Hochwasser in Sachsen
: Landkreis Görlitz warnt, Starkregen in Bautzen erwartet

Am Wochenende soll es in Tschechien und Südpolen zu Starkregen kommen. Auch das Lausitzer Bergland ist betroffen. Der Landkreis Görlitz warnt vor Hochwasser.
Von
Marco Marschall,
dpa
Bautzen
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Regen fällt auf ein Hausdach

Nass soll es werden: Der Landkreis Görlitz warnt vor Hochwasser. Auch Menschen in Bautzen sollen sich vorbereiten. (Symbolfoto)

Patrick Pleul/dpa-tmn/dpa

Der Landkreis Görlitz warnt vor Hochwasser. Für den Zeitraum von Freitag (13. September) ab 19 Uhr bis Dienstag (17. September) bestehe ein hohes Risiko, heißt es in einer Pressemitteilung der Behörde. Nach aktuellen Prognosen könne es zu Hochwasser und Starkregen kommen.

Die Pegelstände der Gewässer im Landkreis Görlitz werden ständig überwacht. Die Katastrophenschutzbehörde des Landkreises Görlitz rät, die Wetterlage vor Ort sowie die Wetterradare zu beobachten. Die aktuellen Pegelstände und Entwicklungen können hier eingesehen werden.

Die Bewohner in Hochwassergebieten des Landkreises werden gebeten geeignete Vorsorgemaßnahmen zu treffen. Entsprechende Maßnahmen, welche vor, während und nach einem Hochwasser umgesetzt werden sollten, um sich und andere zu schützen können, finden Sie hier.

Starkregen in Bautzen erwartet

Die Menschen in Bautzen müssen sich auf Hochwasser an diesem Wochenende (14./15. September) einstellen. Der Einsatzstab ist bereits einberufen worden, wie die Stadt mitteilte. Eine genaue Unwetter-Prognose sei derzeit noch nicht möglich. In Bautzen sei aber mit Starkregen zu rechnen. Eine akute Überschwemmungsgefahr liege nicht vor. Mit ansteigenden Wasserständen der Spree könnten jedoch Uferbereiche betroffen sein.

Anwohner und Gewerbetreibende in Ufernähe der Spree sollen sich informieren. Die Feuerwehr Bautzen rät außerdem, Parkplätze nahe der Spree zu räumen und betreffende Grundstücke zu sichern.

Heftige Regenfälle in Tschechien werden ab Sonntag zu einem Hochwasser in der Elbe führen. Nach dem Teileinsturz der Carolabrücke in Dresden bringt dies eine zusätzliche Gefahr für das schwer beschädigte Bauwerk. Weil es auch in Polen heftig regnen soll, wird zudem an Neiße und Spree Hochwasser erwartet.

Hochwasserwarnungen erwartet

Laut Landeshochwasserzentrum sollen in Tschechien und Südpolen mit dem Iser- und dem Riesengebirge bis zum Montag 200 Liter Niederschlag pro Quadratmeter binnen 72 Stunden fallen. In den oberen Berglagen seien sogar 350 Liter möglich. Auch in Ostsachen ist mit Dauerregen zu rechnen.

Die weitere Entwicklung der Lage werde intensiv beobachtet, teilte das sächsische Landesumweltamt mit. Mit den Niederschlägen wird ab der Nacht zum Samstag die Wasserführung zunächst vor allem in der Lausitzer Neiße und ihren Zuflüssen, wenig später in der Spree und ihren Nebenläufen deutlich ansteigen. Dabei sei Hochwasser zu erwarten. Nach aktuellem Kenntnisstand wird sich der höchste Wasserstand am Pegel Ústí nad Labem voraussichtlich am Dienstag einstellen. An den sächsischen Elbepegeln sind Höchststände ab Dienstag in Schöna und Mittwoch (18. September) in Dresden im Bereich der Alarmstufe 3 (600 cm bis 700 cm) zu erwarten.

Ab dem morgigen Freitag wird die Wasserführung in der sächsischen Elbe ansteigen, teilt das Landesumweltamt mit. Mit hochwasserrelevanten Wasserständen der Elbe in Sachsen ist ab Sonntag zu rechnen, beginnend in Schöna.

Der Starkregen könnte auch einige Veranstaltungen am Wochenende treffen. Das Traktorpulling in Halbendorf in der Oberlausitz fällt bereits ins Wasser. Der Veranstalter zieht aufgrund des erwarteten Regens die Reißleine.

Dieser Elbe-Pegel wird in Mühlberg erwartet

Anhand der vorliegenden Vorhersagen des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) Sachsen wird am Pegel Mühlberg/Elbe im Laufe des Sonntags (15. September) der Wasserstand von 500 Zentimeter am Pegel überschritten werden. Für den Hochwassermeldepegel Torgau/Elbe wird die Überschreitung der Alarmstufe I am Montag, 16. September, erwartet. Weitere Wasserstandsanstiege bis in den Bereich der Alarmstufe III sind nicht auszuschließen.