Neue Bühne Senftenberg
: Erst Intendant, dann Chefdramaturgin – der Exodus geht weiter

Karoline Felsmann ist als stellvertretende Intendantin und Chefdramaturgin Teil des Leitungsteams von Daniel Ris. 2027 verlässt sie Senftenberg und wechselt nach Tübingen.
Von
Christina Tilmann
Frankfurt (Oder)
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Karoline Felsmann (r.) mit Intendant Daniel Ris bei der Jahrespressekonferenz der Neuen Bühne Senftenberg Ende April 2024

Karoline Felsmann (r.) mit Intendant Daniel Ris bei der Jahrespressekonferenz 2024/25 der Neuen Bühne Senftenberg Ende April 2024

Steffen Rasche
  • Karoline Felsmann, Chefdramaturgin der Neuen Bühne Senftenberg, wechselt 2027 ans Landestheater Tübingen.
  • Ab 2025 bereitet sie dort als designierte Intendantin ihre erste Spielzeit vor.
  • Ihr Wechsel folgt der Nichtverlängerung des Vertrags von Intendant Daniel Ris.
  • Das Landestheater wird zu 70 % vom Land Baden-Württemberg finanziert.
  • Felsmann sieht keine Zukunft mehr in Senftenberg.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Turbulenzen an der Neuen Bühne Senftenberg setzen sich fort. Nachdem vor einer Woche durch Recherchen der Lausitzer Rundschau bekannt wurde, dass der bis 2027 laufende Vertrag von Intendant Daniel Ris vorfristig nicht verlängert wird, kommt nun die nächste brisante Personalie.

Wie das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württtemberg am Montag (30.6.) bekannt gab, wechselt Karoline Felsmann, die stellvertretende Intendantin und Chefdramaturgin der Neuen Bühne Senftenberg, zum 1. September 2027 ans Landestheater Tübingen.

Ab September 2025 beginnt die Vorbereitung in Tübingen

„Der Verwaltungsrat des Landestheaters Württemberg-Hohenzollern Tübingen Reutlingen (LTT) hat sich in der Sitzung am Montag für die bisherige stellvertretende Intendantin der Neuen Bühne Senftenberg ausgesprochen. Karoline Felsmann übernimmt die Intendanz des LTT zum 1. September 2027. Bereits vom 1. September 2025 an wird sich die designierte Intendantin der Vorbereitung ihrer ersten Spielzeit widmen“, heißt es in der Mitteilung des Ministeriums vom Montag. Karoline Felsmann war am Montagabend nicht zu erreichen.

Die Dramaturgin, die 1979 in Ost-Berlin geboren wurde, hatte vor Senftenberg an Theatern in Freiburg, Plauen-Zwickau, Heilbronn, Heidelberg und Erlangen gearbeitet, hat also durchaus Erfahrung in West- und Ostbühnen. Seit der Spielzeit 2022 / 2023 ist sie stellvertretende Intendantin in künstlerischen Belangen der neuen Bühne Senftenberg. Intendant Daniel Ris hatte seine Theaterleitung von Beginn an als Dreier-Team angelegt, zu dem neben Karoline Felsmann noch die Hausregisseurin Elina Finkel gehört. Auch diese wird, so war es gestern auf der Pressekonferenz in Tübingen zu vernehmen, als Oberspielleiterin mit nach Tübingen wechseln.

Keine Zukunft in Senftenberg für Karoline Felsmann?

Für die Neue Bühne Senftenberg ist das keine gute Nachricht. Wenn Felsmann zu ihrem Wechsel nach Tübingen erkärt: „Ich stehe für ein lebendiges und relevantes Theater, ein Theater der starken Figuren und spannenden Geschichten, vielfältig und mitreißend. Theater ist eine Energiequelle, ein Ort der Gemeinschaft, an dem vorgedacht und ausprobiert, utopisch durchgespielt wird, wie wir zusammen eine bessere Zukunft gestalten können“, deutet das auch darauf hin, dass Karoline Felsmann an der Neuen Bühne Senftenberg eben keine Zukunft mehr gesehen hat.

Im Gegensatz zur Neuen Bühne Senftenberg, die in kommunaler Trägerschaft steht, ist das Landestheater Württemberg Hohenzollern Tübingen Reutlingen eine von drei Landesbühnen in Baden-Württemberg. Wegen ihrer besonderen Aufgabenstellung werden die drei Landesbühnen mit rund 70 Prozent vom Land finanziert. Die verbleibenden 30 Prozent werden von kommunaler Seite aufgebracht.