Bergmannstag 2024: Das ist in Klettwitz, Lauchhammer und Steinitz los

Vor genau 60 Jahren wurde mit dem Bau des Schachtes begonnen. Er diente der Entwässerung des Deckgebirges über der Kohle des nahen Tagebaus Klettwitz. Mancherorts bildet der Bergmannstag den kulturellen Jahreshöhepunkt. Klettwitz, Lauchhammer und Steinitz laden 2024 zum Ehrentag ein.
Torsten Richter-ZippackBereits seit dem Jahr 1950 wird in der DDR der Bergmannstag begangen. Am ersten Sonntag im Juli jeden Jahres gibt es in den Bergbaurevieren entsprechende Veranstaltungen. 2024 ist es der 7. Juli. Diese Tradition wird auch über die politische Wende von 1989/1990 hinaus gepflegt. Mancherorts bildet der Ehrentag der Kumpels sogar den kulturellen Jahreshöhepunkt. Beispielsweise im Schacht Klettwitz.
Die Anlage wurde Mitte der 1960er-Jahre errichtet. Allerdings nicht, um Rohstoffe abzubauen, sondern um das Deckgebirge über der Braunkohle des Tagebaus Klettwitz zu entwässern. Bis 1981 blieb die technisch anspruchsvolle Konstruktion in Betrieb, dann war sozusagen Schicht im Schacht. Heute kann die Anlage an bestimmten Tagen besichtigt werden. Den Besuchern stehen das Maschinenhaus und ein Teil der Entwässerungsstrecke offen. Nicht minder imposant ist der Blick auf das weithin in der Landschaft sichtbare Fördergerüst.
Bergmannstag 2024: Programm am Schacht Klettwitz
Anlässlich des Bergmannstages lädt der Traditionsverein Schacht Klettwitz am Sonntag (7. Juli), mit weiteren Partnern zum Schachtfest ein, lässt Martin Konzag von der Gemeinde Schipkau wissen.
Ab 11 Uhr öffnet das kleine Bergbaumuseum und ermöglicht einen Einblick in die hiesige Bergbaugeschichte.
Ab 13 Uhr erwartet der Schachtverein die Kinder der Kita „Spielkiste“, die musikalische Grüße überbringen werden. Selbst ein Zauberer hat sich angekündigt.
Ab 16 Uhr wollen die Großräschener Antoniusmusikanten mit Blasmusik für Unterhaltung sorgen. Für die Versorgung, so sagt Martin Konzag, sei ganztags gesorgt. Der Eintritt ist frei.

Das Orchester der Bergarbeiter aus Plessa wird am Bergmannstag im Schlosspark Lauchhammer ein Konzert geben.
Stadt Lauchhammer/Heiko JahnBergmannstag 2024 in Lauchhammer
Auch in Lauchhammer wird am 7. Juli zum Bergmannstag eingeladen. Als Gastgeber fungieren der Traditionsverein Braunkohle Lauchhammer sowie die Stadt. Im Rahmen der dreitägigen Sommerkirmes im Schlosspark Lauchhammer-West fährt die Parkeisenbahn am Sonntag bereits ab 11 Uhr.
Um 15 Uhr sorgt das Orchester der Bergarbeiter Plessa für typische Bergmannsstimmung, kündigt Stadtsprecher Heiko Jahn an. Darüber hinaus lohne sich ein Besuch des Tiergeheges im Schlosspark. Der Grund: Das Damwild könne mit Nachwuchs aufwarten.
Auf dem Steinitzhof bei Drebkau ist jede Menge los
Groß gefeiert wird der Bergmannstag auch in Steinitz bei Drebkau. Los geht es mit einem Gottesdienst in der uralten Feldsteinkirche um 11 Uhr unter Obhut der heiligen Barbara, der Schutzheiligen der Bergleute.
Die eigentliche Festeröffnung ist für 12.30 Uhr auf dem Steinitzhof geplant. Mit von der Partie sind unter anderem die Lausitzer Blasmusikanten. Darüber hinaus gibt es ein buntes Unterhaltungsprogramm für Jung und Alt. Der Eintritt ist frei.
Steinitz ist aus Richtung Senftenberg am besten über die B169 bis Neupetershain, dann weiter am Gut Geisendorf und dem Nordrand des Tagebaus Welzow-Süd vorbei, erreichbar. Parkmöglichkeiten sind vor Ort vorhanden. Es empfiehlt sich auch ein Besuch der Steinitzer Treppe, einer im Jahr 2012 eröffneten Aussichtsmöglichkeit mit Weitblick über die halbe Niederlausitz. Die Steinitzer Treppe ist vom Steinitzhof ausgeschildert.
Was wird aus dem Blauen Wunder?
Das Schicksal eines der bekanntesten Bergbaudenkmäler der Region bleibt indes weiter ungewiss. Konkret geht es um das Blaue Wunder, den ehemaligen Vorschnittbagger, der seit gut 20 Jahren als Landmarke unweit von Hörlitz dient. Die Konstruktion, Mitte der 1960er-Jahre erbaut in Lauchhammer, rostet und gammelt vor sich hin.
Die drei Kommunen Schipkau, Senftenberg und Großräschen würden den Bagger am liebsten entsorgen und nur einzelne Teile, beispielsweise das markante Schaufelrad, erhalten. Doch das funktioniert nicht, weil der Bagger seit ein paar Jahren, sehr zum Ärger der Anlieger, unter Denkmalschutz steht.

Einen gefahrlosen Blick auf den Stahlkoloss des Blauen Wunders können Interessenten vom Hörlitzer Aussichtsturm werfen. Dieser ist täglich geöffnet und befindet sich am Nordende des Ortes.
Torsten Richter-ZippackHinzu kommt, dass das Blaue Wunder zwar nicht im bergbaulichen Sperrgebiet von Bergbausanierer LMBV steht, die Zufahrt aber durch dieses führt. Immer wieder kommt es zu waghalsigen Kletteraktionen an der Konstruktion. Der umgebende Zaun wird dazu zerstört. Es gab am Bagger auch schon mehrere Unfälle mit erheblich verletzten Personen. Deshalb wird eindringlich davor gewarnt, sich an der Landmarke zu betätigen.



