Neues Jahr, gleiches Spiel. Der Verdacht der unerlaubten Arbeitsaufnahme in Deutschland hat Beamte der Bundespolizeiinspektion Ludwigsdorf (Görlitz) im Jahr 2020 mehrfach beschäftigt. Und das setzt sich 2021 fort. Wie Michael Engler, Sprecher der Inspektion an der Neiße berichten kann, haben seine Kollegen in dieser Woche auf der Autobahn 4 einen Fall festgestellt. Zu hören bekamen die Polizisten, dass der 32-Jährige aus der Ukraine lediglich seinem Bekannten im Landkreis Elbe-Elster einen Gefallen getan und ihm beim Renovieren geholfen habe. Die Gefälligkeit hat sich für den Drittstaatsangehörigen bereits gerächt - da es sich um ein illegales Arbeitsverhältnis handelte, wurde der dabei erlangte Arbeitslohn in Höhe von 2450 Euro beschlagnahmt. Zudem wurde der Mann wegen des Verstoßes gegen das Aufenthaltsgesetz angezeigt. Ihm wurde darüber hinaus von der zuständigen Ausländerbehörde die Abschiebung angedroht. Der mutmaßliche Schwarzarbeiter saß in einem Bus in Richtung Polen, als er am Sonntagnachmittag auf dem Autobahnrastplatz An der Neiße von Bundespolizisten kontrolliert wurde.
Ebenfalls dort wird von den Beamten ein Pkw in Augenschein genommen. Dabei hat der Beifahrer die Aufmerksamkeit der Bundespolizei auf sich gezogen, teilt Michael Engler mit. Als die Beamten die Personalien des rumänischen Bürgers kontrollieren, finden sie den Namen des 31-Jährigen gleich mehrfach auf der Fahndungsliste.

Führerschein des Tatverdächtigen kommt bei Gepäckdurchsuchung zum Vorschein

So hatte das Regierungspräsidium Kassel die Durchsetzung eines Fahrverbotes beziehungsweise die Einziehung des Führerscheins veranlasst. Der Mann erklärte zunächst, dass er den Schein schon abgegeben habe. Das Dokument kam allerdings wenig später in seinem Gepäck zum Vorschein. Anschließend wurde das Papier endgültig beschlagnahmt.
Und wären nicht Bekannte des Rumänen mit 827 Euro zur Polizei ins hessische Alsfeld gegangen, wäre aus seiner Weiterreise bei Görlitz sicher nichts geworden. Bei dem Geld handelt es sich um eine Geldstrafe beziehungsweise um Verfahrenskosten, die nach einer Verurteilung wegen des unerlaubten Entfernens vom Unfallort seit März 2019 offengeblieben waren. Der Vollstreckungshaftbefehl, der von der Staatsanwaltschaft Gießen in diesem Zusammenhang erlassen worden war, wurde inzwischen gelöscht.

Görlitz/Bad Muskau