Unwetter in Sachsen
: „Anett“ bringt Dauerregen, Sturmböen und die Sorge vor Hochwasser

Es gibt eine amtliche Unwetterwarnung für Sachsen, auch Dresden liegt im betroffenen Gebiet. Alles Wichtige zum Wetter in den kommenden Tagen.
Von
Nicole Züge,
dpa
Dresden
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Regen in Dresden: ARCHIV - 18.08.2024, Sachsen, Dresden: Menschen sind bei starkem Regen während eines Gewitters auf dem Elberadweg unterwegs. (zu dpa: «DWD warnt vor Dauerregen in Teilen Sachsens») Foto: Robert Michael/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Unwetterwarnung für Teile Sachsens, auch Dresden ist betroffen. Anhaltender Dauerregen aufgrund einer Fünf-B-Wetterlage (Vb) könnte auch Hochwasser mit sich bringen.

Robert Michael/dpa

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat für Teile Sachsens eine amtliche Unwetterwarnung herausgegeben. Auch Dresden, wo derzeit der eingestürzte Teil der Carolabrücke kontrolliert abgerissen wird, ist betroffen.

Vorausgesagt sind Dauerregen und stellenweise Sturmböen. Die Sorge vor Hochwasser wächst, denn auch Tschechien und Polen sind von den starken Regenfällen betroffen. Grund ist eine Fünf-B-Wetterlage: Ein Tief, das sich langsam vom Mittelmeer Richtung Osten schiebt und dabei jede Menge Wasser an Bord hat. Mittlerweile hat das Tief auch einen Namen: „Anett“.

Im Moment berechnen die Wettermodelle die Situation noch unterschiedlich. Aber selbst, wenn das Tief knapp an Deutschland vorbeischrammt, bleibt die Sorge vor Hochwasser in Elbe und Neiße bestehen.

Wie Anett das Wetter in Sachsen heute und in den kommenden Tagen bestimmt und was Experten zur Hochwassersituation sagen - eine Übersicht.

Dauerregen und Windböen in Sachsen

Für den heutigen Freitag (13.09.) meldet der DWD vor allem Dauerregen, der sich von Osten nach Westen über Sachsen ausbreitet. Dazu weht zunächst ein schwacher Wind, der zum Abend hin auffrischt.

Temperaturen am Freitag: Höchstwerte zwischen 10 und 14, im Bergland zwischen 6 und 10 Grad.

In der Nacht zum Samstag (14.09.) kann es dann zu teils böigem Nordwestwind kommen. Im oberen Bergland sind sogar stürmische Böen und auf dem Fichtelberg orkanartige Böen möglich.

Bis Samstagmittag  werden die Niederschläge von der Oberlausitz bis zum Erzgebirge mit wechselnder Intensität herunterkommen: zwischen 30 und 50 l/qm sind möglich. In Staulagen des Osterzgebirges und Lausitzer Berglandes sind es 50, örtlich sogar bis zu 90 l/qm innerhalb von 24 Stunden.

Temperaturen am Samstag: 12 bis 16, im Bergland 7 bis 12 Grad.

Am Sonntag (15.09.) setzt der Regen wieder ein. Tief Anett bringt Höchstwerte zwischen 14 und 18, im Bergland 8 bis 14 Grad mit. Auf dem Fichtelberg kann es weiter zu stürmischen Böen kommen.

Auch in der Nacht zum Montag (16.09.) bleibt es bedeckt, es kann weiterhin regnen bei Tiefstwerten zwischen 11 und 8, im Bergland bis 5 Grad. Meist weht nur noch ein schwacher Nordwestwind.

Polen und Tschechien erwarten Hochwasser

Dramatischer ist die Situation in Polen und Tschechien, wo sich Behörden auf Extremregenfälle und Hochwasser vorbereiten. Laut Landeshochwasserzentrum sollen in Tschechien und Südpolen mit dem Iser- und dem Riesengebirge bis Montag (16.09.) 200 Liter Niederschlag pro Quadratmeter binnen 72 Stunden fallen.

In Polen gelte für die Woiwodschaften Niederschlesien, Schlesien und Oppeln angesichts des zu erwartenden Dauerregens die höchste Alarmstufe 3, teilte das Meteorologische Institut (IMGW) mit. Es warnte vor einem raschen und gefährlichen Anstieg der Wasserstände in den Flüssen. In der Stadt Breslau (Wroclaw) rief Bürgermeister Jacek Sutryk den Krisenstab zusammen, weil ein Hochwasser der Oder erwartet wird. Beim Oder-Hochwasser 1997 war in Breslau ein Drittel der Stadt überschwemmt worden.

Hochwasser in Tschechien könnte Folgen für Dresden haben

In Tschechien warnte der Wetterdienst CHMU schon am Donnerstag vor einer extremen Gefahr von Starkregen, Hochwasser und Überschwemmungen in den nächsten Tagen. Betroffen sei vor allem der östliche Teil des Landes. An zahlreichen Staudämmen wurde Wasser abgelassen, um Kapazitäten zu schaffen. Der tschechische Umweltminister Petr Hladik verglich die möglicherweise zu erwartende Situation der kommenden Tage mit der Lage beim Oder-Hochwasser 1997 und dem Elbehochwasser 2002.

Wir berichten hier live über die Ereignisse an der Dresdner Carolabrücke.

Die Ereignisse in Tschechien könnten wiederum Folgen für Dresden haben, wo die nach einem Teileinsturz mittlerweile akut einsturzgefährdete Carolabrücke komplett abgerissen werden soll. Durch die erwarteten heftigen Regenmengen in Tschechien ist auch in der sächsischen Hauptstadt ein Hochwasser möglich. Tschechien hatte bereits angekündigt, den Durchfluss in der Elbe nicht reduzieren zu wollen.

Auch in Hoyerswerda, wo am Wochenende das Stadtfest stattfinden soll, werden aufgrund der Wettervorhersage bereits Vorkehrungen getroffen. Welche das sind, lesen Sie hier.

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