Unwetterwarnung in Sachsen
: Hochwassergefahr – Neiße steht unter Dauerbeobachtung

Der Landkreis Görlitz warnt weiterhin vor Hochwasser. Was die aktuellen Prognosen für Neiße und Spree sagen.
Von
Regina Weiß
Bad Muskau/Krauschwitz
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Am Freitag (13. September) hat auch in Weißwasser Dauerregen eingesetzt. Nach wie vor besteht in der Region ein Risiko für Hochwasser.

Am Freitag (13. September) hat auch in Weißwasser Dauerregen eingesetzt. Nach wie vor besteht in der Region ein Risiko für Hochwasser.

Regina Weiß

Die Feuerwehr Sagar war schon am Donnerstagabend aktiv. Im Trockenen hat sie in Vorbereitung auf die avisierte Hochwasserlage an der Neiße die Spundwände am Hochwasserschutzdamm in Sagar eingebracht. Diese Anlage war ab 2017 infolge des letzten Neißehochwassers 2010 errichtet worden. Dieses hatte die Neißedörfer bis hin nach Bad Muskau schlimm getroffen.

Nun hat der Landkreis Görlitz am 12. September 2024 wieder eine Hochwasserwarnung herausgegeben. Wie ernst ist die Lage jetzt? „Verhalten optimistisch, wir könnten mit einem blauen Auge davonkommen“, sagt der Krauschwitzer Gemeindewehrleiter Sven Schulz. Sein Kollege, Stadtwehrleiter Sebastian Krahl, spricht von einem leichten Aufatmen, ohne etwas auf die leichte Schulter nehmen zu wollen. „Die Hochwasserstufe zwei ist gesichert, ob wir in die drei kommen, wird sich zeigen“, so Krahl am Freitagnachmittag. Das liegt laut Fachbehörde an des derzeit noch schwer abschätzbaren Beitrages aus der Witka für die Neiße. Am Pegel Görlitz wird die Alarmstufe zwei am Samstag erwartet.

Worauf sich die Feuerwehr an der Neiße vorbereiten

Bis Samstagmittag sind im sächsischen Teil des Einzugsgebiets der Lausitzer Neiße und Ihrer Zu- und Nebenflüsse zwischen 50 und 80 mm Niederschlag zu erwarten. Die größten Niederschlagsmengen werden im Isergebirge zu verzeichnen sein; hier sind Mengen auch über 150 mm nicht auszuschließen. Von Samstagmittag bis Sonntagmittag wird zunächst eine Beruhigung eintreten, teilt das Landeshochwasserzentrum mit, bevor am Sonntag der nächste Regen kommt.

Das heißt aber nicht, die Wehren legen die Hände in den Schoß. Die Kameraden in den einzelnen Wehren sind vorgewarnt. Kontrollfahrten sind ab der Warnstufe zwei Pflicht. Größtes Problemfeld aus Bad Muskauer Sicht sind die Bauarbeiten am Neißewehr im Muskauer Park. In dem Zusammenhang ist die Baufirma aufgefordert worden, ihr Baumaterial und auch die Baustelle weiter abzusichern.

Nach einer Beratung am Freitag in der Kreisverwaltung bleibt der Landkreis Görlitz bei seinen am Donnerstag empfohlenen Maßnahmen und der Warnung vor Hochwasser. Das heißt, man möge das aktuelle Wetterradar beobachten und die Anwohner an den Flüssen wie Neiße und Spree sollen Vorsorge treffen.

An der Spree und ihren Zuflüssen verweisen alle Pegel bereits am Freitag auf mehr Wasser. Laut Landeshochwasserzentrum in Dresden wird in der Nacht zum Samstag mit einem Überschreiten von Meldestufen gerechnet, beginnend bei den kleineren Gewässern. Die Scheitel werden nach aktuellem Sachstand zunächst im Bereich der Alarmstufe zwei erwartet. Allerdings gibt es eine Unwägbarkeit: Noch sehr unsicher ist der Einfluss des zweiten Regengebiets ab Sonntagmittag auf die weitere Entwicklung.