Union Berlin Bundesliga
: Rönnow hält Elfmeter in Leipzig – Trainer fehlt bei Remis

Union Berlin verdient sich ein Remis beim Champions-League-Club RB Leipzig. Torhüter Rönnow hält in der zweiten Halbzeit einen Elfmeter. Danach waren die Köpenicker dem Sieg näher.
Von
Jan Lehmann
Leipzig
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1. BL RB Leipzig - 1. FC Union 2024/2025: Fussball, Herren, 1. Bundesliga, Saison 2024/25, (3. Spieltag), RB Leipzig - 1. FC Union Berlin, Torhüter Frederik Rönnow (1. FC Union Berlin) hält einen Elfmeter von Lois Openda (RB Leipzig), 14.09. 2024, Foto: Sebastian Räppold / Matthias Koch

Rettungstat im Auswärtsspiel: Torhüter Frederik Rönnow vom 1. FC Union Berlin hält einen Elfmeter von Lois Openda (RB Leipzig).

Sebastian Räppold/Matthias Koch

Ohne den erkrankten Cheftrainer Bo Svensson hat sich der 1. FC Union Berlin am Samstag beim 0:0 bei RB Leipzig den Auswärtspunkt mit einer stabilen Leistung verdient. In der ersten Halbzeit konzentrierten sich die Berliner auf die Defensive. Nach der Pause gab es mehrere Torchancen der Gäste – und die Szene des Spiels: Torhüter Frederik Rönnow parierte einen Elfmeter von Lois Openda (78.).

Der Keeper berichtete von der entscheidenden Szene, in der er sich vor dem Strafstoß noch kurzes Scharmützel mit dem Leipziger Schützen lieferte. Er gab zu, dass er den RB-Profi ein „bisschen provozieren“ wollte und sagte: „Ich habe probiert, in seinen Kopf zu kommen. Ich habe natürlich mit dem Torwartteam die Spieler analysiert. Am Ende war es die richtige Ecke – ich bin sehr happy, dass ich den Elfmeter gehalten habe.“

Unions Co-Trainer Babak Keyhanfar betonte: „Wir haben die Situation mit der Erkrankung von Bo gut angenommen.“ Bei den Gastgebern stand Chefcoach Marco Rose ebenfalls nicht an der Seitenlinie. Nach seinem Platzverweis zuletzt bei Bayer Leverkusen wurde er von seinen Assistenten Alexander Zickler und Marco Kurth vertreten. Rose lobte nach dem Remis: „Union hat sich den Punkt verdient. Wir hatten zu wenig Tiefe in unserem Spiel. Wir waren dominant, haben aber zu wenig die Räume gefunden, in denen es gefährlich wird.“

Unter der Anleitung von Co-Trainer Keyhanfar gab es drei Veränderungen in der Berliner Mannschaft: Tim Skarke, Laszlo Benes und Andras Schäfer rückten im Vergleich zum 1:0-Heimsieg gegen den FC St. Pauli in die Startelf. Yorbe Vertessen, Jordan Siebatcheu und Lucas Tousart nahmen vorerst auf der Bank Platz.

Noch nicht im Kader der Berliner war Last-Minute-Neuzugang Andrej Ilic. Co-Trainer Keyhanfar hatte zuvor verdeutlicht, dass man bei dem Angreifer noch etwas Geduld haben müsse. Besonders die defensive Arbeit müsse er noch verinnerlichen, so der Co-Trainer.

RB-Kapitän Orban warnt vor Union Berlin

Anschauungsunterricht für diese gewünschte Defensivarbeit lieferten die Eisernen am Samstag speziell in der ersten Halbzeit. Weit zurückgezogen versuchten die Berliner die Räume für die spielstarken Leipziger engzumachen. Nur wenige Male kamen die Gastgeber mit Lois Openda (13.) oder Kevin Kampl (18.) zu Torabschlüssen. Kurz vor der Pause lenkte Diogo Leite einen Schuss von Benjamin Henrichs (44.) ins Tor-Aus.

Offensiv hingegen hatten die Eisernen wenig zu bestellen. Der gesperrte RB-Kapitän Willi Orban warnte aber in der Halbzeitpause bei Sky: „Union wartet auf diesen einen Fehler, sie sind nur zum Verteidigen hier und warten.“

Union-Torhüter Rönnow hält Elfmeter

Nach der Pause kam Union dann tatsächlich zu besseren Möglichkeiten. Der Kopfball von Tom Rothe (58.) lag perfekt in der Luft. RB-Keeper Péter Gulácsi lenkte ihn mit einer Hand über die Latte. Den folgenden Eckball köpfte Danilho Doekhi (59.) aufs Tor – wieder war Gulácsi zur Stelle. Das war die bis dahin beste Phase der Berliner, die nun gefährlicher in die Konter kam.

Allerdings: RB Leipzig blieb spielbestimmend und hatte durch Xavi Simons die Möglichkeit zur Führung. Union-Kapitän Rani Khedira lenkte den Schuss des Niederländers an die Querlatte (68.).

Umstritten war die Szene in der 73. Minute: Kevin Vogt grätschte im Berliner Strafraum gegen RB-Stürmer Openda. Der Leipziger trat dabei auf den Fuß des Union-Verteidigers und fiel. Schiedsrichter Sven Jablonski entschied auf Elfmeter. Der Gefoulte trat selbst an, und scheiterte. Union-Keeper Frederik Rönnow war rechts unten zur Stelle und lenkte den schwach geschossenen Elfer um den Pfosten (74.).

Beinahe im Gegenzug hatte der eingewechselte Yorbe Vertessen etwas Freiraum, sein Schuss ging knapp am langen Pfosten vorbei (76.). Plötzlich hatten die Berliner auch den Auswärtssieg vor Augen – weil Leipzig wackelte und neben Vertessen auch der eingewechselte Wooyeong Jeong das Berliner Konterspiel belebte.

Nach Vorlage von Vertessen kam Jeong in der 88. Minute im Strafraum an den Ball und wurde abgeblockt – danach scheiterte auch noch Janik Haberer. Auf der Gegenseite war noch einmal Rönnow zur Stelle. Der Union-Keeper entschärfte einen Freistoß von David Raum (90.). Union-Kapitän Rani Khedira fasste zusammen: „Am Ende wäre vielleicht mehr drin gewesen, aber über 90 Minuten war es ein gerechtes Remis. Defensiv waren wir sehr kompakt und sehr aggressiv.“

1. FC Union Berlin – Spielplan für die Bundesliga-Saison 2024/25