahmen in Form von Sequenzbildern und/oder videoähnlichen Fotostrecken zu verwerten bzw. verwerten zu lassen. +++ dpa-Bildfunk +++

Co-Trainer Babak Keyhanfar (links) und Kapitän Rani Khedira feiern den Punktgewinn des 1. FC Union Berlin bei RB Leipzig.

Hendrik Schmidt/dpa

Einen dänischen Schnaps zur Genesung empfahl Trainer Marco Rose von RB Leipzig dem erkrankten Bo Svensson. Der Trainer von Union Berlin hatte beim 0:0 seiner Mannschaft am Samstag in der Leipziger Red-Bull-Arena gefehlt. Zuvor hatte sich Rose nach seinem ehemaligen Mitspieler bei Mainz 05 erkundigt und berichtet: „Es scheint ihm tatsächlich nicht so gutzugehen. Ich hoffe, dass er schnell wieder auf die Beine kommt und gesund wird. Er ist ein guter Freund von mir“, so der Leipziger Coach, der bei der umkämpften Partie ebenfalls nicht am Spielfeldrand dabeisein konnte.

Bei ihm verhinderte nicht die Grippe, sondern eine Sperre den Besuch der Coaching-Zone. Aus dem Oberrang des Leipziger Stadions konnte Rose beobachten, wie seine Mannschaft die Unioner in der ersten Halbzeit tief in die eigene Hälfte drückten – daraus aber kaum nennenswerte Chancen entstanden. Rose konstatierte angesichts der Konterhaltung der Gäste: „Es war nicht einfach, die Balance zwischen Risiko und Restverteidigung zu finden.“

Union-Kapitän Rani Khedira verriet: „Leipzig hat uns in die Karten gespielt, weil sie die Räume bespielt haben, die wir auch wollten.“ Und Babak Keyhanfar, der als Co-Trainer den erkrankten Svensson vertrat, bestätigte den Matchplan: „Wir haben in der ersten Halbzeit sehr kompakt und sehr tief gestanden. Wir wollten ein gutes Gefühl hier bekommen. Was uns ein bisschen gefehlt hat, war nach Balleroberungen etwas mutiger zu sein. Das ist uns in der zweiten Halbzeit deutlich besser gelungen.“

Protest der Union-Fans gegen RB Leipzig

Die knapp 5000 mitgereisten Union-Fans, die eine Viertelstunde aus Protest gegen das Vereinskonstrukt von RB Leipzig geschwiegen hatten, sahen nahezu typischen Union-Berlin-Fußball aus den erfolgreicheren Urs-Fischer-Tagen. Kapitän Khedira wollte das zwar so nicht stehen lassen und bekräftigte: „Wir versuchen einen etwas anderen Ansatz zu nehmen.“ Dennoch erinnerte die intensive Spielweise gegen den Ball durchaus an die Fußballidee des Schweizer Ex-Trainers.

Als Union in der zweiten Halbzeit erst nach Eckbällen durch Tom Rothe (57.) und Danilho Doehki (58.) zu Kopfballchancen kam und später mit den eingewechselten Yorbe Vertessen und Wooyeong Jeong noch mehr Tempo in die Konter brachte, hätte das unter noch glücklicheren Umständen sogar zum Auswärtssieg führen können. „Das wäre aber zu viel des Guten gewesen“, gab Khedira zu.

Dabei hatte er sicher im Hinterkopf, dass Keeper Frederik Rönnow mit dem gehaltenen Elfmeter gegen Lois Openda (78.) die Unioner vor der ersten Saisonniederlage bewahrte. Die Grätsche von Kevin Vogt gegen Openda hatte Schiedsrichter Sven Jablonski als elfmeterwürdig bewertet, Rönnow den schwach geschossenen Elfmeter um den rechten Pfosten gelenkt. Zuvor hatte sich der Union-Keeper ein kurzes Scharmützel mit dem Gefoulten geliefert, der selbst als Schütze antrat. „Ich habe ein bisschen probiert, in seinen Kopf zu kommen“, so der Däne, der mit der Parade seinem Trainer und Landsmann Bo Svensson sicherlich den schweren Tag im Krankenbett etwas erleichtert haben dürfte.

Zweieinhalb Stunden vor dem Spiel hatte sich Svensson telefonisch bei seinem Co-Trainer Keyhanfar abgemeldet und dem Trainerteam die volle Verantwortung übergeben. Der Assistenz zeigte sich glücklich, „dass wir das gemeinsam gelöst haben“. Er rechnet fest damit, dass Svensson im Heimspiel gegen Hoffenheim am Samstag (15.30 Uhr) wieder auf der Bank sitzen wird und berichtete über den Gesundheitszustand seines Cheftrainers: „Es ist eine starke Grippe. Aber wir wissen alle, dass Grippesymptome sich nicht wochenlang ziehen. Deswegen erwarten wir, dass er Mitte nächster Woche wieder zu uns stößt“, so Keyhanfar.

RB Leipzig - 1. FC Union Berlin: 14.09.2024, Sachsen, Leipzig: Fußball: Bundesliga, RB Leipzig - 1. FC Union Berlin, 3. Spieltag, Red Bull Arena. Berlins Torhüter Frederik Rönnow (vorn) lässt sich nach dem Spiel von den Fans feiern. Foto: Hendrik Schmidt/dpa - WICHTIGER HINWEIS: Gemäß den Vorgaben der DFL Deutsche Fußball Liga bzw. des DFB Deutscher Fußball-Bund ist es untersagt, in dem Stadion und/oder vom Spiel angefertigte Fotoaufnahmen in Form von Sequenzbildern und/oder videoähnlichen Fotostrecken zu verwerten bzw. verwerten zu lassen. +++ dpa-Bildfunk +++

Torhüter Frederik Rönnow wurde von den Fans des 1. FC Union Berlin für den gehaltenen Elfmeter gegen Lois Openda von RB Leipzig gefeiert.

Hendrik Schmidt/dpa

Statistik von RB Leipzig gegen Union Berlin

RB Leipzig - Union Berlin 0:0

RB Leipzig: Gulácsi - Geertruida (88. Bitshiabu), Klostermann, Lukeba - Henrichs (79. Baumgartner), Haidara (66. Vermeeren), Kampl (88. Poulsen), Raum - Sesko (66. Nusa), Xavi - Openda. – Trainer: Zickler

Union Berlin: Rönnow - Doekhi, Vogt, Leite - Haberer, Schäfer (81. Kemlein), Khedira, Rothe (81. Querfeld) - Hollerbach (69. Jeong), Bénes (56. Vertessen) - Skarke (56. Siebatcheu). – Trainer: Keyhanfar

Schiedsrichter: Sven Jablonski (Bremen)

Tore: Fehlanzeige

Gelbe Karten: Haidara, Kampl – Bénes, Khedira, Doekhi (2)

Zuschauer: 47.800

1. FC Union Berlin – Spielplan für die Bundesliga-Saison 2024/25