Eindringlinge im Spreewald: Waschbär und wer noch? Die fünf wichtigsten invasiven Arten

Im Spreewald tummeln sich einige invasive Tierarten. Neben dem Waschbär gibt es noch vier weitere, die man kennen sollte. (Symbolfoto)
dpa/Lenhard Klimek- Spreewald beherbergt fünf invasive Tierarten: Waschbär, Marderhund, Nutria, Flusskrebs, Katzenwels.
- Waschbär bedroht Bodenbrüter und nutzt menschliche Ressourcen wie Mülltonnen und Obstbäume.
- Nutria schädigt Ufer und Deiche, während Flusskrebse heimische Arten durch Krankheiten verdrängen.
- Katzenwels drängt einheimische Fische zurück, Marderhund hat weniger gravierende Auswirkungen.
- Invasive Arten oft menschengemacht, EU reguliert 114 besonders schädliche Arten.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Wasser, Wald und jede Menge Wildnis: Im Spreewald fühlen sich nicht nur zahlreiche heimische Tiere und Pflanzen wohl. In den letzten Jahren haben sich hier auch einige Tiere angesiedelt, die ursprünglich nicht aus der Region, ja nicht einmal aus Europa, stammen.
Sie stellen die vertraute Fauna und Flora, aber auch die Menschen im Spreewald vor neue Herausforderungen. Welche sind die fünf wichtigsten invasiven Tierarten im Spreewald – und wie beeinflussen sie das Ökosystem?
Invasive Tiere im Spreewald: Diese fünf muss man kennen
- Waschbär: Dass der aus Amerika stammende Kleinbär auch im Spreewald an erster Stelle der invasiven Arten steht, dürfte keine Überraschung sein. Als Raubtier ist er vor allem für die hier brütenden Vögel, besonders für Boden- und Höhlenbrüter, gefährlich. Waschbären machen aber auch vor Obstbäumen, Mülltonnen oder Komposthaufen nicht halt. Da sie grüne, gewässerreiche Lebensräume bevorzugen, finden sie im Spreewald optimale Bedingungen vor.
- Marderhund: Er ist eigentlich in Ostasien zu Hause, doch zunehmend trifft man ihn auch im Spreewald an. Das ist allerdings weniger problematisch als beim Waschbären, denn der Marderhund ist ein Allesfresser mit einem hohen Anteil an pflanzlicher Kost. Er verschmäht aber auch Mäuse, Vögel, Schnecken, Insekten und Kröten nicht. Aas steht ebenfalls auf seinem Speiseplan, weshalb er eine wichtige Putzfunktion erfüllt.
- Nutria: Sie sind auch als Sumpfbiber oder Biberratten bekannt und stammen ursprünglich aus Südamerika. Die Lebensweise der Pflanzenfresser ist eng mit dem Wasser verbunden – der Spreewald bietet also ideale Voraussetzungen. Problematisch an dieser invasiven Art ist, dass Nutrias unterirdische Baue in Uferböschungen und Deiche graben. Das kann zu Abbrüchen und Unterspülungen führen. Werden Nutzpflanzen, insbesondere Mais, nah an Gewässern angebaut, können Nutrias dort Fraßschäden verursachen.
- Amerikanischer Flusskrebs: Unter diesem Begriff ist eigentlich eine ganze Gruppe gebietsfremder Krebse zusammengefasst. Der Rote Amerikanische Sumpfkrebs, der Kamberkrebs und der Signalkrebs gehören dazu und sind EU-weit als invasive Arten eingestuft. Auch in den Gewässern des Spreewalds sind sie angekommen und haben dort die heimischen Süßwasserkrebse weitgehend verdrängt. Die amerikanischen Flusskrebse wachsen nicht nur schneller und sind größer, sie übertragen auch die Krebspest: eine Pilzerkrankung, die für hiesige Krebse tödlich ist – während sie selbst immun dagegen sind. Durch das Fressen von Fisch- und Amphibienlaich können sie zudem die Artenvielfalt in und an Gewässern negativ beeinflussen.
- Katzenwels: Dieser Neuzugang kommt ebenfalls aus Nordamerika. Der 25 bis 35 Zentimeter lange Fisch ist sehr anpassungsfähig und vermehrt sich schnell. Auch im Spreewald ist der Katzenwels immer häufiger anzutreffen. Er drängt einheimische Fischbestände zurück, doch nicht nur das: Denn als Raubfisch frisst er neben kleineren Fischen auch Libellenlarven, Krebstiere, Muscheln, Schnecken und Pflanzen.
Invasive Tiere und Pflanzen bringen Probleme, aber auch Chancen
Fest steht: Diese fünf invasiven Tierarten sind gekommen, um zu bleiben. Auch wenn das vielen Sorgen bereitet, ist die Ursache doch klar menschengemacht: Waschbär, Marderhund und Nutria wurden einst für die Pelztierzucht nach Europa gebracht, Flusskrebs und Katzenwels zum Verzehr eingeführt.
Einige von ihnen bringen sogar Chancen mit sich: So ist beispielsweise der aus Asien stammende Götterbaum stressresistenter als heimische Arten und kommt besser mit Hitze und Trockenheit zurecht. Er könnte Karriere machen – beispielsweise als Stadtbaum.
Was bedeutet invasiv?
Eine invasive Tierart ist eine vom Menschen eingeführte, nicht heimische Tierart, die sich in einem neuen Gebiet ansiedelt und dort ausbreitet – oft zum Schaden einheimischer Arten und Ökosysteme. Neben Umweltschäden können die sogenannten „Neozoen“ auch wirtschaftliche oder gesundheitliche Probleme verursachen.
Arten, die aus eigener Kraft zu uns kommen und hier etwa durch den Klimawandel heimisch werden, gelten nicht als invasiv.
In der „Unionsliste“ invasiver Arten benennt die EU derzeit 114 Tier- und Pflanzenarten (Stand: August 2025), die für die heimische Natur besonders schädlich sind. Für diese Arten gilt in der EU ein Einfuhr- und Verbreitungsverbot. Außerdem müssen Maßnahmen ergriffen werden, um sie zu kontrollieren oder zu entfernen.


