Corona im Kreis Görlitz
: Inzidenzwert bleibt über der Marke von 600

Auch am Freitag meldet das Gesundheitsamt des Landkreises Görlitz hohe Infektionszahlen. Die Zahl an Verstorbenen im Zusammenhang mit einer Corona-Erkrankung wächst ebenfalls.
Von
ckx
Görlitz
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Ein Mann hält ein Smartphone in der Hand auf dem Screenshots des offiziellen Corona-Dashboards vom Robert Koch-Institut (RKI) und der Landeshauptstadt Dresden mit den täglichen Corona 7-Tage-Inzidenzwerten von aufeinaderfolgenden Tagen seit dem 11.11.2020 (oben, l) bis zum 10.12.2020 (unten, r) zu sehen sind (gestellte Szene).

Robert Michael/dpa

Die Fallzahlen von Neuinfektionen mit dem Corona-Virus im Kreis Görlitz bleiben hoch. Am Freitag gibt das Görlitzer Gesundheitsamt 288 neue positive Fälle bekannt – es handelt sich um 273 Erwachsene und 15 Kinder. Damit bleibt bei aktuell 3803 Fällen der Inzidenzwert bei 603,82 Infektionen je 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche. Insgesamt haben sich im Kreis in sieben Tagen 1526 Menschen mit Covid-19 angesteckt.

Abermals sind auch Todesmeldungen an das Gesundheitsamt nachträglich gemeldet worden – 15 sind es am Freitag. Damit erhöht sich die Zahl der Todesfälle im Landkreis Görlitz auf 228. Gesunken ist von Donnerstag auf Freitag die Zahl der stationär aufgenommen Patienten in Kliniken des Kreises von 260 auf 227. Die Anzahl der Intensivpatienten sind zudem von 31 auf 26.

Neuinfektionen in Weißwasser steigen

Rapide dagegen steigt die Zahl der Neuinfektionen in Weißwasser. Zweistellige Steigerungen sind in den vergangenen Tagen zu verzeichnen. Aktuell sind in der Glasmacherstadt 267 positive Fälle bekannt. In Bad Muskau klettert die Zahl der aktiven Fälle erstmals über 100 auf 101. Krauschwitz meldet 55, Boxberg 51, Rietschen 34, Schleife 38, Groß Düben 25, Weißkeißel 24, Gablenz 16 und Trebendorf neun Fälle.

Aufgrund der dynamischen Entwicklung der Infektionszahlen, der enormen Belastung in den Krankenhäusern durch die Behandlung von Covid-19-Patienten und um eine drohende Überlastung des Gesundheitswesens abzuwenden, hat der Landkreis Görlitz im Rahmen einer neuen Allgemeinverfügung verschärfende Regelungen erlassen. Diese gelten bereits seit Donnerstag, 10. Oktober.

Katholische Kirche interveniert erfolgreich

Allerdings ist eine Regel wieder zurückgenommen worden. Die Verordnungen der Landkreise Bautzen und Görlitz hatten die „Aufnahme ritueller Speisen und Getränke durch Besucher“ bei „Zusammenkünften von Kirchen und Religionsgemeinschaften zum Zwecke der Religionsausübung“ verboten. Dagegen hatten die Kirchen protestiert und angekündigt, rechtlich dagegen vorzugehen, falls das Verbot aufrecht erhalten werde. Der katholische Görlitzer Bischof Wolfgang Ipolt erklärte, es sei ein „klarer Übergriff in das Recht auf freie Religionsausübung“.

Das Verbot sei ab Mitternacht wieder aufgehoben, teilt der Leiter des Katholischen Büros in Sachsen, Daniel Frank, am Freitag nach einem Gespräch mit dem Görlitzer Landrat Bernd Lange (CDU) mit. Dies habe der Landkreis den Kirchen bereits schriftlich mitgeteilt, bevor die neue „Allgemeinverfügung“ des Kreises Görlitz am kommenden Montag entsprechend geändert wird. Eine Anpassung nämlich muss ohnehin erfolgen, weil der Freistaat Sachsen eine neu Verordnung erlässt, die ab 14. Dezember gelten soll.

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