Union Berlin: Besonderes Bundesliga-Debüt mit den Eisernen für Bo Svensson

Zurück zur alten Wirkungsstätte: Bo Svensson reist als Trainer vom 1. FC Union Berlin am 1. Spieltag der Fußball-Bundesliga zu seinem Ex-Club Mainz 05.
Soeren Stache/dpaDer 1. FC Union Berlin startet mit einem Auswärtsspiel beim FSV Mainz 05 am Sonnabend, 15.30 Uhr, in die neue Saison der Fußball-Bundesliga. Vor allem für Union-Trainer Bo Svensson wird es eine emotionale Reise zurück in die Vergangenheit: Vor noch nicht mal einem Jahr stand der 45-Jährige noch in Mainz an der Seitenlinie.
Der Abschied vom FSV Mainz 05 fiel dem Dänen „sehr schwer“, wie er im November 2023 mit brüchiger Stimme erklärte. Sein Wunsch? Dass es ein „auf Wiedersehen“ werde. Knapp zehn Monate später ist es schon so weit – ausgerechnet zu seinem Bundesliga-Debüt an der Seitenlinie der Köpenicker kehrt er an seine alte Wirkungsstätte zurück.
Insgesamt 16 Jahre war Union-Trainer Bo Svensson in Mainz
Von Wehmut oder Nervosität jedoch keine Spur, er empfinde nur „Vorfreude“, erklärte Svensson vor dem Auftakt: „Ich komme wieder an eine Stelle, an der ich sehr lange als Spieler und auch als Trainer war. Es ist ein besonderer Ort für mich.“ Er freue sich auf viele bekannte Gesichter, „aber es gibt auch ein Spiel“. Und das will er für sich persönlich anders gestalten als in der vergangenen Saison.
Denn bereits vor einem Jahr hatten sich Mainz und Union zum Auftakt gegenübergestanden. Die 1:4-Niederlage in Köpenick war der Start in eine Saison mit den Mainzern, die im November für Svensson vorzeitig enden sollte. Nach der Talfahrt in der Bundesliga war das frühe Aus gegen den Zweitligisten Hertha BSC im DFB-Pokal einfach zu viel gewesen. In einer emotionalen Videobotschaft hatte sich Svensson von den Fans und dem Ort verabschiedet, der ihn mit einer kurzen Unterbrechung 16 Jahre lang „sehr geprägt“ habe.
Union-Kapitän Trimmel hofft auf warmen Empfang für Svensson
Ein neues Engagement hatte der 45-Jährige nach seinem Rücktritt erst einmal nicht angenommen, was ihm die Fans seines ehemaligen Klubs hoch anrechnen dürften. Der FSV kündigte das Duell mit seinem Ex-Coach und Co-Trainer Babak Keyhanfar auf der Homepage zumindest schon als „emotionales Wiedersehen“ an, in Svensson käme „eine Vereinslegende“ in ihre „sportliche Heimat“ zurück.
Und auch der jetzige Mainzer Coach und Svenssons Namensvetter Bo Henriksen freut sich auf den ersten Spieltag in der Fußball-Bundesliga: „Wir warten seit drei Monaten auf diesen Tag“, betonte er auf der Pressekonferenz am Donnerstag und fügte hinzu: „Wir wissen, dass Union eine gute Mannschaft ist. Aber jedes Team in dieser Liga ist gut. Wir haben vor allen Gegnern Respekt, aber keine Angst.“ Dass Svensson bei den Mainzern eine Legende ist, sei ihm bewusst. Eine Rolle spielt das aber nicht: „Wir mögen ihn, aber das Spiel wollen wir gewinnen“, betont Bo Henriksen.
Auch Union-Kapitän Christopher Trimmel ist sich sicher, dass die Partie für das Trainerteam „natürlich ein besonderes Spiel“ werde: „Ich glaube schon, dass sie von den Fans, vom ganzen Stadion gefeiert werden. Das ist ja auch logisch“, sagte der Österreicher. Doch Svensson und Co. seien auch „höchst professionell“, versicherte Trimmel: „Die wollen auch das Spiel gewinnen.“
Svensson hofft mit Union auf Vorteil gegen Mainz 05
Svensson, der zwischen 2007 und 2014 das Mainzer Trikot getragen hatte, betonte ebenfalls: „Wir haben eine Aufgabe vor uns, das ist der Hauptfokus.“ Denn für Union gilt es, nach der Achterbahnfahrt der vergangenen Saison zwischen Champions League und Abstiegskampf einen guten Start zu erwischen. Das erste Pflichtspiel im DFB-Pokal sollte den Köpenickern dabei eine Warnung sein, mit einem 1:0 hatte sich Union gegen den Regionalligisten Greifswalder FC in die zweite Runde gemüht.
Für den Liga-Auftakt sieht Svensson sein Team nach einer „guten Trainingswoche“ aber gerüstet, er hofft dabei auch auf einen kleinen Vorteil gegen den Ex-Klub. Er kenne „den ein oder anderen Spieler“ sowie „Stärken und Schwächen“ gut, erklärte er und ergänzte mit einem Schmunzeln: „Gleichzeitig wissen die Spieler dort aber auch, wie ich ticke.“ (mit sid)



