Lausitz am Morgen
: Brandenburg beteiligt sich an Tag gegen Gewalt an Frauen

117 Paar rote Schuhe werden heute vor dem Brandenburger Landtag aufgestellt. Jedes Paar steht für eine Frau, die von ihrem (Ex-) Partner getötet wurde. Damit soll auf das Thema Gewalt gegen Frauen aufmerksam gemacht werden.
Von
sme, bob, dpa
Potsdam/Drebkau
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Die Arme eines Mannes (r) halten mit Gewalt die Arme einer Frau fest. (gestellte Szene). Die Fälle von Körperverletzungen und sexueller Gewalt gegen Frauen in Brandenburg haben in den letzten Jahren deutlich zugenommen.

Maurizio Gambarini/dpa

Zum heutigen Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen soll mit Aktionen in Brandenburg auf das Problem aufmerksam gemacht werden. 117 Frauen sind nach Angaben von Hilfsorganisationen 2019 deutschlandweit von ihrem (Ex-)Partner getötet worden. In Cottbus ist ein solcher Fall derzeit Inhalt eines Prozesses am Landgericht. Der Mann hatte seine Frau im März brutal getötet.

Von einem „Familiendrama“ oder „Partnerschaftsgewalt“ ist in solchen Fällen häufig die Rede. Politikerinnen wie Cornelia Möhring (Linke) fordern, dass solche Fälle klar als Femizide benannt werden. „Um einen Femizid handelt es sich, wenn Frauen oder Mädchen aufgrund ihrer Geschlechtszugehörigkeit und vor dem Hintergrund eines hierarchischen Geschlechterverhältnisses und dem daraus resultierenden patriarchalen Dominanzstreben getötet werden“, so Cornelia Möhring. Auch die Grünen fordern, dass Femizide explizit benannt und als solche erfasst werden.

Deutschland hat sich bereits 2015 in der Istanbul–Konvention verpflichtet, mehr gegen Gewalt gegen Frauen zu unternehmen. Die Umsetzung lässt allerdings auf sich warten. Mit dem Aktionstag am 25. November soll auf das Thema noch einmal aufmerksam gemacht werden.

So werden heute 117 Schuhe symbolisch für die Opfer vor dem Landtag in Potsdam aufgestellt. Um 12.00 Uhr wollen Landtagspräsidentin Ulrike Liedtke (SPD) und Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) eine orangefarbene Flagge der UN–Women–Kampagne mit der Aufschrift „Wir sagen NEIN zu Gewalt gegen Frauen“ vor dem Landtag hissen. Ab 9.00 Uhr soll auch eine Fahne vor dem Sozialministerium wehen und am Schlossplatz in Oranienburg. Auch in der Lausitz sind Aktionen zum Tag gegen Gewalt an Frauen geplant, unter anderen in Lübbenau und Calau.

Vor allem im Corona–Jahr 2020 scheint das nötig. Denn es deutet sich an, dass unter den Bedingungen der Pandemie und des Lockdowns die Gewalt stark zugenommen hat. Für Brandenburg wurden allein im Zeitraum von März bis 22. Juli 22 Prozent mehr Fälle von häuslicher Gewalt gemeldet als im Vorjahreszeitraum. Das teilte das Sozialministerium in Potsdam auf eine Anfrage aus der Linke–Landtagsfraktion mit. Demnach gingen im genannten Zeitraum, der den ersten Lockdown enthält, 1352 Anzeigen zu häuslicher Gewalt bei der Polizei ein. Darunter waren drei Tötungsdelikte.

Auch in Sachsen wird mit besonderen Aktionen auf das Thema Gewalt gegen Frauen aufmerksam gemacht. In Leipzig etwa werden das Neue Rathaus und andere Gebäude orange angestrahlt.

Der Verein Frauen für Frauen ruft für 16 Uhr auf dem Burgplatz zum Gedenken an 13 Frauen auf, die in den vergangenen zehn Jahren in der Region durch männliche Gewalt ums Leben kamen. Auch in Bautzen, Görlitz und Dresden sind am Nachmittag Lichteraktionen geplant.

Kanzlerin und Ministerpräsidenten beraten über Corona–Maßnahmen

Deutschland stehen in der Corona–Pandemie weitere Wochen des Teil–Lockdowns bevor — allerdings mit Lockerungen über Weihnachten. Davor werden Kontaktbeschränkungen und andere Maßnahmen sogar nochmals verschärft, um das Infektionsrisiko während der Feiertage so weit wie möglich zu senken. Das zeichnet sich vor den Beratungen von Bund und Ländern über das weitere Vorgehen in der Pandemie an diesem Mittwoch ab. Dazu schalten sich Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder am Nachmittag (Beginn 14.00 Uhr) in einer Video–Konferenz zusammen. Nach der Ministerpräsidentenkonferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will Brandenburgs Regierungschef Dietmar Woidke (SPD) am Mittwoch (17.30 Uhr) über die Corona–Beschränkungen bis Ende des Jahres informieren.

Wohnungsbrand in Drebkauer Ortsteil Radensdorf

Wie die Leitstelle Lausitz mitteilt, läuft derzeit ein Brandeinsatz im Drebkauer Ortsteil Radensdorf. Ein Wohnhaus steht dort in Flammen. Die Einsatzkräfte wurden gegen 4.00 Uhr alarmiert. Die Löscharbeiten dauern noch an. Nach derzeitigen Kenntnisstand sind keine Personen verletzt. Zur Brandursache können noch keine Angaben gemacht werden.

Das Wetter in der Lausitz

Wir starten in der Lausitz mit Temperaturen um die —2 Grad Celsius und neblig in den Tag. Wärmer als 6 Grad soll nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes heute nicht werden. Im Laufe des Tages klart es auf. In der Oberlausitz sind zum Abend hin Windböen zu erwarten.

Der Verkehr in der Lausitz

Aufgrund der Minusgrade sollten Autofahrer fünf Minuten mehr einplanen. Möglicherweise müssen Autoscheiben freigekratzt werden. Darüber hinaus könnte es glatt sein. Der Nebel tut sein übriges. Derzeit sind jedoch keine unfallbedingten Einsätze auf den Straßen der Lausitz bekannt. Abgesehen von dem Wohnhausbrand in Drebkau berichtet die Leitstelle Lausitz von einer überwiegend ruhigen Nacht. Auch der Schienenverkehr rollt momentan problemlos.