Union Berlin: Kraftakt im DFB-Pokal gegen Greifswald aus der Regionalliga

Laszlo Benes (rechts) war einer von insgesamt drei Neuzugängen in der Startelf von Union Berlin in der DFB-Pokalpartie beim Greifswalder FC.
Andreas Gora/dpaDas Beste aus Sicht von Union Berlin war am Ende das Ergebnis und natürlich das Weiterkommen im DFB-Pokal. Die Eisernen gewannen am Samstag zwar das Erstrunden-Spiel beim Nordost-Regionalligisten Greifswalder FC mit 1:0 (0:0). Die Mannschaft des neuen Cheftrainers Bo Svensson legte allerdings einen mäßigen Pflichtspiel-Auftakt in der Saison 2024/25 hin.
Nach einer schwachen ersten Halbzeit wurde das Spiel des Favoriten erst nach der Pause etwas zwingender. Bis dahin hatte Union Berlin allerdings das Glück auf seiner Seite. Denn der Viertligist aus Greifswald vergab mehrere hochkarätige Möglichkeiten. Für den FCU war das Weiterkommen ein echter Kraftakt.
Greifswalder FC gegen Union Berlin – das Tor
Yorbe Vertessen traf in der 67. Minute zur Führung für den 1. FC Union. Es war gleichzeitig das Tor des Tages im mit 4990 Zuschauern ausverkauften Volksstadion in Greifswald.
Greifswalder FC gegen Union Berlin – die Aufstellung
Beim FCU standen mit Leih-Rückkehrer Jordan Siebatcheu, Laszlo Benes und Leopold Querfeld insgesamt drei Neuzugänge in der Startelf. Querfeld musste Diogo Leite in der Innenverteidigung kurzfristig ersetzen. Leite wurde nach einem Zusammenprall im Abschlusstraining geschont. Rani Khedira führte das Team als Kapitän auf den Rasen. Christopher Trimmel saß zunächst auf der Bank.
Greifswalder FC gegen Union Berlin – so lief das Spiel
Mit ihrer Pyrotechnik gleich zu Spielbeginn vernebelten die Union-Fans offenbar auch dem einen oder anderen Spieler der Eisernen die Sicht. Denn Greifswald kam gleich zu Beginn zu zwei hochkarätigen Chancen. Soufian Benyamina verpasste in der 2. Minute per Kopf die Führung. Kurz danach hätte Johannes Manske fast ein Missverständnis zwischen Union-Torhüter Frederik Rönnow und Leopold Querfeld ausgenutzt (3.). Danach rannten die Eisernen zwar an, sie fanden aber nur selten einen Weg durch die dichte Abwehr des Viertligisten. Im Gegenteil: Auf der anderen Seite verpasste Mike Eglseder per Kopf (25.) erneut die Greifswalder Führung. Das Union-Fazit nach der 1. Halbzeit: viel Ballbesitz, viel Pyrotechnik im Gästeblock – aber auf dem Rasen wenig Ideen in der Offensive.
Auch nach dem Wechsel tat sich der Favorit zunächst schwer. Erst mit der Einwechslung von Yorbe Vertessen nach gut einer Stunde gewann die Offensive der Köpenicker an Zielstrebigkeit. In der 67. kombinierten sich Vertessen und Benedict Hollerbach gut durch den Greifswalder Strafraum. Mit dem ersten gelungenen Angriff gingen die Eisernen in Führung.
Aber sie waren damit noch nicht am Ziel. In der 77. Minute klatschte ein Schuss von Soufian Benyamina an die Latte des Berliner Tores. Immerhin: Danach geriet der knappe Union-Sieg nicht mehr wirklich in Gefahr.
Greifswalder FC gegen Union Berlin – die Statistik
Greifswalder FC – Union Berlin 0:1 (0:0)
Greifswalder FC: Jakubov - Hollenbach (81. Kosak), Eglseder, Schmedemann - Farr, Daedlow (81. Abu-Alfa), Brandt, Engel (68. Griebsch) - Manske (68. Kratzer), Heil (58. Sanin), Benyamina.
Union Berlin: Rönnow - Doekhi, Vogt, Querfeld - Haberer (65. Trimmel), Khedira (90. Kemlein), Schäfer (65. Vertessen), Gosens - Benes (80. Tousart), Jordan (80. Skarke), Hollerbach.
Tor: 0:1 Vertessen (67.); Schiedsrichter: Benen (Nordhorn); Zuschauer: 4990 (ausverkauft); Gelbe Karten: Heil, Sanin/Vertessen.

Trainer Bo Svensson von Union Berlin sah einigen Verbesserungsbedarf im Spiel seiner Mannschaft im DFB-Pokal gegen den Greifswalder FC.
Andreas Gora/dpaGreifswalder FC gegen Union Berlin – die Stimmen
Bo Svensson (Trainer Union Berlin): „Der Gegner hat uns vor Problem gestellt. In der ersten Halbzeit waren wir vom Kopf her zu langsam. Die zweite Halbzeit war einen Tick besser. Da hatten wir etwas mehr Kontrolle. Aber das Spiel hätte auch in die andere Richtung gehen können.“
Lars Fuchs (Trainer Greifswalder FC): „Wir haben vor allem in der ersten Halbzeit gegen einen Bundesligisten gut Fußball gespielt. Aber wir haben unsere Chancen nicht genutzt. Und dann ist es halt schwer. Wir wollen zeigen, dass es neben Hansa Rostock noch einen Verein in Mecklenburg-Vorpommern gibt, wo man hingehen kann und guten Fußball siegt. Das haben wir heute bewiesen.“
Roland Kroos (Ex-Trainer Greifswalder FC): „Das war eine gute Leistung unserer Mannschaft. Aber wir haben halt gegen Union Berlin gespielt. Gegen einen solchen Gegner musst du deine Chancen nutzen. Das ist uns leider nicht gelungen.“
Christopher Trimmel (Kapitän Union Berlin): „Wir haben uns schwergetan, weil etwas die Energie gefehlt hat. Es war am Anfang ein bisschen wild. Das waren keine guten Abläufe. Das einzige Positive waren die Einwechslungen. Es war wichtig, frische Power reinzukriegen. Vom Niveau her war es aber insgesamt viel zu wenig.“
Niklas Brandt (Kapitän Greifswalder FC): „Es war ein schönes Erlebnis, das wir uns in der vergangenen Saison hart erarbeitet haben. Nach dem verpassten Aufstieg haben wir das Pokalfinale souverän runtergespielt. Das war heute eine Hammerstimmung. Wir hätten gern noch eine zweite Runde im DFB-Pokal gespielt.“
Yorbe Vertessen (Torschütze Union Berlin): „Das war heute nicht unser gewohntes Niveau. Aber wir haben das Spiel gewonnen, das ist das Wichtigste.“
Greifswalder FC gegen Union Berlin – Spieler des Tages
Yorbe Vertessen sorgte nach seiner Einwechslung für frischen Schwung in der bis dahin ideenlosen Offensive des Bundesligisten. Er belohnte sich mit dem Tor des Tages für eine starke Leistung. Vertessen schloss damit an seine guten Leistungen in der Saisonvorbereitung an.
So geht es für Union Berlin weiter
Am nächsten Samstag (24. August) startet der 1. FC Union in seine mittlerweile sechste Bundesliga-Saison. Los geht es mit dem Auswärtsspiel beim FSV Mainz 05 (Beginn um 15.30 Uhr). Vor allem für Trainer Bo Svensson gibt es also gleich zum Auftakt das Wiedersehen mit seinem Ex-Verein. Svensson hat von 2021 bis 2023 bei den Rheinhessen gearbeitet.

