Wahl 2024 in Großräschen: Überraschung in der Seestadt ‒ wer stellt keine Kandidaten?

Ausschussarbeit gehört zu den Aufgaben von Stadtverordneten. Hier tagt der amtierende Bauausschuss von Großräschen unter Vorsitz von Christoph Schmidtchen (SPD, hinten Mitte), der für die Wahl 2024 nicht mehr antritt.
Silke Wentingmann-KovarikDie Stimmzettel für die Kommunalwahl in der Stadt Großräschen können in Auftrag gegeben werden. Mit der Sitzung des Wahlausschusses unter Vorsitz von Amtsleiterin Karin Neufeld werden acht Wahlvorschläge bestätigt. Die Zulassung erhalten dadurch Kandidaten von fünf Parteien, einem Bündnis sowie zwei Einzelvorschläge. Damit treten 62 Menschen aus Großräschen und den Ortsteilen zur Wahl am 9. Juni 2024 an.
Eine überraschende Besonderheit gibt es in der Seestadt: Die Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU) hat keinen einzigen Wahlvorschlag eingereicht. Sie wird in den nächsten fünf Jahren nicht mitentscheiden.
SPD stellt 19 Kandidaten für Großräschen auf
Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) hat für die Kommunalwahl 19 Kandidaten vorgeschlagen. Darunter sind neben erfahrenen Stadtverordneten auch einige Neulinge. Diese haben in der vergangenen Wahlperiode zum Teil bereits als sachkundige Einwohner in verschiedenen Ausschüssen mitgewirkt.
Wiederholt für einen Sitz im Stadtparlament treten der Landtagsabgeordnete und Diplom-Ingenieur der Forstwirtschaft Wolfgang Roick, Reiseveranstalter Sören Hoika, Medizinproduktberaterin Ellen Lehradt und der Angestellte Maik Rätzel an. Erfahrungen als sachkundige Einwohner können Jens Endler, im Berufsleben Abteilungsleiter Verkehr, Industriekaufmann Toni Glaser, Rentner Gisbert Lehmann, Facilitymanager Jens Lietzmann und Freiberufler Bodo Möller vorweisen.

Bodo Möller engagiert sich bisher als sachkundiger Einwohner, in der kommenden Legislaturperiode strebt er einen Sitz in der Stadtverordnetenversammlung an.
Silke Wentingmann-KovarikAußerdem schickt die SPD Bankbetriebswirt Corina Stroech, Betriebswirt Olaf Gunder, die Rentnerin Sigrun Kalz, Diplom-Ingenieur Michael Matthes, den Angestellten des Bergamtes Max Heyde, Diplom-Ingenieur Axel Zschiesche, Versicherungskaufmann Peter Sawatzki, Industriemeister Metall Christian Schnabel-Muntau, Lokführer/Bergbau Martino Jedrzejczak sowie Verbands-Geschäftsführer Denny Tumlirsch ins Rennen.
Fünf Kandidaten der AfD auf dem Wahlzettel
Mit der Zustimmung zum zweiten Wahlvorschlag werden fünf Kandidaten der Alternative für Deutschland (AfD) zur Wahl zugelassen. Es kandidieren damit der Angestellte Frank Theidel, Ingenieur-Ökonomin Simone Thiele, Diplom-Bergbau-Ingenieur Martin Schotte, der Selbstständige Jörg Beger, Rentnerin Kerstin Schotte sowie Angestellter Frank Theidel. Keine dieser Personen hat bisher als Stadtverordneter mitgewirkt.
Die Linke, Grüne und FDP wollen Großräschen mitregieren
Die Linke hat für Großräschen sechs Bewerber aufgestellt. Mit Planungsingenieur und Rentner Axel Fritz Rudo schickt die Partei einen erfahrenen Abgeordneten ins Rennen. Außerdem bewerben sich Integrationsberater BA Marcus Hoffmann, Rentner Ulrich Otto Forkel, Rentner Horst Richard Polzin, Rentner Wolfgang Draeger und Kirchenangestellter Andreas Karl-Heinz Märkisch um einen Platz in der Versammlung der Gemeindevertreter.
Für Bündnis 90/Die Grünen (Grüne/B90) gehen Diplomsozialarbeiter (Jugend) Marc Räder und Bauingenieurin Silke Krüger an den Start. Beide sind nicht unerfahren in der Kommunalpolitik. Während Räder bisher für das Bündnis für Großräschen im Parlament sitzt, wird Silke Krüger als sachkundige Einwohnerin im Bauausschuss gehört.

Holger Stroisch stellt sich für die FDP zur Wahl.
Silke Wentingmann-KovarikWährend die Freie Demokratische Partei (FDP) mit Steuerberater Holger Stroisch einen Kandidaten ins Rennen um die 18 zu vergebenen Plätze schickt, ist der Wahlvorschlag vom Bündnis für Großräschen (BfG) um ein Vielfaches länger.
Bündnis für Großräschen stellt 27 Leute zur Wahl
27 Personen haben sich aufstellen lassen. Politische Entscheidungen haben in der Vergangenheit bereits Gartenbauingenieur Thomas Adam, Augenoptik-Meisterin Anja Hannemann, der Ingenieur für Landtechnik Reinhard Wolschke und Bauingenieur Frank Strohmeier getroffen. Gleiches gilt für Sozialarbeiter Frank Muschick, allerdings bisher für eine andere Partei. Als sachkundige Einwohner fungieren bisher Rentner Ullrich Dittmann, Betriebsleiter Jens Hahn und Tischlermeister Maik Gunschera.
Weiterhin kandidieren Gärtner Frank Lebus, Erzieherin Kerstin Kramm, Gymnasiallehrerin Lubina Kühne, Schornsteinfeger David Stuckatz, Elektroingenieur Andre Klatt, Gastronom Sebastian Wolschke, Lehrer Kai Skorwider, Hausmeister Daniel Förster, Gastwirt Ingolf Overbeck, die Pharmazeutisch-technische Assistentin Jana Schädlich, Kauffrau Angelika Schötz, Rentner Bernd Lehmann, Gärtnerin Susan Faber, der Selbstständige Michael Niepelt, Landschaftsplanerin Astrid Subatzus, der selbstständige Restaurantfachmann Markus Grünke, Objektleiter Hagen Fanselau, Metallbaumeister Eberhard Kubiak und Malermeister Gerd Konzack für das Bündnis.
Zwei Einzelkandidaten wollen Stimmen der Großräschener Bürger
Die beiden letzten Wahlvorschläge betreffen jeweils Einzelkandidaten. André Lehnick und auch Sascha Donath haben alle Voraussetzungen erfüllt, um die Zustimmung des Wahlausschusses zu erhalten. Lehnick, beruflich als Leiter Klinische Prozesse & Digitalisierung tätig, kann bereits auf einige Jahre als Stadtverordneter zurückblicken. Mitbewerber Donath ist IT-Projektmanager und zudem als Präsident des SV Großräschen aktiv.

André Lehnick kandidiert erneut für die Stadtverordnetenversammlung Großräschen.
Silke Wentingmann-KovarikSieben Ortsvorsteher werden gesucht
Zur Wahl als Ortsvorsteher stellen sich in den sieben Ortsteilen fünf bekannte Kandidaten. In Allmosen und Woschkow gibt es Nachfolger für die Position:
- Allmosen: René Gunschera, Industriefachberater, Jahrgang 1975
- Barzig: Sabine Wolf, Lehrerin, Jahrgang 1973
- Dörrwalde: Helge Birkigt, Diplom-Verwaltungswirt, Jahrgang 1970
- Freienhufen: Karl-Heinz Wahren, Rentner, Jahrgang 1949
- Saalhausen: Heinz Kulka, Rentner, Jahrgang 1947
- Wormlage: Lubina Maria Kühne (BfG), Gymnasiallehrerin, Jahrgang 1969
- Woschkow: Steffen Hoffmann, Malermeister, Jahrgang 1983
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