Lockere und fehlende Platten, überall Glasscherben, sprießendes Unkraut und die fehlende Feuerschale: Das Denkmal für die Opfer des Faschismus im Allgemeinen und für Widerstandskämpfer Otto Hurraß (1902-1934) im Speziellen im Schlosspark Lauchhammer-West bietet derzeit wahrlich keinen schönen Anblick. In der jüngsten Stadtverordnetenversammlung hat der Abgeordnete Frank Hurraß (AfD) den augenblicklichen Zustand angeprangert: „Das Denkmal hat seinen historischen Platz in unserer Stadt. Dennoch sieht es so unordentlich aus.“
Nach Angaben des stellvertretenden Bürgermeisters Jörg Rother präsentiert sich der augenblickliche Zustand in der Tat „überarbeitungswürdig“. Deshalb will die Stadt bis Ende Juli Kostenvoranschläge für eine Sanierung des Denkmals einholen. Allerdings gibt es in Lauchhammer bislang keinen bestätigten Haushalt für das laufende Jahr.

Otto Hurraß-Gedenken mehrfach in Lauchhammer präsent

Bereits vor rund anderthalb Jahrzehnten hatte die Kommune Fördermittel für die Denkmalssanierung erhalten. Von dieser Summe konnte allerdings nur ein Teil des Ensembles in Ordnung gebracht werden.
Der kommunistische Widerstandskämpfer Otto Hurraß aus Bockwitz (heute Lauchhammer-Mitte) war im Februar 1934 im KZ Lichtenburg in Prettin an der Elbe von der SS erschlagen worden. Bis heute erinnert eine nach ihm benannte Straße in Lauchhammer. Zu DDR-Zeiten gab es darüber hinaus die Polytechnische Oberschule Otto Hurraß in Schwarzheide-West. Zudem trug das Kulturhaus in Lauchhammer-Mitte den Namen des Kommunisten. Sein Denkmal im Schlosspark wurde im Jahr 1959 errichtet. Otto Hurraß war der Bruder von Fritz Hurraß, dem Großvater des Stadtverordneten Frank Hurraß.